Im Jahr 2024 übernahm Pascal Leimer die Geschäftsführung des Schweizer Zerspanungsdienstleisters Leiko. Seine erste große Amtshandlung als Chef: Er investierte in ein vollautomatisiertes Fünfachszentrum der Extraklasse – eine Kern Micro Vario.
Peter KlingaufPeterKlingauf
Die Leiko-Firmenchefs Pascal Leimer (links) und Konrad Leimer (rechts) freuen sich gemeinsam mit Stephan Zeller, Gebietsverkaufsleiter von Kern, über die gute Zusammenarbeit und die extrem hohe Zuverlässigkeit der vollautomatisierten Kern Micro Vario.Kern
Anzeige
Summary
Der Schweizer Präzisionsfertiger Leiko SA. investierte 2024 unter der neuen Geschäftsführung von Pascal Leimer in das vollautomatisierte Fünfachs-Bearbeitungszentrum Kern Micro Vario, um höchste Präzision zu erreichen und neue Märkte wie Uhren-, Medizin-, Automobil- und Luftfahrtindustrie zu erschließen. Die Maschine ermöglicht deutlich bessere Toleranzen und Oberflächenqualitäten sowie eine wirtschaftliche Fertigung von Prototypen, Kleinserien und Serien bis etwa 1000 Stück – auch mannlos über Nacht und am Wochenende. Dadurch erweitert das Familienunternehmen sein Portfolio und kann komplexe µm-genaue Bauteile zuverlässig und prozesssicher produzieren.
Im Jahr 2024 übernahm Pascal Leimer die
Geschäftsführung des Schweizer Zerspanungsdienstleisters Leiko. Seine erste
große Amtshandlung als Chef: Er investierte in ein vollautomatisiertes Fünfachszentrum
der Extraklasse – eine Kern Micro Vario. Damit öffnete er dem
Familienunternehmen den Zugang zu bisher ungeahnter, prozesssicherer
Höchstgenauigkeit und erschloss neue Geschäftsfelder in der Uhren-, Medizin-,
Automobil- und Luftfahrtindustrie.
Als gelernter Polymechaniker arbeitet Pascal
Leimer seit 2022 im familieneigenen Kleinbetrieb Leiko SA. in Bettlach. Nahezu
parallel zum Abschluss seines berufsbegleitenden Studiums zum Supply Chain
Manager im Jahr 2024 übertrug ihm sein Vater Konrad Leimer die
Geschäftsführung. Das Unternehmen mit seinen sechs Mitarbeitern produzierte zu
der Zeit vorwiegend Einzelteile für Maschinenbauunternehmen und hochpräzise
Posages für Rundtaktmaschinen – also Spannmittel und Vorrichtungen zur
Großserienfertigung.
Anzeige
Pascal Leimer startete mit einer Vision: „Ich
wollte unbedingt höchstpräzise Bauteile für Uhren und andere besonders
anspruchsvolle Branchen produzieren können. Dazu war die Investition in ein
neues hochgenaues Fräszentrum unumgänglich.“ Konrad Leimer unterstützte seinen
Sohn bei diesem Plan. Nicht zuletzt, weil er sich an die Zeit erinnerte, als er
im Jahr 1990 das Unternehmen von seinem Vater Eduard Leimer übernahm: „Ich
wollte damals unbedingt eine CNC-Maschine, die mein Vater als unnötig abtat. Wir
kauften sie trotzdem, und es war genau die richtige Entscheidung.“
Präzision
und Zuverlässigkeit schaffen Zugang zu Highend-Branchen
Anzeige
Polymechaniker Kevin Riccius schreibt seine Bauteilprogramme und setzt diese anschließend in den Batch-Prozess-Manager der Heidenhain-Steuerung TNC 640. Damit wird die Laufzeit während des automatisierten Fertigungsprozesses deutlich verkürzt.pek
Als typischer Schweizer Fertigungsbetrieb
legt die im Kanton Solothurn
gelegene Leiko SA. schon seit der Gründung im Jahr 1962 großen Wert auf
hohe Präzision und Zuverlässigkeit. Dem Standort entsprechend gehören
Unternehmen aus der im Nachbarkanton Bern ansässigen Uhrenindustrie schon immer
zu den bedeutenden Kunden. Für diese übernahm Leiko zunächst Lehrenbohrarbeiten
und lieferte dann verstärkt Präzisionsbauteile bis hin zu mikrometergenau produzierten
Posages.
Seit Anfang des neuen Jahrtausends gelang es Leiko
zunehmend, mit dem Prototypenbau weitere anspruchsvolle Kunden aus der Medizin-,
Automobil- und Luftfahrtindustrie sowie dem Maschinenbau zu gewinnen. „Hier
zahlen sich insbesondere unsere Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit aus“,
betont Pascal Leimer. Um dies zu gewährleisten, verfügt das Unternehmen über top
qualifizierte und engagierte Facharbeiter und einen immens großen Maschinenpark,
der zahlreiche Fertigungsprozesse abdeckt – von Drei- und Fünfachsfräsen über Erodieren
bis hin zum Schleifen, Honen und Läppen. Auch die Endmontage von Baugruppen
übernimmt das Unternehmen, wenn es der Kunde wünscht.
Aufwändige
Evaluierung mit eindeutigem Ergebnis
Die vorhandenen Stärken ausbauen und durch
neue ergänzen – mit diesen Vorsätzen übernahm Pascal Leimer die Leitung des Familienunternehmens.
Die jüngste Investition in ein neues, vollautomatisiertes und höchstpräzises
Fünfachsfräszentrum ist dabei von zentraler Bedeutung. Entsprechend aufwändig
gestalteten er und seine Mitarbeiter den Evaluierungsprozess.
Anzeige
Fünf Maschinenanbietern kamen in die enge
Auswahl. Mit ihnen führte Pascal Leimers Team intensive Gespräche und ließ
Testbauteile produzieren. Auch durfte er Blicke in einige der heiligen
Fertigungshallen von Luxusuhren-Herstellern werfen. „Eine zu hundertprozentig
zufriedenstellende Lösung konnte ich leider nicht ausmachen“, erzählt der
Geschäftsführer. „Ich wollte mich schon auf eine Kompromisslösung einlassen, als
unser Mitarbeiter Kevin Riccius auf mich zu kam und mir auf Instagram einen
Beitrag mit einer Kern Micro zeigte. Seine Faszination von diesem
Bearbeitungszentrum war so ansteckend, dass wir umgehend eine Anfrage an Kern
stellten. Kurz darauf lud uns Gebietsverkaufsleiter Stephan Zeller nach
Eschenlohe ein und stellte uns die Möglichkeiten der Kern Micro Vario live vor.“
Der Deutsche Maschinenbau-Gipfel ist das Top-Event der Branche. Für weitere Informationen klicken Sie hier!
Zu diesem Zeitpunkt sprang die Begeisterung
auf Pascal Leimer über, denn Stephan Zeller und die Kern-Anwendungstechniker
hatten auf alle Fragen, Anliegen und Herausforderungen eine passende Antwort
und Lösung parat: „Eine Präzisionszerspanung in dieser perfekten Form hatte ich
nicht erwartet. Da war klar: Für uns gibt’s nichts Besseres. Dieses
Fünfachszentrum muss es sein.“
So fiel im April 2024 die Entscheidung für
die vollautomatisierte Kern Micro Vario, und seit Oktober 2024 steht sie in der
Leiko-Produktionshalle. Rückblickend erinnert sich Leimer auch, dass bei jedem
der besuchten Premium-Uhrenhersteller mindestens eine, meist auffällig rot
lackierte Kern Micro stand. „Kein Wunder“, meint der Firmenchef schmunzelnd.
Höchstpräzise
Einzelteile mit komplexen Geometrien
Anzeige
Die Paletten von Leiko sind hier bereits mit Werkstückrohlingen für Uhrenplatinen beladen.pek
Die Vision von Pascal Leimer wird
Wirklichkeit: Er und seine Mitarbeiter fertigen inzwischen auf der Kern Micro
Vario höchstpräzise Einzelbauteile mit komplexen Geometrien wie
medizintechnische Instrumente, Implantate, optomechanische Baugruppen und
Inverter für die E-Mobilität – aus Aluminium, Titan, und rostfreie Stählen ebenso
wie aus gehärteten Werkzeugstählen.
Eine Spezialität von Leiko ist noch immer die
Fertigung von Prototypen bzw. Kleinstserien von bis zu fünf Bauteilen. „Dank
unseren hochqualifizierten Mitarbeitern, der hohen Fertigungstiefe und den
kurzen Entscheidungswegen können wir solche Werkstücke mit überschaubarer
Komplexität von heute auf morgen liefern. Aber auch hochkomplexe Uhrenteile
schaffen wir meist mit ein bis zwei Wochen Lieferzeit. Immer in enger
Abstimmung mit dem Kunden.“
Qualitätswerte mit Toleranzen in Durchmesser
+/-2 µm, Position +/-0,5 µm und Form/Lage +/-3 µm sowie mit
Oberflächen von Ra = 0,6 µm waren früher bei Leiko
wirtschaftlich kaum darstellbar. Seitdem die Kern Micro Vario in der Halle
steht, ist das laut Pascal Leimer kein Problem mehr. Er nennt vielmehr
prozesssicher erreichbare Toleranzwerte in Durchmesser +/-0,5 µm, Position
+/-0,3 µm und Form/Lage +/-3 µm sowie Oberflächengüten von Ra = 0,1 µm.
Anzeige
Neu im
Portfolio: Serienfertigung bis 1000 Stück
Das prozesssichere Einhalten der
Hochpräzision klappt laut Leimer nicht nur bei Einzelteilen, sondern auch in
Serie. Das ist insofern wichtig, da bei Leiko inzwischen auch die Fertigung von
kleinen bis mittleren Stückzahlen im Portfolio steht. So amortisiert sich die
vollautomatisierte Kern Micro Vario nicht nur tagsüber. Mit einem Erowa Roboter
ERC 80 komplett mit ITS 148 Palettensystem ausgestattet, läuft sie mannlos in
der Spät- und Nachtschicht, sowie an ganzen Wochenenden. In dieser Zeit
produziert sie fehlerfrei µm-genaue Bauteile wie sogenannte Turbillon (Schwungmassen)
oder Uhren-Platinen, von denen Premiumuhrenhersteller bis zu 1000 Stück
bestellen.
Selbst Einzelteile und Kleinserien stellt der
Schweizer Lohnfertiger mannlos her – dank dem in der Heidenhain-Steuerung TNC
640 integrierten Batch-Prozess-Manager (BPM), einem einfach handhabbaren
Job-Management-System. Polymechaniker Kevin Riccius, fährt nur noch das erste
Teil einer Kleinserie ein, bestückt den Werkstückwechsler und startet den BPM.
Dieser prüft dann, ob alle notwendigen Werkzeuge mit ausreichend „Standzeit“ im
Werkzeugwechsler vorhanden sind, optimiert die Abläufe und berechnet die Gesamtlaufzeit
– egal ob ein oder verschiedene Produkte mannlos abgearbeitet werden müssen.
Anzeige
In
mannlosen Schichten zuverlässig produzieren
Wenn Kevin Riccius seine Kern Micro Vario vor dem Feierabend startet, macht er sich keinerlei Sorgen mehr: „Ich weiß einfach, dass mit dieser Maschine nichts passieren kann und am nächsten Tag alles passt.“pek
Den Startknopf für die automatisierte
Fertigung drückt Kevin Riccius in aller Regel kurz vor Ende seiner Arbeitszeit.
Dann geht er nachhause und kann – wie er erzählt – inzwischen auch gut schlafen:
„Bevor wir die Kern-Maschine hatten, war das anders. Da war meist ein Hoffen
und Bangen, ob alles gut geht. Mit unserer Kern Micro Vario ist das keine Frage
mehr. Da weiß ich, dass alles passt.“
Riccius
sammelt am nächsten Morgen die Teile ein, prüft sie und freut sich, dass er stets
eine Null-Fehlteil-Quote vorweisen kann. Und sollte tatsächlich mal ein
Werkzeugbruch passieren, bleibt die Maschine nicht einfach nur stehen. „Der BPM
schleust das „Problemteil“ aus und macht mit einem neuen Teil und einem
„Schwesterwerkzeug“ weiter. Das ist schon genial“, freuen sich Kevin Riccius
und Pascal Leimer gleichermaßen.