Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts zeigt im Juli eine leichte Erholung. Trotz verbesserter Aussichten bleibt der Arbeitsmarkt von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt.
Die Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibt bedenklich. Experten beobachten aber eine leichte Stabilisierung.Symbolbild - KI-generiert
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Summary: Das Ifo-Institut meldet für Juli eine leichte Verbesserung des Beschäftigungsbarometers. Während sich die Lage in Handel und Dienstleistungen etwas aufhellt, bleibt der Stellenabbau in der Industrie das dominierende Thema. Nach Einschätzung der Wirtschaftsforscher fehlt weiterhin die wirtschaftliche Dynamik für eine nachhaltige Trendwende.
Warum verbessert sich das Beschäftigungsbarometer?
Die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt haben sich im Juli leicht verbessert. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts stieg um 0,8 Punkte auf 93. Damit fällt der Ausblick weniger pessimistisch aus als in den Vormonaten.
„Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich etwas, bleibt aber in schwierigem Fahrwasser“, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. „Für eine Trendwende braucht es noch mehr wirtschaftliche Dynamik.“
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Wie aus der Mitteilung des Ifo-Instituts hervorgeht, war das Beschäftigungsbarometer im April noch auf ein Mehrjahrestief gefallen. Inzwischen bewegt sich der Wert wieder auf einem ähnlichen Niveau wie über weite Teile der vergangenen eineinhalb Jahre.
Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sieht den Arbeitsmarkt weiterhin in einer schwierigen Lage. Das Arbeitsmarktbarometer sank im Juli um 0,2 Punkte auf 99,4 Punkte. Ein Wert von 100 Punkten steht für eine neutrale Entwicklung.
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„Die Arbeitslosigkeit steigt seit vier Jahren, aber lange gab es trotzdem noch einen positiven Beschäftigungsausblick“, sagte IAB-Forscher Enzo Weber. „Angesichts von Wirtschaftskrise und demografischer Schrumpfung reicht es dafür mittlerweile nicht mehr.“
Zusätzliche Belastungen ergeben sich laut Weber durch die jüngste Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen höheren Ölpreise.
Warum bleibt die Industrie das Sorgenkind?
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Die leichte Verbesserung beim Beschäftigungsbarometer zeigt sich nicht in allen Wirtschaftsbereichen. Besonders die Industrie plant weiterhin einen deutlichen Stellenabbau.
Dort liegt der Anteil der Unternehmen, die Personal abbauen wollen, um 18,5 Prozentpunkte über dem Anteil der Unternehmen, die zusätzliche Beschäftigte einstellen möchten. Damit weist die Industrie den schlechtesten Saldo aller betrachteten Branchen auf.
Vom Ifo heißt es dazu: „Nahezu alle Branchen planen mit weniger Personal. Eine positive Ausnahme sind die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen, die ihre Beschäftigung ausweiten wollen.“
Wie entwickeln sich Handel, Dienstleistungen und Bau?
Im Handel bleiben die Aussichten mit einem Saldo von minus 15 Punkten zwar negativ, dennoch hat sich das Beschäftigungsbarometer gegenüber dem Vormonat verbessert.
Auch die Dienstleistungsunternehmen bewerten ihre Beschäftigungspläne etwas positiver. Mit einem Saldo von minus 2,6 Punkten bleibt jedoch weiterhin eine leichte Tendenz zum Stellenabbau bestehen.
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„Besonders zurückhaltend sind die Unternehmen im Gastgewerbe. Einen Beschäftigungsaufbau planen dagegen die Rechts- und Steuerberatungen“, teilt das Ifo mit.
Am Bau zeigt sich dagegen kaum Veränderung. „Einstellungen und Entlassungen halten sich hier weiterhin weitgehend die Waage. Die Unternehmen wollen ihren Personalbestand somit in etwa konstant halten“, heißt es vom Ifo. Der Saldo liegt in diesem Bereich bei minus 1,1 Punkten.
• Was zeigt das Beschäftigungsbarometer? – Das Beschäftigungsbarometer bildet die Beschäftigungspläne der Unternehmen ab und zeigt die erwartete Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
• Warum steigt das Beschäftigungsbarometer im Juli? – Das Ifo-Institut beobachtet eine leichte Stabilisierung der Beschäftigungserwartungen, sieht jedoch weiterhin keine Trendwende.
• Warum entwickelt sich das Beschäftigungsbarometer in der Industrie schwächer? – In der Industrie planen deutlich mehr Unternehmen einen Personalabbau als Neueinstellungen.
• Welche Branchen schneiden beim Beschäftigungsbarometer besser ab? – Dienstleistungen und Handel verbessern sich leicht. Positive Beschäftigungspläne melden außerdem Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie Rechts- und Steuerberatungen.
• Welche Faktoren belasten das Beschäftigungsbarometer? – Nach Angaben des IAB wirken Wirtschaftskrise, demografische Schrumpfung sowie die Eskalation im Nahen Osten mit steigenden Ölpreisen belastend.