Bauhelm wird von einem Monteur in der Hand gehalten.

Ist die Wirtschaft bald wieder auf Vorkrisenniveau? Wie Experten die Lage einschätzen, lesen Sie in diesem Artikel. - (Bild: industrieblick / stock.adobe.com)

Die deutsche Wirtschaft brummt und könnte nach Ansicht von führenden Fachleuten noch in diesem Jahr wieder Vorkrisenniveau erreichen. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich aktuell immer noch in einem konjunkturellen Sommerhoch, allerdings dürfte der Zenit des Wirtschaftsaufschwungs bereits hinter uns liegen", sagte die Europa-Volkswirtin der Allianz-Versicherung, Katharina Utermöhl. Frühindikatoren deuteten auf eine Abkühlung im Herbst hin - jedoch auf keinen Absturz.

Angesichts der Corona-Lockerungen haben sich der Dienstleistungsbereich und der private Konsum erholt, wie Veronika Grimm vom Sachverständigenrat der Bundesregierung erläuterte. Lieferengpässe, vor allem bei Halbleitern, machten der Industrie jedoch weiterhin stark zu schaffen. "Im zweiten Quartal war die deutsche Industrieproduktion trotz der hohen Nachfrage sogar rückläufig", sagte Grimm. Besonders betroffen sei die Automobilindustrie.

Was die Wirtschaft derzeit belastet

Dennoch erwartet Grimm ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Womöglich werde das Vorkrisenniveau schon Ende des Sommers erreicht, sagte die Wirtschaftsweise. "Wenn sich die Lieferengpässe in Industrie und Bauwirtschaft nicht weiter verschärfen oder sogar entspannen, dürften die gut gefüllten Auftragsbücher für Auftrieb in der Produktion sorgen."

Auch Katharina Utermöhl rechnet trotz anhaltender Lieferkettenengpässe, abkühlender Auslandsnachfrage und zunehmendem Delta-Gegenwind in den kommenden Quartalen mit einem überdurchschnittlich hohen Wachstum. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft ihrer Ansicht nach um 3 Prozent und im kommenden Jahr um 4 Prozent zulegen.

Wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt

Die gute konjunkturelle Entwicklung wirkt sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus. "Die Kurzarbeit fiel die letzten Monate kräftig", sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Jochen Möbert. Die Zahl der offenen Stellen habe zuletzt Vorkrisenniveau erreicht, die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen Monaten stark zugelegt. "Kurzum, der Arbeitsmarkt boomt." Für August rechnet der Experte damit, dass die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um rund 70.000 zurückgeht.

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht ihren Arbeitsmarktbericht für August am Dienstag. Im Juli war die Zahl der Arbeitslosen auf 2,59 Millionen gesunken. Dieser Trend dürfte sich nach Ansicht von Allianz-Volkswirtin Utermöhl zunächst fortsetzen: "Der Arbeitsmarkt dürfte im Monat August erneut allen saisonalen Gepflogenheiten trotzen und nochmals einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen." Saisonbereinigt dürfte die Zahl der Arbeitslosen um rund 60.000 abnehmen.

Für den weiteren Verlauf des Jahres ist Möbert allerdings weniger optimistisch: "Im Anschluss an den Sommer-Boom dürfte das Wachstum und die Arbeitsmarktnachfrage über den Winter wieder deutlich abflachen."

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Symbolbild einer Lieferkette
(Bild: j-mel / stock.adobe.com)

Häfen schließen wegen Corona und Zulieferer fallen aus. Container für den Transport scheinen nie dort zu sein, wo man sie braucht. Die Folge: Materialpreise schnellen in die Höhe. Gleichzeitig zieht die Nachfrage wieder an. Da ist es kein Wunder, dass fast zwei Drittel der deutschen Industriefirmen über Engpässe und Probleme bei Vorlieferungen als Hindernis für ihre Produktion klagen.

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dpa