Werkzeugmaschinenaufträge in Italien

Werkzeugmaschinen: Wo die Nachfrage wieder wächst

Die Werkzeugmaschinenaufträge in Italien steigen im dritten Quartal 2026 um 10,5 %. Vor allem das Auslandsgeschäft sorgt für Wachstum. Auch aus Deutschland kommen positive Signale – allerdings bleibt die Lage der Branche angespannt.

Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie verzeichnet im dritten Quartal 2026 ein Auftragsplus von 10,5 %. Während die Auslandsbestellungen um 24,7 % steigen, bleibt die Inlandsnachfrage schwach. Besonders Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie sorgen für Impulse.

• Die italienischen Werkzeugmaschinenaufträge stiegen im dritten Quartal 2026 um 10,5 % gegenüber dem Vorjahr.

• Auslandsbestellungen legten um 24,7 % zu, während die Inlandsaufträge um 7,1 % zurückgingen.

• Auch der deutsche Werkzeugmaschinenbau meldet steigende Bestellungen: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Auftragseingang laut VDW um 14 % über dem Vorjahr.

• Besonders Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie sorgen für Nachfrageimpulse. UCIMU präsentierte die italienischen Zahlen zur Eröffnung der BI-MU 2026 in Mailand.

Die italienische Werkzeugmaschinenindustrie verzeichnet im dritten Quartal 2026 eine positive Entwicklung beim Auftragseingang. Nach Angaben des Branchenverbands UCIMU-SISTEMI PER PRODURRE stieg der Auftragsindex für Werkzeugmaschinen gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,5 %. Der absolute Indexwert erreichte 58,9 Punkte, bezogen auf das Basisjahr 2021 mit 100 Punkten.

Die Zahlen wurden vom Centro Studi & Cultura di Impresa des Verbands erhoben und am 13. Oktober 2026 zur Eröffnung der internationalen Werkzeugmaschinenmesse 35. BI-MU in Rho bei Mailand vorgestellt.

Warum steigen die Werkzeugmaschinenaufträge im Ausland?

Die positive Gesamtentwicklung geht vor allem auf das Auslandsgeschäft zurück. Die Bestellungen internationaler Kunden erhöhten sich im dritten Quartal 2026 um 24,7 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der absolute Indexwert erreichte 108,6 Punkte.

Deutlich anders stellt sich die Situation auf dem italienischen Heimatmarkt dar. Hier gingen die Auftragseingänge um 7,1 % zurück. Der entsprechende Indexwert lag bei lediglich 14,3 Punkten.

Riccardo Rosa, Präsident von UCIMU-SISTEMI PER PRODURRE, sieht die Investitionszurückhaltung italienischer Unternehmen weiterhin als Belastungsfaktor: „Die Inlandsnachfrage bleibt trotz zahlreicher laufender Verhandlungen schwach. Die Unsicherheit des internationalen Umfeldes und die steigenden Energiekosten wirken sich spürbar auf die Tätigkeit der Unternehmen der italienischen Fertigungsindustrie aus, die ihre Investitionen in Erwartung größerer Klarheit aufschieben.“

Gleichzeitig erwartet der Verband eine Belebung der heimischen Investitionstätigkeit. Eine wichtige Rolle spielt dabei die italienische Regelung zur Hyperabschreibung.

„Wir sind daher zuversichtlich, dass die italienische Nachfrage wieder an Dynamik gewinnen wird, auch dank der Regelung zur Hyperabschreibung, die in Ihrer Version 5.0. eine bessere Planung der Investitionen ermöglicht, die bis September 2028 verteilt werden können“,  so Rosa.

Auch Deutschlands Werkzeugmaschinenbau meldet Auftragsplus

Nicht nur in Italien, sondern auch im deutschen Werkzeugmaschinenbau zeigen sich positive Signale beim Auftragseingang. Nach Angaben des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) stiegen die Bestellungen im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12 %. Bereits im ersten Quartal hatte die Branche ein Plus von 15 % verzeichnet.

Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich damit ein Auftragszuwachs von 14 %. Anders als in Italien entwickelten sich in Deutschland auch die Inlandsbestellungen positiv: Sie stiegen um 16 %, während die Auslandsaufträge um 13 % zunahmen.

Allerdings ist die Erholung noch nicht in der Produktion angekommen. Nach VDW-Angaben sank die deutsche Werkzeugmaschinenproduktion im ersten Halbjahr 2026 um 7 % auf rund 5,9 Mrd. EUR. Die Kapazitätsauslastung lag zuletzt bei etwa 75 %.

Damit zeigen die Branchendaten aus beiden Ländern eine steigende Nachfrage nach Werkzeugmaschinen, allerdings mit unterschiedlichen Entwicklungen auf den jeweiligen Heimatmärkten.

USA und Deutschland bleiben wichtige Absatzmärkte

Während die italienische Inlandsnachfrage schwächelt, entwickelt sich das internationale Geschäft der Werkzeugmaschinenhersteller dynamisch. Besonders die Vereinigten Staaten bleiben ein bedeutender Absatzmarkt. Auch aus Deutschland kommen positive Signale.

„Die Aktivitäten der italienischen Hersteller auf dem Auslandsmarkt haben sich hingegen ausgesprochen dynamisch entwickelt. Neben den USA, wo die Nachfrage weiterhin besonders lebhaft ist, zeigt auch Deutschland erste Anzeichen einer Erholung – zweifellos eine gute Nachricht für die italienische Branchenindustrie“, erläutert Rosa.

Die vom Centro Studi & Cultura di Impresa ausgewerteten Außenhandelsdaten für das erste Halbjahr 2026 unterstreichen die Bedeutung beider Märkte.

Die USA waren mit einem Absatzvolumen von 329 Mio. EUR und einem Wachstum von 12,6 % der wichtigste Auslandsmarkt für italienische Werkzeugmaschinen. Deutschland folgte mit 137 Mio. EUR und einem Plus von 7,6 %. Weitere wichtige Absatzmärkte waren Frankreich, Polen und Spanien.

Welche Branchen treiben die Werkzeugmaschinennachfrage?

Die Nachfrage nach italienischen Werkzeugmaschinen wird insbesondere durch mehrere strategisch wichtige Industriezweige gestützt. Nach Einschätzung von UCIMU zählen dazu die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Verteidigungsbranche sowie der Energiesektor.

„Die Auftragseingänge werden insbesondere von den Branchen Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und Energie getragen – und zwar unabhängig vom jeweiligen Land“, erklärt der UCIMU-Präsident Rosa.

Auch im deutschen Werkzeugmaschinenbau gewinnen diese Abnehmerbranchen an Bedeutung. Insbesondere die Verteidigungsindustrie zählt laut dem deutschen Branchenverband VDW derzeit zu den dynamischsten Abnehmermärkten für Werkzeugmaschinen. Damit bestätigen die deutschen Branchendaten die Einschätzung von UCIMU, dass Defence international zu den wichtigen Nachfragetreibern gehört. Der Anteil der Luftfahrtindustrie am Gesamtabsatz deutscher Werkzeugmaschinenhersteller stieg innerhalb von zwei Jahren um fünf Prozentpunkte auf 11 % im Jahr 2025.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der thematischen Ausrichtung der 35. BI-MU wider. Die internationale Fachmesse widmete den Bereichen Aerospace & Defence sowie Energie erstmals zwei eigene Foren. Im Mittelpunkt standen Erfahrungsberichte von Produktions- und Betriebsleitern internationaler Unternehmen sowie Geschäftsführern italienischer kleiner und mittlerer Unternehmen.

BI-MU 2026 zeigt Technologien für die intelligente Fabrik

Die aktuellen Branchenzahlen präsentierte UCIMU im Rahmen der Eröffnung der 35. BI-MU, die vom 13. bis 16. Oktober 2026 auf dem Messegelände Fieramilano Rho stattfand. Mehr als 400 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Lösungen auf rund 40.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in den Hallen 22 und 24.

Das Technologiespektrum reichte von klassischen Werkzeugmaschinen über Robotik und Automatisierung bis zu Additive Manufacturing und Digital Manufacturing. Weitere Schwerpunkte bildeten künstliche Intelligenz, Mess- und Qualitätssicherungssysteme, Komponenten sowie Schlüsseltechnologien für die intelligente Fabrik.

Die Messe wurde von UCIMU-SISTEMI PER PRODURRE gefördert und von EFIM-ENTE FIERE ITALIANE MACCHINE organisiert.

Werkzeugmaschinenaufträge in Italien: Die wichtigsten Zahlen und Trends

• Wie haben sich die Werkzeugmaschinenaufträge in Italien im dritten Quartal 2026 entwickelt?
Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,5 %. Der absolute Auftragsindex erreichte 58,9 Punkte.

• Warum steigen die Werkzeugmaschinenaufträge im Ausland?
Die internationale Nachfrage entwickelte sich positiv. Besonders die USA und Deutschland lieferten Wachstumsimpulse. Die Auslandsaufträge stiegen um 24,7 %.

• Wie entwickeln sich die Werkzeugmaschinenaufträge in Deutschland?
Laut VDW stiegen die Bestellungen im ersten Halbjahr 2026 um 14 %. Die Inlandsaufträge legten um 16 % und die Auslandsbestellungen um 13 % zu.

• Welche Branchen beeinflussen die Werkzeugmaschinenaufträge besonders stark?
Vor allem Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Energie tragen laut UCIMU zur Nachfrage bei. Auch der VDW meldet eine hohe Dynamik in Luftfahrt und Verteidigung.

• Welche Bedeutung hat die BI-MU 2026 für die Werkzeugmaschinenaufträge?
Die Messe bot vom 13. bis 16. Oktober eine Plattform für mehr als 400 Aussteller und den Austausch über Technologien, Märkte und die Entwicklung der Werkzeugmaschinenindustrie.