Bayern: Neues Drohnenlagezentrum

Ziviles Drohnenlagezentrum stärkt KRITIS-Schutz

Das Sicherheitsunternehmen Hensec hat am Tegernsee ein ziviles Drohnenlagezentrum eröffnet. Die permanente, überregionale Luftraumüberwachung erkennt Drohnen frühzeitig und alarmiert Behörden sowie Werkschutz – zum Schutz kritischer Infrastrukturen.

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Das bundesweit tätige Sicherheitsunternehmen Hensec hat am oberbayerischen Tegernsee ein neues ziviles Drohnenlagezentrum in Betrieb genommen. Von dort aus erfolgt eine permanente, überregionale Luftraumüberwachung aller angebundenen Standorte.

Werden Drohnen gesichtet, die Anlass zur Sorge geben, informiert das Lagezentrum frühzeitig die zuständigen Behörden, integrierten Leitstellen oder den verantwortlichen Werkschutz. Entsprechend zuvor definierter Abläufe werden Alarmketten aktiviert, um schnell und koordiniert reagieren zu können. Der neue Service richtet sich in erster Linie an Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) in Bayern. Dazu zählen unter anderem Energie- und Wasserversorgung, Transport- und Verkehrswesen, Gesundheitswesen, Informations- und Telekommunikationstechnik, Finanz- und Versicherungswesen, Lebensmittelversorgung sowie Notfall- und Verwaltungsdienste. 

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Aktuelle Bedrohungslage unterstreicht Handlungsbedarf

„Die Inbetriebnahme eines zivilen Drohnenlagezentrums war angesichts der akuten Drohnengefahr überfällig“, erklärt Hensec-Inhaber Kevin Heneka. „Es ist eine wichtige Maßnahme zur Steigerung der Sicherheit, zur Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen und zum Schutz der Bevölkerung.“ Wie gravierend die Folgen von KRITIS-Ausfällen sein können, zeigte zuletzt ein Anschlag auf die Energieversorgung in Berlin, bei dem rund 100.000 Menschen tagelang ohne Strom waren. Durch neue gesetzliche Vorgaben wie das NIS2-Umsetzungsgesetz wird der Kreis der betroffenen Unternehmen künftig deutlich wachsen.

Offene Systemarchitektur und Vernetzung

Das Drohnen-Monitoringzentrum verfügt über eine offene Datenstruktur. Bereits vorhandene Systeme lassen sich dadurch einfach integrieren, zudem können erfasste Daten standortunabhängig mit anderen Lagezentren ausgetauscht werden. Hensec betont, dass im neuen Drohnenlagezentrum ausschließlich Technologie „made in Germany“ zum Einsatz kommt. Das Luftraumüberwachungssystem arbeitet ohne ausländische Komponenten oder Abhängigkeiten – ein Alleinstellungsmerkmal, das zuletzt auch beim Advanced Air Mobility Forum der Bayerischen Koordinierungsstelle Drohnen positiv hervorstach.

Hohe Resilienz durch redundante Auslegung

Sowohl die Hardware als auch die Arbeitsplätze im Lagezentrum sind redundant ausgelegt, um bei Ausfällen unmittelbar umschalten zu können. Zudem verzichtet Hensec bewusst auf WLAN, Bluetooth oder andere Funktechnologien an den Arbeitsplätzen, um Störungen oder Manipulationen von außen zu vermeiden. Das Lagezentrum am Tegernsee ist eines von drei vergleichbaren Drohnenlagezentren in Deutschland. Im Verbund können Drohnen an besonders sensiblen Standorten wie KRITIS-Einrichtungen und Flughäfen detektiert, identifiziert und bewertet werden. Mit BVLOS-Genehmigung ist im Krisenfall auch der mehrstündige Einsatz eigener Drohnen zur Erstellung von Live-Lagebildern möglich.

Quelle: Hensec Secure Solutions

FAQs zum neuen Drohnenlagezentrum

1. Was ist das Drohnenlagezentrum von Hensec?

Das Drohnenlagezentrum ist eine zivile Leitstelle zur permanenten, überregionalen Überwachung des Luftraums. Es dient der frühzeitigen Detektion, Identifikation und Bewertung von Drohnenbedrohungen.

2. Welche Zielgruppen profitieren vom neuen Angebot?

Primäre Zielgruppe sind Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS). Darüber hinaus können sich auch Industrieunternehmen, Wirtschaftsunternehmen und Behörden an das Lagezentrum anschließen.

3. Wie funktioniert die Alarmierung bei Drohnensichtungen?

Bei sicherheitsrelevanten Drohnensichtungen werden zuständige Behörden, integrierte Leitstellen oder der verantwortliche Werkschutz umgehend informiert. Vordefinierte Alarm- und Eskalationsketten werden automatisch aktiviert.

4. Welche Vorteile bietet die offene Systemarchitektur?

Dank der offenen Datenstruktur lassen sich bestehende Sicherheits- und Überwachungssysteme einfach integrieren. Zudem können die erfassten Daten standortunabhängig mit anderen Lagezentren geteilt werden.

5. Welche Rolle spielt technologische Souveränität?

Das Drohnenlagezentrum arbeitet vollständig mit Technologie „made in Germany“ und ist frei von ausländischen Komponenten oder Abhängigkeiten. Dies erhöht die Sicherheit, Verlässlichkeit und strategische Unabhängigkeit.

6. Wie wird die Resilienz des Lagezentrums sichergestellt?

Hardware, Systeme und Arbeitsplätze sind redundant ausgelegt, sodass bei Ausfällen sofort umgeschaltet werden kann. Zusätzlich verzichtet Hensec bewusst auf Funktechnologien wie WLAN oder Bluetooth an den Arbeitsplätzen.

7. Ist das Lagezentrum Teil eines bundesweiten Netzwerks?

Ja, das Zentrum am Tegernsee ist eines von drei Drohnenlagezentren in Deutschland. Im Verbund können sensible Standorte bundesweit überwacht und im Krisenfall auch eigene Drohnen mit BVLOS-Genehmigung eingesetzt werden.