Munition: Rheinmetall investiert 350 Millionen Euro in Pulverwerk Aschau
Rheinmetall baut seine Munitionsproduktion massiv aus: Am Standort Aschau am Inn entsteht eine der größten und modernsten Pulverfabriken Europas. Das Unternehmen investiert dort 350 Millionen Euro und will die Kapazitäten bis 2028 auf mehr als eine Million Treibladungsmodule pro Jahr steigern.
Grundsteinlegung der Pulverfabrik von Rheinmetall in Aschau am Inn (v.li.): Dr. Nils Schmid (Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung), Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger, Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Dr. Hubert Aiwanger (Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie).Rheinmetall
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Summary: Mit einer Investition von 350 Millionen Euro erweitert Rheinmetall seine Tochter Nitrochemie Aschau zur größten Pulverfabrik Europas. Die Produktionskapazität für Treibladungspulver und modulare Treibladungen wird mehr als verdoppelt. Das Werk soll einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung von Bundeswehr, NATO und europäischen Partnern leisten.
Warum erweitert Rheinmetall das Pulverwerk in Aschau?
Rheinmetall baut seine Produktionskapazitäten für Munition im Rahmen des Projekts "Firepower" weiter aus. Am traditionsreichen Standort Aschau am Inn entsteht bei der Tochtergesellschaft Nitrochemie eine der größten und modernsten Pulverfabriken Europas, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht.
Dafür wird die Werksfläche von rund 90 auf 110 Hektar erweitert. Rheinmetall investiert mehrere hundert Millionen EUR in den Ausbau. Die Belegschaft, die seit 2022 bereits um rund 80 % auf über 800 Beschäftigte gewachsen ist, soll um mehrere hundert weitere Arbeitsplätze auf künftig rund 1.400 Mitarbeitende anwachsen.
Der Standort produziert derzeit rund 1.700 Tonnen Treibladungspulver sowie etwa 300.000 modulare Treibladungsmodule pro Jahr im Schichtbetrieb rund um die Uhr.
Innerhalb der kommenden 24 Monate soll sich die Produktion mehr als verdoppeln. Geplant sind zusätzlich bis zu 2.500 Tonnen Pulver, mehr als 5 Millionen verbrennbare Formteile sowie über eine Million modulare Treibladungsmodule jährlich. Die gesamte Wertschöpfungskette für modulare Treibladungen soll dabei an einem Standort erfolgen. Der Produktionsanlauf der neuen Anlagen ist ab 2027 vorgesehen, die maximale Fertigungskapazität soll 2028 erreicht werden.
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Welche Bedeutung hat das Projekt Firepower?
Mit dem Projekt "Firepower" reagiert Rheinmetall nach eigenen Angaben auf die gestiegene Nachfrage nach Munition. Bis 2030 soll die konzernweite Produktionskapazität für Treibladungspulver auf 20.000 Tonnen jährlich wachsen. Mehr als ein Fünftel davon – 4.200 Tonnen – soll künftig aus Aschau stammen.
Insgesamt investiert Rheinmetall rund 650 MioEUR in die Herstellung von Treibladungspulver und energetischen Vorprodukten. Davon entfallen 350 MioEUR auf den Standort Aschau. Neben Aschau beteiligen sich auch die Werke in Wimmis (Schweiz), Murcia und Burgos (Spanien) am Kapazitätsausbau.
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Stimmen zur Grundsteinlegung
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte: „Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit sind die Voraussetzung für Freiheit: Die Grundsteinlegung zur Werkserweiterung der Rheinmetall-Tochter Nitrochemie in Aschau am Inn ist ein guter Tag für die Sicherheit.“
Weiter sagte er: „Rheinmetall investiert 500 Mio. € in die größte und modernste Pulverfabrik Europas. Das trägt entscheidend zu Resilienz und Autonomie im Verteidigungsbereich bei und schafft 500 neue, sichere Arbeitsplätze in der Region. Davon profitieren Deutschland, die EU und die NATO. Denn: Nur wer sich verteidigen kann, wird nicht angegriffen."
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Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Dr. Nils Schmid, erklärte: „Mit der neuen Anlage hier in Aschau wird auf den akuten Munitionsbedarf in Deutschland und in Europa reagiert. Die zusätzliche Produktionskapazität sorgt insgesamt für eine gesteigerte Souveränität in Deutschland und Europa."
Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger betonte: „Rheinmetall ist seit seiner Gründung ein Kompetenzzentrum für Waffen- und Munitionssysteme. Wir decken als einer der wenigen Hersteller in der Munitionsfertigung die komplette Wertschöpfungskette ab – von der Treibladung über den Primer und den Zünder, die Geschosshülle bis zur Sprengladung bzw. der Wirkladung. Keine dieser Komponenten darf zum Engpass werden. Gerade beim Pulver, welches weltweit nur wenige Hersteller produzieren, ist Autarkie entscheidend. Der Standort Aschau wird somit entscheidend zur nationalen Souveränität und glaubhaften Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas beitragen.“
Warum erweitert Rheinmetall den Standort Aschau? - Um die Produktionskapazitäten für Treibladungspulver und modulare Treibladungen angesichts des steigenden Munitionsbedarfs in Europa deutlich zu erhöhen.
Wie hoch ist die Investition in Aschau? - Rheinmetall investiert nach Unternehmensangaben rund 350 Millionen Euro in den Ausbau des Standorts.
Welche Produktionskapazität wird erreicht? - Bis 2028 sollen jährlich bis zu 4.200 Tonnen Treibladungspulver sowie über eine Million modulare Treibladungen hergestellt werden.
Wie viele Arbeitsplätze entstehen? - Die Belegschaft soll von derzeit über 800 auf rund 1.400 Beschäftigte wachsen.
Welche Bedeutung hat das Werk für Rheinmetall? - Aschau wird zu einem zentralen Produktionsstandort innerhalb des Rheinmetall-Projekts "Firepower" und soll einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung von Bundeswehr, NATO und europäischen Partnern mit Treibladungskomponenten leisten.