Technologie und Stückzahlen

Rüstungsproduktion kann laut Rheinmetall zügig steigen

Die Rüstungsproduktion kann nach Einschätzung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger bei entsprechender Auftragslage schnell hochgefahren werden.

Armin Papperger ist der Chef des Rüstungsriesen Rheinmetall
Trotz wachsender Nachfrage nach Waffen sieht sich die deutsche Rüstungsindustrie laut Rheinmetall -Chef Armin Papperger in der Lage, die Produktion schnell auszuweiten.

Summary: Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat auf der Hannover Messe in Hannover einen schnellen Hochlauf der Rüstungsproduktion in Aussicht gestellt. Das Unternehmen habe die Fertigung von Artilleriemunition seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine bereits massiv ausgebaut und investiere teils vor formalen Aufträgen. Zugleich rücken neue Technologien, sinkende Stückkosten und ein eigener Rüstungsschwerpunkt auf der Messe stärker in den Fokus.

Wie schnell die Rüstungsproduktion steigen kann

Die deutsche Rüstungsindustrie kann ihre Kapazitäten nach Einschätzung von Rheinmetall-Chef Armin Papperger zügig ausweiten. Bei einer Diskussionsrunde auf der Hannover Messe sagte er laut dpa-AFX: "Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin". Wenn die Aufträge vorhanden seien, werde die deutsche Industrie auch liefern können.

Papperger verwies dabei auf Erfahrungen aus dem eigenen Unternehmen. Das habe Rheinmetall nach seinen Worten bereits in der Autozuliefersparte gezeigt. Nun solle ein vergleichbarer Hochlauf auch im Rüstungsbereich gelingen.

Welche Rolle Investitionen bei Rheinmetall spielen

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat Rheinmetall die Fertigung von Artilleriemunition seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine nach Angaben des Konzernchefs mehr als verzehnfacht. "Da geht es um riesige Investitionen", sagte Papperger.

Ein Teil dieser Investitionen sei sogar ohne schriftlichen Auftrag erfolgt. Rheinmetall habe teils "per Handschlag" investiert, der Vertrag sei erst danach gekommen. "Und wenn wir dieses Vertrauen haben, dann kriegen wir auch Geschwindigkeit", sagte Papperger.

Tempo hoch, Preise runter

Mit Blick auf die aktuelle Lage verwies der Rheinmetall-Chef auf Nachholbedarf im konventionellen Bereich. Zu lange habe man sich allein auf die nukleare Abschreckung verlassen, "und im konventionellen Bereich haben wir zu wenig gemacht", sagte er. Nun habe die Branche in kurzer Zeit umlernen müssen.

Zugleich entwickle sich die Waffentechnik rasant weiter. Das gelte etwa für den Einsatz von Drohnen. Darauf müsse die Branche schnell reagieren und Technologien zügig weiterentwickeln.

Bei den Preisen zeigte sich Papperger optimistisch. "Ich glaube, dass die Preise runtergehen." Mit zusätzlichen Aufträgen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern werde das Volumen steigen, wodurch die Kosten sinken könnten. Bei der Artilleriemunition sei diese Entwicklung nach seinen Worten bereits zu beobachten. Dank großer Stückzahlen sei sie heute günstiger als noch vor fünf oder sechs Jahren.

Warum die Hannover Messe die Rüstungsproduktion stärker zeigt

Die Hannover Messe rückt das Thema Rüstung in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt in den Vordergrund. Im Defense Production Park präsentieren rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern Lösungen für den schnellen Hochlauf der Rüstungsproduktion.

Rheinmetall zeigt dort unter anderem, wie sich Fahrzeuge auch aus großer Entfernung fernsteuern lassen. Am Messestand in Hannover wurde dafür ein Fahrstand als Kontrollzentrum aufgebaut. Von dort aus wird in Echtzeit ein Fahrzeug am Firmensitz in Düsseldorf gesteuert.

Bereits am Montag hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius die Messe besucht, wie aus der Meldung hervorgeht. Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich zugleich ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.

Was den Auftritt von Papperger begleitete

Der Auftritt des Rheinmetall-Chefs wurde mehrfach durch Zwischenrufe gestört. Gleich zu Beginn gab es Sprechchöre wie "Nie wieder Krieg" und "Nie wieder Wehrpflicht". Mehrere Störer wurden von Sicherheitskräften aus dem Veranstaltungsbereich getragen.

Damit zeigte sich auf der Hannover Messe auch, dass der wachsende Fokus auf Rüstungsproduktion öffentlich kontrovers begleitet wird.

Mit Material der dpa

FAQ: Rüstungsproduktion

• Warum steht die Rüstungsproduktion bei Rheinmetall derzeit im Fokus? – Rheinmetall sieht wachsende Nachfrage nach Waffen und hält einen schnellen Produktionshochlauf bei entsprechenden Aufträgen für möglich.

• Wie hat sich die Rüstungsproduktion bei Artilleriemunition entwickelt? – Nach Angaben von Armin Papperger hat Rheinmetall die Fertigung seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht.

• Welche Faktoren sollen die Rüstungsproduktion günstiger machen? – Steigende Auftragsvolumina aus Deutschland und anderen europäischen Ländern sollen laut Rheinmetall die Kosten senken.

• Welche Rolle spielt die Hannover Messe für die Rüstungsproduktion? – Die Messe setzt mit dem Defense Production Park erstmals einen eigenen Schwerpunkt auf Lösungen für den schnellen Hochlauf der Rüstungsproduktion.

• Welche Technologie zeigt Rheinmetall für die Rüstungsproduktion in Hannover? – Gezeigt wird unter anderem ein System, mit dem sich Fahrzeuge aus großer Entfernung in Echtzeit fernsteuern lassen.