Rheinmetall liefert ersten Lynx-XM30-Panzer an die U.S. Army
Der Lynx XM30 erreicht die nächste Phase: American Rheinmetall hat den ersten von acht Panzer-Prototypen an die U.S. Army geliefert. Nun beginnen Entwicklungs- und Leistungsprüfungen.
Gefechtsgewicht: ca. 35 bis 38 Tonnen (KF31) / 44 bis 50 Tonnen (KF41, je nach Modul und Schutzklasse)
Abmessungen KF41: Länge ca. 7,7 Meter, Breite ca. 3,6 Meter, Höhe ca. 3,3 Meter
Besatzung: 3 (Fahrer, Kommandant, Richtschütze) plus bis zu 6 (KF31) beziehungsweise 8 bis 9 Infanteristen (KF41)
Antrieb und Leistung Motor: Liebherr 6-Zylinder-Turbodiesel Leistung: 750 PS / 563 kW (KF31) beziehungsweise bis zu 1.140 bis 1.200 PS / 850 kW (KF41)
Höchstgeschwindigkeit: ca. 65 bis 70 km/h auf der Straße Reichweite: ca. 500 Kilometer
Hauptwaffe (Lance-Turm): 30-mm- oder 35-mm-Maschinenkanone für AHEAD-Munition
Sekundärbewaffnung: Koaxiales Maschinengewehr (7,62 mm) plus optional integrierter Starter für Panzerabwehrlenkflugkörper
Schutz: Modulare Panzerung gegen IEDs, Minen und direkten Beschuss sowie optionales aktives Schutzsystem
Besonderheit: Hochmodulare Bauweise für den schnellen Tausch von Missionsmodulen
American Rheinmetall hat den ersten von insgesamt acht Prototypen des Kampffahrzeugs Lynx XM30 an die U.S. Army ausgeliefert. Wie das Unternehmen mitteilt, markiert die Übergabe einen wichtigen Schritt im Ausschreibungsverfahren für die Ablösung des Schützenpanzers M2 Bradley.
Der erste Prototyp soll unmittelbar den von der US-Regierung geleiteten Entwicklungs- und Leistungsprüfungen zugeführt werden. Die Bewertung ist Bestandteil der Phasen 3/4 des Engineering and Manufacturing Development (EMD)-Vertrags im Wert von rund 764 Millionen USD. Der Vertrag umfasst die digitale Konstruktion, den physischen Prototypenbau sowie die Validierung des Gesamtsystems.
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„Die Auslieferung unseres ersten Prototyps an die U.S. Army ist ein wichtiger Schritt, da das XM30-Kampffahrzeugprogramm nun in eine Phase eintritt, in der das System stärker in den Fokus rückt“, sagte Matt Warnick, CEO von American Rheinmetall. „Das Team Lynx hat nun die Gelegenheit, der Armee zu zeigen, dass wir das Versprechen eines modernen Nachfolgemodells für den Bradley einlösen können.“
Lynx XM30 geht in parallele Bewertung
Die verbleibenden sieben Prototypen will American Rheinmetall im Laufe dieses Jahres ausliefern. Sie sind für die Einsatzausbildung vorgesehen. Parallel dazu laufen technische Bewertungen im Rahmen der Initiative „Transformation in Contact“ (TiC) 2.0 der U.S. Army.
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Die Modernisierungsmaßnahme soll moderne Technologien zügig prototypisieren, testen und direkt bei Einheiten im Einsatz und in der Ausbildung einführen. Sobald die Fahrzeuge die ersten militärischen Sicherheitsprüfungen bestanden haben, sollen Soldaten mit aktiven Manövern im Feld beginnen. Die Ausbildungsphase soll schließlich in groß angelegten Gefechtssimulationen münden.
„Die Umsetzung eines parallelen Bewertungszeitplans erfordert ein Maß an industrieller Agilität, für das das Team Lynx geschaffen wurde“, so Warnick. „Wir beweisen, dass die US-amerikanische verteidigungsindustrielle Basis mit der Geschwindigkeit operativer Relevanz agieren kann und traditionelle Entwicklungszeitpläne um Jahre verkürzt, um den Soldaten die benötigten Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.“
Wie ist die Produktion des Lynx XM30 organisiert?
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Hinter den Prototypen steht nach Angaben von American Rheinmetall eine koordinierte Produktionskette über mehrere US-Bundesstaaten hinweg. Die Präzisionsfertigung der Geschütztürme beginnt in Plymouth im Bundesstaat Michigan. Anschließend werden die Subsysteme nach Slidell in Louisiana transportiert, wo die endgültige Integration in Struktur und Fahrgestell erfolgt.
Danach absolvieren die Fahrzeuge umfassende Erprobungsfahrten zur Überprüfung der mechanischen Einsatzbereitschaft. Für Endlackierung und Endbearbeitung geht es anschließend zurück nach Louisiana. Die Verzahnung der verschiedenen Standorte soll eine durchgängige Qualitätskontrolle sicherstellen.
Den Abschluss bildet eine gemeinsame Inspektion mit der Defense Contract Management Agency (DCMA), bevor die offizielle Abnahme durch die Regierung erfolgt.
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Lynx XM30 mit offener Architektur
Der Lynx XM30 wurde für Einsatzbedingungen konzipiert, in denen Drohnen, Präzisionswaffen und elektronische Kriegsführung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Plattform verfügt über einen modularen Aufbau und eine adaptive, offene Architektur. Damit soll eine schnelle Integration von Technologien über die gesamte Nutzungsphase ermöglicht werden.
Zu den technischen Merkmalen zählt laut Mitteilung ein hybrid-elektrischer Antriebsstrang. Dieser soll die Energieerzeugung optimieren und eine hohe Mobilität auf dem Gefechtsfeld ermöglichen. Darüber hinaus beschreibt American Rheinmetall den Lynx XM30 als digital integriertes Kampfsystem mit sicherer Echtzeit-Konnektivität.
American Rheinmetall mit Sitz in Auburn Hills, Michigan, fungiert als Hauptauftragnehmer und führt das Industriekonsortium „Team Lynx“. Daran beteiligt sind Textron Systems, Raytheon, L3Harris Technologies, Allison Transmission und Anduril Industries.
Unterstützt wird das Konsortium nach Angaben des Unternehmens von einem wachsenden Netzwerk US-amerikanischer Zulieferer. Fertigung, Montage, Erprobung und Inspektion der Prototypen sind damit auf mehrere Standorte und Industriepartner verteilt.
• Was ist der Lynx XM30? – Der Lynx XM30 ist ein Kampffahrzeug, mit dem American Rheinmetall am Ausschreibungsverfahren zur Ablösung des M2 Bradley teilnimmt.
• Wie viele Lynx-XM30-Prototypen werden ausgeliefert? – Insgesamt sind acht Prototypen vorgesehen. Das erste Fahrzeug wurde bereits an die U.S. Army übergeben, sieben weitere sollen im Laufe des Jahres folgen.
• Wie wird der Lynx XM30 erprobt? – Der erste Prototyp durchläuft Entwicklungs- und Leistungsprüfungen. Weitere Fahrzeuge sollen parallel für die Einsatzausbildung und Bewertungen im Rahmen von „Transformation in Contact“ 2.0 genutzt werden.
• Welche Technik zeichnet den Lynx XM30 aus? – Genannt werden ein modularer Aufbau, eine adaptive offene Architektur, ein hybrid-elektrischer Antriebsstrang und sichere Echtzeit-Konnektivität.
• Wer produziert den Lynx XM30? – American Rheinmetall führt als Hauptauftragnehmer das „Team Lynx“ mit Textron Systems, Raytheon, L3Harris Technologies, Allison Transmission und Anduril Industries.