Ländervergleich

Zugewanderte Fachkräfte meiden Ostdeutschland

Zugewanderte Fachkräfte konzentrieren sich laut IW-Studie stark auf Stadtstaaten und westdeutsche Länder. Ostdeutsche Flächenländer bleiben deutlich zurück.

ugewanderte Fachkräfte meiden einer Studie zufolge die ostdeutschen Flächenländer. Stattdessen zieht es sie deutlich häufiger in Stadtstaaten und westdeutsche Bundesländer.
ugewanderte Fachkräfte meiden einer Studie zufolge die ostdeutschen Flächenländer. Stattdessen zieht es sie deutlich häufiger in Stadtstaaten und westdeutsche Bundesländer.

Summary: Das Institut der deutschen Wirtschaft zeigt für 2024 deutliche regionale Unterschiede bei zugewanderten Fachkräften. Besonders hoch sind die Anteile in Berlin, Bremen und Hamburg, deutlich niedriger in ostdeutschen Flächenländern. Für den Fachkräftemangel in Ostdeutschland hat das erhebliche Bedeutung, weil die Region laut Ostbeauftragter auf Zuwanderung angewiesen ist.

Wie stark unterscheiden sich die Länder bei zugewanderten Fachkräften?

Zugewanderte Fachkräfte verteilen sich in Deutschland regional sehr ungleich. Einer Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge, deren Kurzbericht der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, zieht es im Ausland geborene Fachkräfte deutlich häufiger in Stadtstaaten und westdeutsche Bundesländer als in ostdeutsche Flächenländer. Zuerst berichtet hatten darüber die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Besonders sichtbar wird das Gefälle in den Stadtstaaten. In Berlin, Bremen und Hamburg war im Jahr 2024 rund jede vierte Fachkraft im Ausland geboren. In Hessen und Baden-Württemberg lag der Anteil bei mehr als einem Fünftel. In den ostdeutschen Bundesländern blieb der Wert dagegen laut Studie unter neun %.

Wo zugewanderte Fachkräfte besonders häufig arbeiten

Den höchsten Anteil qualifizierter Zugewanderter weist laut IW Berlin mit 27,1 % auf. Es folgen Bremen mit 24,7 % und Hamburg mit 24,4 %. Unter den Flächenländern liegen Hessen mit 22,4 % und Baden-Württemberg mit 21,4 % vorne.

Insgesamt lag der Anteil der im Ausland geborenen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 25 und 64 Jahren in Deutschland im Jahr 2024 bei 24,8 %. Damit zeigt die Studie nicht nur einen hohen Gesamtwert, sondern vor allem eine klare räumliche Konzentration qualifizierter Zuwanderung.

Warum Ostdeutschland beim Fachkräftemangel unter Druck steht

In ostdeutschen Flächenländern fällt der Anteil zugewanderter Fachkräfte deutlich niedriger aus. Mecklenburg-Vorpommern kommt laut Studie auf 6,9 %, Sachsen-Anhalt auf 7,1 % und Brandenburg auf 7,4 %. Damit liegen diese Länder weit unter den Werten der Stadtstaaten und der wirtschaftsstarken westdeutschen Flächenländer.

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, verwies gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe auf die Herausforderungen durch den demografischen Wandel. Ostdeutschland sei zur Bewältigung des Fachkräftemangels auf Zuwanderung angewiesen. Dafür brauche es eine Kultur der Offenheit vor Ort. Populistische Parteien, die Vorbehalte gegenüber Zugewanderten schürten, stellten dabei eine Gefahr dar.

Welche Auswirkungen hat das regionale Gefälle?

Für Regionen mit ohnehin angespanntem Arbeitsmarkt kann der geringe Anteil zugewanderter Fachkräfte den Fachkräftemangel verschärfen. Die IW-Daten zeigen, dass dort, wo der Bedarf durch demografische Veränderungen besonders groß ist, die Anwerbung internationaler Fachkräfte offenbar deutlich schwerer fällt.

Für die Industrie, den Maschinenbau und produktionsnahe Branchen ist diese Entwicklung relevant, weil Fachkräfteverfügbarkeit ein zentraler Standortfaktor bleibt. Die Studie macht deutlich: Der Wettbewerb um qualifizierte Beschäftigte ist nicht nur international, sondern auch innerhalb Deutschlands regional stark ausgeprägt.

Mit Material der dpa

FAQ zu zugewanderten Fachkräften

• Warum meiden zugewanderte Fachkräfte ostdeutsche Flächenländer? – Laut IW-Studie ziehen zugewanderte Fachkräfte deutlich häufiger in Stadtstaaten und westdeutsche Bundesländer. Gründe über die genannten Hinweise hinaus nennt die Vorlage nicht.

• Wo ist der Anteil zugewanderter Fachkräfte am höchsten? – Besonders hoch ist der Anteil in Berlin mit 27,1 %, Bremen mit 24,7 % und Hamburg mit 24,4 %.

• Welche Rolle spielen zugewanderte Fachkräfte für den Fachkräftemangel? – Nach Einschätzung der Ostbeauftragten ist Ostdeutschland zur Bewältigung des Fachkräftemangels auf Zuwanderung angewiesen.

• Wie niedrig ist der Anteil zugewanderter Fachkräfte in Ostdeutschland? – In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil bei 6,9 %, in Sachsen-Anhalt bei 7,1 % und in Brandenburg bei 7,4 %.

• Welche Studie untersucht zugewanderte Fachkräfte? – Grundlage ist eine Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, deren Kurzbericht der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.