Composite-Technologie für Streitkräfte

Composite-Technologie stärkt Militärfahrzeuge

Composite-Technologie soll militärische Fahrzeuge, Infrastruktur und maritime Plattformen flexibel schützen. CFK-Systeme ermöglichen Nachrüstungen, ohne Beweglichkeit, Sensorik oder Reichweite wesentlich einzuschränken.

Gemeinsam mit Liebherr entwickelte Hintsteiner ein flexibles Schutzkonzept für Standard-Nutzfahrzeuge. Es kommt ohne aufwendige Umbauten aus, lässt sich transportieren und je nach Bedarf montieren oder demontieren.

Summary: Die österreichische Hintsteiner Group entwickelt modulare CFK-Schutzsysteme für militärische und sicherheitsrelevante Plattformen. Die Lösungen lassen sich kurzfristig nachrüsten, erfüllen militärische Standards und sollen Gewicht reduzieren. Zugleich gewinnen verfügbare Ersatzteile und belastbare Lieferketten für die Einsatzbereitschaft an Bedeutung.

Kostengünstige FPV-Drohnen können gepanzerte Fahrzeuge, Nachschublinien und kritische Infrastruktur angreifen. Streitkräfte investieren deshalb verstärkt in Aufklärung, vernetzte Systeme und moderne Schutzkonzepte. Diese dürfen Sensorik, Beweglichkeit und Reichweite militärischer Fahrzeuge möglichst nicht beeinträchtigen.

Modulare Add-on-Lösungen ermöglichen eine missionsspezifische Nachrüstung. Führungsfahrzeuge, Logistikfahrzeuge oder exponierte Bereiche maritimer Einheiten können gezielt mit zusätzlichem Schutz ausgestattet werden. Carbon-Leichtbautechnologien erhöhen dabei das Schutzniveau, ohne tief in tragende Strukturen einzugreifen.

Vom Motorsport in die Verteidigungsindustrie

Carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) kam Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre in der Formel 1 zum Einsatz. Die Hintsteiner Group treibt die Entwicklung des Werkstoffs seit 1981 voran. CFK verbindet geringes Gewicht mit hoher Zugfestigkeit und mechanischer Belastbarkeit. Mitte der 2000er-Jahre übertrug das Unternehmen seine Composite-Kompetenz auf die Verteidigungsindustrie. Seit 2008 entstanden unter anderem Luftführungen, Innenraumkomponenten und Spezialbauteile. Später folgten Entwicklungs- und Fertigungsprojekte für Kunden wie Rheinmetall, General Dynamics oder MBDA einschließlich Zulassungsverfahren.

Welche Standards erfüllt Hi2Protect?

Modulare Composite-Technologie für bestehende Fahrzeugplattformen.

Mit dem Add-on-Schutz Hi2Protect bietet Hintsteiner eine modulare Composite-Technologie für bestehende Fahrzeugplattformen. Die CFK-Strukturen ermöglichen gegenüber Stahl eine Gewichtseinsparung von bis zu 70 Prozent und verfügen über eine fünffach höhere Festigkeit. Dadurch entstehen Spielräume für zusätzliche Nutzlast, Reichweite oder Sensorik. Das System durchlief standardisierte NATO-Materialtests und entspricht dem ballistischen Standard Stanag 4569 bis Level 2. Hinzu kommen Prüfungen bei Temperaturen von -40 °C bis +75 °C sowie Tests zur Korrosions- und Witterungsbeständigkeit.

Ersatzteilversorgung wird zum Engpass
der Wehrhaftigkeit

Neben neuen Systemen rücken Wartung, Nachrüstung und Ersatzteilversorgung in den Fokus. Laut einem Szenario der Strategieberatung „Strategy&“ könnte bis 2035 eine Lücke von 117 Milliarden Euro zwischen Angebot und Nachfrage entstehen. Lange Lieferzeiten schwächen die Einsatzbereitschaft bestehender Plattformen. In der Branche beträgt die Bereitstellung bestimmter Ersatzteile häufig eineinhalb bis zwei Jahre. Hintsteiner hat Ersatzteile wie Lenkräder für gepanzerte Fahrzeuge innerhalb weniger Wochen geliefert.

CNC-Fertigung und Lagerlogistik stärken den One-Stop-Shop

Neue CNC-Fräsmaschinen sollen die Fertigung komplexer Composite-Strukturen in größeren Stückzahlen beschleunigen. Parallel wird die Lagerlogistik für zugelassene Kabel, Stecker und Verschleißteile ausgebaut. Damit verbindet das Unternehmen Fertigung, Nachrüstung und Ersatzteilversorgung in einem One-Stop-Shop.

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Belastbare Lieferketten stärken Europas Wehrhaftigkeit

Belastbare industrielle Lieferketten werden zu einem zentralen Faktor europäischer Wehrhaftigkeit. Entscheidend sind nicht nur neue Plattformen, sondern auch verfügbare Komponenten und die kurzfristige Anpassung bestehender Systeme an veränderte Bedrohungslagen.

Quelle: Mit Material von Hintsteiner

FAQ: Composite-Technologie für Streitkräfte

1. Welche Vorteile bietet Composite-Technologie?

Sie verbindet geringes Gewicht mit hoher Festigkeit und ermöglicht modulare Nachrüstungen.

2. Welchen Standard erfüllt die Composite-Technologie Hi2Protect? 

Das System entspricht Stanag 4569 bis Level 2.

3. Wie viel Gewicht spart die Composite-Technologie?

Gegenüber Stahl sind Einsparungen von bis zu 70 Prozent möglich.

4. Warum sind Lieferketten für Composite-Technologie wichtig? 

Verfügbare Ersatzteile und kurze Lieferzeiten sichern Wartung, Nachrüstung und Einsatzbereitschaft.

5. Welche Rolle spielen Lieferketten für die Composite-Technologie? 

Belastbare Lieferketten und schnell verfügbare Ersatzteile ermöglichen die kurzfristige Nachrüstung bestehender Plattformen und tragen zur Einsatzbereitschaft militärischer Systeme bei.