P-8A Poseidon bei Lufthansa Technik

Lufthansa Technik wartet P-8A Poseidon der Marine

Die P-8A Poseidon der Deutschen Marine wird erstmals planmäßig in Hamburg instand gehalten. Für Lufthansa Technik markiert das einen neuen Schritt.

Was bedeutet die P-8A Poseidon für Marine und Industrie? Lufthansa Technik Defense startet in Hamburg die ersten planmäßigen Checks.

Summary: Die Deutsche Marine hat ihre neuen P-8A Poseidon erstmals für planmäßige Instandhaltungen an Lufthansa Technik Defense in Hamburg übergeben. Dort laufen erste 90- und 180-Tage-Checks an den Seefernaufklärern, die als hochmoderne U-Boot-Jäger eingesetzt werden. Das Projekt steht für die engere Zusammenarbeit von Marine, Boeing, Lufthansa Technik und weiteren Industriepartnern und soll die Einsatzbereitschaft der deutschen Poseidon-Flotte stärken.

Die Deutsche Marine hat ihre neuen Seefernaufklärer des Typs Boeing P-8A Poseidon erstmals für planmäßige Instandhaltungen an Lufthansa Technik Defense in Hamburg übergeben. Das Erreichen dieses Meilensteins wurde kürzlich in einer Feierstunde im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg sowie des Kommandeurs der Marineflieger gewürdigt.

Für Lufthansa Technik ist der Beginn der Arbeiten von besonderer Bedeutung. Das Unternehmen führt erstmals Arbeiten an potenziell waffentragenden Luftfahrzeugen durch. Die ersten Checks an den hochmodernen U-Boot-Jägern markieren damit eine neue Phase für Lufthansa Technik.

Warum die P-8A Poseidon für die Marine wichtig ist

Die P-8A Poseidon gilt für die Deutsche Marine als zentrales System zur maritimen Überwachung und U-Boot-Aufklärung. Kapitän zur See Broder Nielsen, Kommandeur der Marineflieger, betonte die sicherheitspolitische Bedeutung der Flotte: „Die Marineflieger sind von strategischer Bedeutung für unsere Sicherheit. Sie stehen für die Fähigkeit, große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und – wenn nötig – zu bekämpfen. Mit der P-8A Poseidon verfügen wir endlich wieder über so einen weitreichenden, vernetzten und hochmodernen U-Boot-Jäger aus der Luft.“

Modernisierung ist sicherheitspolitische Notwendigkeit

Broder Nielsen ordnete zugleich den größeren sicherheitspolitischen Zusammenhang ein: „Diese Modernisierung ist eine sicherheitspolitische Notwendigkeit und gut investiertes Geld in unsere Handlungs- und Bündnisfähigkeit. Wir brauchen aber auch industrielle Resilienz, belastbare logistische Ketten und in allen Bereichen hohes Tempo. Dazu gehören Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und aus eigener Überzeugung einen Beitrag zur Gesamtverteidigung unseres Landes leisten.“

Welche Rolle Hamburg spielt

Hamburg wird in dem Projekt zu einem wichtigen industriellen Standort. Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Lufthansa Technik, Boeing und der Deutschen Marine hervor: „Hamburg ist ein starker Luftfahrtstandort und kann die Kompetenz seiner Unternehmen auch im militärischen Bereich einbringen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Lufthansa Technik mit Boeing und der Deutschen Marine im Bereich der Wartung und Reparatur der neuen P-8 Poseidon Seefernaufklärer. Es ist wichtig, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter Beteiligung deutscher Unternehmen erfolgt und damit positive Wertschöpfungseffekte für unsere Wirtschaft erzielt werden. Ich freue mich, dass das P-8 Poseidon-Projekt mit Beteiligung der Lufthansa Technik in Hamburg zustande gekommen ist und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg.“

Lufthansa Technik kann auch „Marine“

Auch aus Sicht des Beschaffungsamts der Bundeswehr ist der Start geglückt. Stefan Rauscher, verantwortlicher Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), erklärte: „Mit den beiden ersten erfolgreich durchgeführten Checks an einer P-8A hat Lufthansa Technik bewiesen, dass das Unternehmen auch ‚Marine‘ kann.“ Daran anschließend betonte er: „Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen.“

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Die Arbeiten haben Signalwirkung für Lufthansa Technik

Dr. Janna Schumacher, Chief Human Resources Officer der Lufthansa Technik und im Vorstand verantwortlich für den Geschäftsbereich Original Equipment and Special Aircraft Services, erklärte: „Militärisch registrierte Flugzeuge sind in unseren Hangars schon lange keine Seltenheit mehr, und trotzdem stellen die ersten Poseidon-Checks ein Novum für uns dar – erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen.“ Zudem verdeutlichte sie den Beitrag zur Einsatzfähigkeit: „Gemeinsam mit der Marine stärken wir nachhaltig die Einsatzbereitschaft der deutschen Poseidon-Flotte und leisten einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Zeitenwende – indem wir diejenigen unterstützen, die unsere Werte jeden Tag verteidigen.“

Was bei den ersten P-8A-Poseidon-Checks passiert

Die Poseidon beim 90-Tage-Check auf der Hamburger Lufthansa-Technik-Basis.

Bereits Mitte März war die zweite an die Marine ausgelieferte Poseidon mit dem taktischen Kennzeichen 63+02 für einen 90-Tage-Check auf der Hamburger Lufthansa-Technik-Basis eingetroffen. Aktuell durchläuft das erste Exemplar der Marine, 63+01, seinen ersten 180-Tage-Check. Bei diesen frühen Instandhaltungsereignissen fallen vergleichsweise kleine Arbeitspakete an. Dazu gehören verschiedene Sichtkontrollen, das Schmieren von Fahrwerkskomponenten sowie spezielle Flugzeug- und Triebwerkswäschen. Diese Arbeiten sind auf das Einsatzprofil der Poseidon abgestimmt, die regelmäßig in salzhaltiger Luft auf niedrigen Flughöhen über dem Meer eingesetzt wird.

Umfangreicher Vertrag rund um die P-8A Poseidon

Im November hatte Lufthansa Technik Defense mit Boeing einen umfangreichen Vertrag abgeschlossen, der zahlreiche Instandhaltungsleistungen an der Poseidon-Flotte der Deutschen Marine umfasst. Das Leistungsspektrum geht dabei deutlich über die klassischen Flugzeug-Checks hinaus. Zum Vertragsumfang zählen unter anderem die Komponentenversorgung, eine kontinuierliche Triebwerks-Zustandsüberwachung, das Betriebsmanagement sowie Schulungen für technisches Personal. Hinzu kommt, dass Lufthansa Technik jahrzehntelange Erfahrung mit der Boeing 737 mitbringt. Auf diesem Flugzeugtyp basiert auch die militärische P-8A Poseidon.

Wie sich die Poseidon-Flotte entwickelt

Deutschland hatte im Juni 2021 zunächst fünf P-8A bestellt. Im Jahr 2023 kamen drei weitere Flugzeuge hinzu. Damit wird die Flotte der Deutschen Marine künftig auf insgesamt acht Maschinen anwachsen. Aktuell stehen bereits drei davon im Dienst. Neben Boeing und Lufthansa Technik gehört auch ESG Elektroniksystem- und Logistik, mittlerweile Teil der Hensoldt Unternehmensgruppe, zum deutschen Industrieteam. Dieses Team soll für eine maximale Einsatzbereitschaft der deutschen Marinemissionen sorgen. Weltweit sind mehr als 200 Boeing P-8 in neun Ländern im Dienst oder bestellt. Dazu zählen die Vereinigten Staaten von Amerika, Australien, Indien, Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, Republik Korea, Deutschland und Kanada.

Quelle: Lufthansa Technik

FAQ zur P-8A Poseidon

1. Was ist die P-8A Poseidon? 

Die P-8A Poseidon ist ein Seefernaufklärer und U-Boot-Jäger der Deutschen Marine auf Basis der Boeing 737.

2. Warum wird die P-8A Poseidon in Hamburg gewartet? 

Lufthansa Technik Defense übernimmt dort planmäßige Instandhaltungen für die deutsche Poseidon-Flotte.

3. Welche Arbeiten umfasst die P-8A Poseidon-Instandhaltung?

Zu den ersten Arbeiten zählen Sichtkontrollen, das Schmieren von Fahrwerkskomponenten sowie Flugzeug- und Triebwerkswäschen.

4. Wie viele P-8A Poseidon erhält Deutschland?

Deutschland hat insgesamt acht Flugzeuge des Typs bestellt, von denen aktuell drei im Dienst stehen.

5. Wer gehört zum Industrieteam für die P-8A Poseidon? 

Zum Team zählen Boeing, Lufthansa Technik und die ESG Elektroniksystem- und Logistik als Teil der Hensoldt Unternehmensgruppe.

6. Wann starteten die ersten P-8A Poseidon-Checks?

Mitte März traf die zweite ausgelieferte Poseidon für einen 90-Tage-Check in Hamburg ein, aktuell läuft zudem der erste 180-Tage-Check des ersten Exemplars.

7. Warum ist die P-8A Poseidon für Lufthansa Technik ein Novum? 

Erstmals arbeitet das Unternehmen an potenziell waffentragenden Luftfahrzeugen und erweitert damit sein Tätigkeitsspektrum im militärischen Bereich.