Das Werk der Jacob Group in Porta Westfalica sichert sich den GEO Award bei der Fabrik des Jahres. Grund: eine durchdachte Produktionsstrategie mit tiefer Fertigung, eigener Automation, End-to-End-Planung und Nachhaltigkeit als unternehmerischer Grundhaltung.
Maximilian FestusMaximilianFestus
Veröffentlicht
Cobot-Anwendung bei Jacob in Porta Westfalica: Mitarbeitende entwickeln und betreiben kollaborative Automationslösungen eigenständig im Shopfloor – praxisnah, flexibel und exakt auf die hohe Variantenvielfalt der Fertigung abgestimmt.Jacob Group
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Die Jacob Group
mit Sitz in Porta Westfalica ist Europas Marktführer für modulare Rohrsysteme
in Schüttguttechnik, Abluftführung sowie Niederdruckförderung. Die Systeme
kommen in zahlreichen Industriebranchen zum Einsatz – von der Lebensmittel- bis
zur Chemieindustrie, überall dort, wo Schüttgüter sicher geführt oder Luft und
Staub zuverlässig abgeführt werden müssen. Was Jacob besonders macht, ist die
Kombination aus industrietauglicher Modularität, passgenauer Fertigung und
kundennaher Entwicklung. Das Unternehmen versteht sich nicht als reiner
Produktanbieter, sondern als Partner über den gesamten Lebenszyklus eines
Rohrsystems. Mit über 100 Jahren Erfahrung, tiefem Branchenverständnis und
einem kompromisslosen Qualitätsanspruch ist Jacob in Europa und weltweit aktiv.
Internationaler Vertrieb, hohe Verfügbarkeit und lösungsorientierter Service
sorgen dafür, dass Kunden nicht nur kaufen, sondern auf Augenhöhe betreut
werden.
Die eigene
Produktentwicklung, hohe Fertigungstiefe und eine ausgeprägte Digitalisierung
der Prozesse machen Jacob heute zu einem Industrievorbild in Sachen Produktionsstrategie,
Flexibilität und Nachhaltigkeit.
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GEO Award 2025: Exzellenz in Tiefe, Tempo
und Transparenz
Ausgezeichnet
wurde das Werk der Jacob Group in Porta Westfalica in der Kategorie GEO Award
des renommierten Industrie-Wettbewerbs „Fabrik des Jahres“ - ausgerichtet von
Kearney, Ultima Media und der Fachzeitung Produktion. Bewertet wurden unter
anderem Fertigungstiefe, Automatisierungskompetenz, Nachhaltigkeit und
organisatorische Integrationsfähigkeit entlang der Wertschöpfungskette. Was die
Jury besonders überzeugte: das Gesamtsystem Jacob – kein singuläres Projekt, sondern
ein durchgängiger Ansatz aus Praxisnähe, Innovation, Eigeninitiative und
Transparenz.
Hinter dem Erfolg
steht kein einzelnes Leuchtturmprojekt, sondern eine Organisation, die über
Jahre konsequent am Kunden entlang gedacht wurde. Der Preis ist kein Endpunkt,
sondern ein markantes Zwischenziel auf einem langen Weg, den das Unternehmen
gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden geht. „Der Titel bei der Fabrik des Jahres
ist für uns kein Pokal, der Staub ansetzt. Er ist ein Schulterklopfen mit
Aussage: Unser Weg stimmt“, sagt Jan Niklas Töws, Director of Operations &
Supply Chain Management bei der Jacob Group.
Er macht klar,
dass der Preis vor allem ein Zeichen für die Menschen im Werk ist – für jene,
die täglich an kleinen und großen Verbesserungen arbeiten. „Projekte, die nicht
verordnet wurden, sondern von den Menschen initiiert, die täglich an den
Prozessen arbeiten. Deshalb gehört diese Auszeichnung der gesamten Jacob Mannschaft.“ Jacob beweist, dass moderne Fertigungsorganisation nicht nur aus
Kennzahlen und Technik besteht, sondern aus Verantwortung, Dialog und klaren
Entscheidungen.
Produktionsmodell mit außergewöhnlicher
Fertigungstiefe
Entscheidend für
den Erfolg in Porta Westfalica ist die strategisch eingesetzte Fertigungstiefe.
Jacob denkt sie nicht als Kostenfaktor, sondern als Nutzenbringer über den
gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Jahr für Jahr stellt sich das
Operations-Team die gleiche Frage: Welchen zusätzlichen Service kann man bieten
– nicht nur im Produkt, sondern in der Kooperation, im Tempo, in der
Entscheidungsfähigkeit? „Unsere Fertigungstiefe verschafft uns Flexibilität und
hält das Wissen über alle Prozessschritte im Haus. Das macht uns schneller,
präziser und verlässlicher. Der eigentliche Vorteil liegt in der Qualität der
Zusammenarbeit“, erklärt Töws.
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So entstehen etwa
individuelle Komponentenlösungen in enger Abstimmung mit Kunden – nicht
irgendwann, sondern sofort, weil alle Prozesse unter einem Dach stattfinden.
Der Vorteil liegt nicht allein in der Time-to-Market, sondern in der
kontinuierlichen Weiterentwicklung gemeinsam mit dem Kunden.
Jan Niklas Töws: „Unsere nächsten Schritte richten sich weniger an der Erweiterung des Produktportfolios aus, sondern an der Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus unserer Rohrsysteme.“Jacob Group
Automation beginnt im Shopfloor
Automation wird
bei Jacob nicht eingekauft, sondern selbst entwickelt – aus den echten
Herausforderungen der Fertigung heraus. Kleine Losgrößen, hohe
Variantenvielfalt und individuelle Kundenlösungen sind in der Produktion eher
die Regel als die Ausnahme. Klassische Standardlösungen greifen da zu kurz.
„Unsere Automatisierung entsteht nicht am Reißbrett, sondern aus dem Bedarf.
Genau deshalb bauen wir sie oft selbst – von Cobots bis hin zu spezifischer
Software“, sagt Töws.
Ein
Paradebeispiel: In der eigenen Lehrwerkstatt entstehen erste Prototypen
automatisierter Arbeitsschritte, die nach erfolgreichen Tests in die Serie
überführt werden. Ergänzend dazu wurde eine KI-gestützte Schweißnahtverfolgung
entwickelt, die die Reproduzierbarkeit erhöht und Fehlerquoten senkt – bei
gleichzeitig wachsender Variantenvielfalt. Die Wirkung wird dabei nicht nur in
Taktzeit oder Stückzahl gemessen, sondern in Prozessstabilität und
Wiederholgenauigkeit – entscheidend für eine prozessorientierte Serien- und
Kundenfertigung.
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„Unsere Planung ist nicht starr, sondern
dynamisch“
Besonders prägend
im ausgezeichneten Produktionssystem ist der Bereich „Customer Order
Fulfillment“. Diese organisatorische Schnittstelle bündelt Kundenkommunikation,
Vertrieb, Logistik, Beschaffung und Produktion an einem Punkt – mit dem Ziel,
Termintreue und Flexibilität zu synchronisieren. „Unsere Planung ist nicht
starr, sondern dynamisch. Wenn ein Termin kippt, wird das offen angesprochen.
Nicht, um Schuldige zu finden, sondern um Lösungen zu ermöglichen“, erklärt
Töws. Die zentrale Steuerung sorgt dafür, dass Aufträge realistisch geplant,
flexibel angepasst und zuverlässig ausgeliefert werden können.
Reaktionsfähigkeit ersetzt Komplexität – eine Philosophie, die sich nicht nur
in der Performance, sondern auch im Vertrauen der Kunden widerspiegelt.
Der
Innovationsmotor bei Jacob ist die Belegschaft selbst. Qualifizierung,
Ideenmanagement und Mut zur Verantwortung stehen im Vordergrund. Es geht nicht
um das reine Abarbeiten, sondern um Haltung. „Qualifizierung beginnt mit
Vertrauen. Wir lassen Menschen ausprobieren, Dinge anfassen und eigene Ideen
umsetzen“, betont Töws.
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Eine besonders
inspirierende Geschichte: Ein Mitarbeiter aus der Oberflächentechnik
entwickelte eine Automatisierungslösung mit einem Cobot in einem völlig neuen
Prozessbereich – ohne Robotik-Vorerfahrung, aber mit Neugier und Begeisterung. Formate
wie die „Kickbox“ schaffen den Rahmen dafür: zehn Wochen lang erhalten
Mitarbeitende Zeit und Budget, um eigene Ideen umzusetzen – ohne Vorgaben, aber
mit klarer Zukunftsorientierung.
Hochpräzise Laseranlage bei JACOB: Der automatisierte Zuschnitt komplexer Blechkonturen bildet die Basis für modulare Rohrsysteme mit maximaler Passgenauigkeit – ein Schlüsselelement der hohen Fertigungstiefe am Standort Porta Westfalica.Jacob Group
Nachhaltigkeit bei
Jacob folgt keinem Trend, sondern einem Grundprinzip: Wirkung vor Symbolik.
Dabei steht nicht die schnellste Amortisation im Vordergrund, sondern der
langfristige Nutzen. Bis 2025 konnte der Energieverbrauch am Standort Porta
Westfalica um rund eine Million Kilowattstunden reduziert werden – das
entspricht dem Jahresstromverbrauch von rund 300 Haushalten. „Der gesunde
Menschenverstand bleibt unser Plan A. Wir setzen um, was Sinn ergibt und
notwendig ist und lassen, was nichts bringt“, sagt Töws. Kreislaufwirtschaft,
alternative Rohstoffe und sensorische Lösungen zur Zustandsüberwachung der
Produkte während der Nutzung sind bereits Teil der Produktionsstrategie –
ebenso wie der Rückbau der Produkte mit anschließender Wiederverwertung durch
Upcycling.
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Der nächste Schritt: Verantwortung über den
gesamten Lebenszyklus
Die Zukunft bei
Jacob bedeutet nicht Quantität, sondern mehr Verantwortung über den gesamten
Lebenszyklus hinweg. Das beginnt bei der Planung: Mit Augmented Reality werden
Räume bereits heute in Echtzeit vor Ort geplant, im Bau und in der Montage sorgt
die mobile Bördelmaschine JacBox für flexible Lösungen direkt vor Ort. „Wir
bringen Wertschöpfung dorthin, wo sie gebraucht wird. Nicht irgendwann, sondern
jetzt. Wir denken den Rückbau gleich mit – und entwickeln unsere Systeme
so, dass sie am Ende ihres
Lebenszyklus in neue Anwendungen zurückkehren können“, erklärt Töws. Sensorische
Komponenten liefern künftig relevante Prozessdaten – ein weiterer Baustein auf
dem Weg zur vollständig digitalisierten, flexiblen und nachhaltigen
Produktionskette.
Fakten zu Jakob und dem GEO-Award
1. Warum wurde die Jacob Group mit dem GEO Award ausgezeichnet?
Weil das Werk in Porta Westfalica ein durchgängiges Produktionssystem etabliert hat – mit hoher Fertigungstiefe, Eigenautomation, End-to-End-Prozessen und nachhaltiger Ausrichtung.
2. Was ist das Besondere an der Fertigungstiefe bei JACOB?
Alle Prozessschritte – vom Zuschnitt bis zur Montage – bleiben im eigenen Haus. Das ermöglicht extreme Flexibilität, Tempo und individuelle Kundenlösungen in Echtzeit.
3. Wie entwickelt Jacob Automatisierungslösungen?
Automation entsteht direkt im Shopfloor: Mitarbeitende entwickeln praxisnahe Lösungen selbst – etwa mit Cobots, KI-Schweißnahtverfolgung oder individueller Software.
4. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Jacob?
Nachhaltigkeit ist unternehmerisches Prinzip, kein Trend. Energieeinsparung, Upcycling, alternative Rohstoffe und sensorbasierte Zustandsüberwachung sind fest in die Produktion integriert.
5. Wie treibt Jacob Innovation im Unternehmen voran?
Durch gezielte Formate wie die „Kickbox“ können Mitarbeitende eigene Ideen realisieren.