Gegengewichtsstapler von Combilift transportiert Stahlträger in einem Lager

Auch das Jahr 2020 brachte viele Neuerungen bei Staplern - vor allem in puncto Kompaktheit durch integrierte Lithium-Ionen-Batterien. Oder auch den weltweit ersten elektrischen Gegengewichtsstapler in multidirektionaler Ausführung mit Antrieb an allen drei Rädern. - Bild: Combilift

| von Dietmar Poll

Auch wenn modernste automatisierte Lagertechnik etwas anderes suggerieren mag: Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge aller Art bleiben für den Transport in Lager und Produktion unverzichtbar.

Der Einsatz von Schubmaststaplern & Co verändert sich nicht, die Antriebsart schon: Elektro läuft Diesel weiter den Rang ab, vor allem auf integrierte Lithium-Ionen-Batterien wird aktuell gesetzt. Kompaktheit steht demnach bei Flurförderzeugen im Fokus, ebenso unverändert deren Sicherheit, Komfort und Ergonomie. Oder darf es gar ein Gabelstapler mit Allrad sein?

Hier kommen die Neuheiten das Jahres 2020 im Rückblick.

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Gegengewichtsstapler: Combilift bietet Allradantrieb

Der erste Combi-CB Gabelstapler von dem irischen Hersteller Combilift wurde vor zehn Jahren erstmals in das Produktportfolio des Unternehmens eingeführt. Das damals bahnbrechende Konzept vereinigte zum ersten Mal die Vorteile eines kompakten Staplers im Gegengewichtsdesign mit multidirektionaler Fähigkeit für das Handling von Paletten sowohl als auch Langgut, innen und außen.    

Seitdem wurden mehrere Varianten dieses vielseitigen und platzsparenden Gerätes entwickelt, mit verschiedenen Antriebsoptionen und Hubkapazitäten. Das neue Modell, der Combi-CBE4 mit 4.000 Kilogramm Tragkraft, ist weltweit der erste elektrische Gegengewichtsstapler in multidirektionaler Ausführung mit Antrieb an allen drei Rädern.

Ein wesentliches Merkmal ist die international patentierte unabhängige elektrische Traktion von Combilift, die eine hundertprozentige Traktion erlaubt. So entfällt das Bedarf einer Differentialsperre bei dem Betrieb auf rutschigen Bodenverhältnissen.

Durch die Eingabe der Radstandsparameter werden die Traktionsbefehle von der Steuerung berechnet. Während des Betriebs werden Geschwindigkeit und Drehrichtung der Räder unabhängig voneinander gesteuert, sodass der Stapler enge Kurven ohne Reifenverschleiß bewältigen kann. Ein besonderer Vorteil für das Bedienpersonal ist die präzise Kontrolle der Beschleunigungs- und Abbremsvorgänge, die das Verdrehen der langen Last bei seitlicher Fahrt deutlich reduziert.

Jeder Elektroantrieb verfügt über eine Parkfunktion und ein regeneratives, dynamisches Bremsen für hohe Energie-Effizienz. Außerdem verfügt der Combi-CBE4 über eine 180-Grad-Hinterraddrehung, einen Radpositionsmonitor für den Fahrer sowie eine 72-Volt-775-Amperestunden-Batterie. Die Lenkung mit Hydraulikzylindern garantiert einen sehr zuverlässigen Betrieb.

Hochhubwagen: Jungheinrich setzt auf den Einsatz integrierter Lithium-Ionen-Batterien

Bei dem Jungheinrich-Hochhubwagen ERC 216zi handelt es sich um den kompaktesten Stapler seiner Klasse - so der Hersteller. Dank seiner integrierten Lithium-Ionen-Batterie ist der ERC 216zi besonders kompakt und wendig. Durch den Wegfall des bisher bei solchen Flurförderzeugen zwischen Fahrerstand und Hubgerüst üblichen Batterietrogs, hat der Hersteller das Fahrzeug signifikant verkürzt. Mit einem L2 Maß von 1.245 Millimetern ist es mindestens 170 Millimeter kürzer als Vergleichsfahrzeuge.   

Jungheinrich-Vertriebsvorstand Christian Erlach sagt: „Die Integration der Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht ein revolutionäres Fahrzeugdesign. Der ERC 216zi ist dadurch ultrakompakt und extrem beweglich.“

Besondere Aufmerksamkeit bei der Entwicklung haben die Hamburger auf die Ergonomie des Fahrzeugs gerichtet. Eine feste Standplattform bietet dem Fahrer Halt und Komfort. Die Bedienelemente sind so angeordnet, dass sie eine intuitive Steuerung des Fahrzeugs ermöglichen. Die vollständig überarbeitete elektrische Deichsellenkung SmartPilot ermöglicht präzises und leichtes Lenken mit einer Hand.

Ein bündig in die Instrumentenhaube eingelassenes 4-Zoll-Display sorgt für Übersichtlichkeit. Auch in punkto Sicherheit gibt es Neues: Das Fahrerschutzdach nach DIN ISO 6055 schützt vor herabfallenden Gegenständen. Die feste Standplattform mit seinen festen Seitenwänden bietet dem Fahrer darüber hinaus Rundumschutz von drei Seiten.

Schubmaststapler: Elektro auf dem Niveau eines vergleichbaren Dieselstaplers bei Still

Still bietet mit dem Elektrostapler RX 60 mit einer Tragfähigkeit von 3,5 bis 5,0 Tonnen ein neues Mitglied der RX 60 Familie an. Erstmals können auch Kunden, die schwere Lasten vorwiegend im Indoor-, aber auch im Outdoorbereich zu transportieren haben, von den Vorteilen der RX 60 Baureihe profitieren. Denn der kompakte 80-Volt-Elektrostapler sorgt für hohe Umschlagleistung und  Verfügbarkeit – und das ohne Abgase.

Still eröffnet damit noch mehr Unternehmen eine neue Perspektive für die Gestaltung ihres Staplerfuhrparks, sei es nach Aspekten der Performance, Kosten, Umweltverträglichkeit oder Nutzungseffizienz.

Dabei ist sowohl eine Ausstattung mit Bleisäure-Batterien als auch mit Lithium-Ionen-Technologie erhältlich. In allen Gewichtsklassen ist eine High-Performance-Variante verfügbar, die in anspruchsvollen Einsatzprofilen mehr Power und Beschleunigung mit noch mehr Umschlagleistung bietet.

Umschlagleistung und Steigfähigkeit liegen zudem auf dem Niveau eines vergleichbaren Dieselstaplers. Möglich machen das zwei leistungsstarke gekapselte Drehstrom-Fahrmotoren mit aktiver Kühlung in der Vorderachse. Die beiden 11-Kilowatt-Motoren sorgen in der High-Performance-Variante für noch mehr Power. Sie erhöhen die Fahrmotorleistung im Vergleich zum Vorgänger um 46 Prozent. Weil beide Motoren selbst bei vollem Lenkeinschlag angetrieben werden, ist der Stapler besonders wendig.

Die bedarfsgerechte aktive Kühlung ermöglicht eine hohe thermische Stabilität auch bei hoher Umschlagleistung. Robuste und wartungsfreie Lüfter kühlen temperaturgesteuert die gekapselten Komponenten der Leistungselektronik sowie Hub- und Antriebsmotoren – ganz ohne Filter.

Fahrerstandgerät: Kompakter Allrounder von Linde Material Handling für den Logistikalltag

In nahezu jeder Branche gibt es Transportaufgaben, für die ein besonders schmales, kurzes und gleichzeitig leichtes Flurförderzeug benötigt wird, damit es beispielsweise auch in Lastenaufzüge passt. Der neue Linde E10 mit einer Tonne Tragfähigkeit und wahlweise Blei-Säure- oder Lithium-Ionen-Batterie ist so ein Allrounder für den Logistikalltag. Nur wenig breiter als eine Europalette, kommt er selbst in schmalste Gänge und rangiert mit einem Wenderadius von gerade einmal 1.317 Millimetern auf engstem Raum.

Zur Standardausstattung gehören ein System zur automatischen Geschwindigkeitsreduktion in Kurven beziehungsweise im Bereich des Mastfreihubs sowie der in die Bodenmatte integrierte Totmannschalter: Das Fahrzeug bewegt sich nur, wenn der Bediener innerhalb der Fahrzeugkontur steht.

Die Ausstattung des Fahrerstandgerätes ist zweckmäßig. Optimal angeordnete Bedienelemente sowie schmale Fahrerschutzdachstreben und Mastprofile sorgen für maximale Bewegungsfreiheit und gute Sicht auf Ladung und Umgebung. Der schwingungsentkoppelte Bedienstand hält Stöße vom Fahrer fern. Wird häufig rückwärtsgefahren, lässt sich das Gerät mit einem doppelten Satz Bedienhebel und Haltegriffen ausstatten. Der rechte Arm des Bedieners ruht dann zudem auf einer breiten Lehne.

Die optionale Zusatzausstattung umfasst unter anderem auch ein Schutzdach aus Panzerglas, das uneingeschränkte Sicht nach oben und Schutz vor herabfallenden Teilen bietet, sowie die Warnsysteme Linde BlueSpot und Linde TruckSpot, die Fußgänger durch auf den Fahrweg projizierte Signale vor Gefahren warnen.

Niederhubwagen: Toyota MH mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie

Der Elektro-Niederhubwagen BT Levio LWI160 von Toyota Material Handling ist der erste Mitgänger-Hubwagen, bei dem das neue Toyota Batteriekonzept umgesetzt wurde – konstruiert ohne konventionellen Batterieraum. Die Lithium-Ionen-Batterie ist vollständig integriert. Somit ist die Gerätegröße unabhängig von der Batteriekapazität. Das Flurförderzeug ist kompakt, leicht und energieeffizient.

„Unser neuer LWI160 ist der kompakteste Hubwagen seiner Klasse. Er bietet eine umfassende, flexible Energielösung, verpackt in einem optimierten Maschinenformat. Das setzt neue Maßstäbe“, erklärt Fredrik Nilsson, Product Manager Warehouse Trucks bei Toyota Material Handling Europe.
Das benutzerorientierte Design des Hubwagens konzentriert sich auf Komfort, Fahrbarkeit, Sicherheit und Manövrierfähigkeit.

Dank neuer Lithium-Ionen-Technik konnte der LWI160 deutlich in Größe und Gewicht reduziert werden, ohne dabei an Leistung einzubüßen. Kunden können zwischen externem Laden, integriertem Ladegerät oder Laden an Bord eines Lkw wählen und auf diverse Ladegerätleistungen zurückgreifen.

Der BT Levio LWI160 ist ein Elektro-Niederhubwagen, der sich als Mitgänger in einer Vielzahl von Anwendungen mit niedriger, mittlerer und hoher Intensität einsetzen lässt. Er ist geräuscharm und dank seiner programmierbaren Fahrparameter einfach und intuitiv zu benutzen.

Darüber hinaus verfügt das Flurförderzeug über eine optimierte Geschwindigkeitsregelung bei Kurvenfahrt. Beim Fahren wird die Geschwindigkeit automatisch je nach Lenkwinkel reduziert. Mit dem 'Click-2-Creep'-System kann der Bediener das Gerät mit senkrechter Deichsel im Kriechgang fortbewegen, indem er doppelt auf das Bedienelement tippt. Das verbessert die Rangierfähigkeit auf engem Raum.

Schmalgangstapler: Mitsubishi erweitert Portfolio um ganze Serie

Mit der Elevia-Familie erweitert Mitsubishi das Portfolio um eine komplette Serie von Schmalgangstaplern. Dabei geht es um sieben Man-Up-Stapler von 1,1 bis 2,0 Tonnen Einsatzgewicht, die speziell für das Arbeiten in sehr schmalen Gängen konzipiert sind. Die Modelle von 1,1 bis 1,3 Tonnen sind sowohl mit 48-Volt- als auch mit 80-Volt-Systemen lieferbar. Alle größeren Modelle arbeiten mit 80 Volt.

In vielen Lagerhäusern ist der Platz oft knapp, aber die Lagerkapazität ist nun einmal ein wesentlicher Faktor für die Rentabilität eines Unternehmens. Hier werden Lagertechnikgeräte benötigt, die auf engstem Raum und in großen Höhen effektiv arbeiten können.

Mit einer laut Hersteller im Wettbewerbsvergleich ungeschlagenen Hubhöhe von 19 Meter steigert Elevia die Nutzung des verfügbaren Lagerraumes erheblich. Jedes Modell ist mit einem Duplex-Mast erhältlich, der hohe Hubgeschwindigkeit sowie Stabilität bietet.

Der Fahrerplatz ist für den Bediener komfortabel und geräumig. Der wiederum hat die Wahl aus verschiedene Steuerkonsolen wie Drehsteuerung, Joystick-Bedienung und eine geteilte Konsole. Die Bedienfelder lassen sich sowohl für den Betrieb im Stehen als auch für den im Sitzen anordnen. Die kippbaren Konsolen können nach links oder rechts geschwenkt werden, um beim Kommissionieren den Zugang von vorne zu erleichtern.

Lithium-Ionen-Technologie: Laden statt wechseln bei Crown

Um seinen Kunden einen Alles-aus-einer-Hand-Service im Bereich der Lithium-Ionen-Technologie zu bieten, hat Crown nun eigene V-Force Batterien und Ladegeräte auf den Markt gebracht. Das gesamte System wird durch Service- und Support-Leistungen von Crown unterstützt.

Die V-Force Batterien erfüllen die hohen Anforderungen der Automobilindustrie im Hinblick auf maximale Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Sie verfügen dank ihrer redundanten Sicherheitssysteme über eine mehrstufige Sicherheitsarchitektur, zu der beispielsweise verschiedene Sicherungen sowie die Einzelzelltemperatur- und Spannungsüberwachung zählen.

Die Sicherheitssysteme der Batterie helfen, Schäden aufgrund von überhöhter Temperatur, Kurzschlüssen, Überladung oder Tiefentladung zu verhindern. Zudem wenden aktive Schutzfunktionen Anwendungsfehler der Bediener ab.

Die V-Force Hochfrequenz-Ladegeräte der V-HFB Serie von Crown bringen Leistung in das Lithium-Ionen-Energiespeichersystem. Die V-Force Ladegeräte mit Resonanzfrequenz-Technologie ermöglichen Ladegeschwindigkeiten von bis zu 1 Coulomb. Dementsprechend sind Batterien mit Kapazitäten bis 400 Amperestunden bei einem konstanten Ladestrom von bis zu 400 Ampere innerhalb von 60 Minuten komplett geladen.

Es können Batteriespannungen von 24 bis 80 Volt geladen werden. Um vollautomatisch die vorliegende Spannungsklasse zu erkennen und die Batterie ohne manuelle Voreinstellungen zu laden, kommuniziert eine CAN-Bus-Schnittstelle direkt mit dem Batterie-Managementsystem.

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Niederhubwagenmodelle: Neue Modelle mit Fahrerstandplattform von UniCarriers

UniCarriers stellt drei neue Niederhubwagenmodelle mit Fahrerstandplattform vor. Besonderes Augenmerk wurde auf die Ergonomie und eine Vielzahl an Anpassungsoptionen gelegt. Der Hersteller von Flurförderzeugen bietet die Modelle PLF, PLR und PLS in drei verschiedenen Fahrgestelllängen und mit zwei unterschiedlichen Tragfähigkeiten an. Sie erleichtern Be- und Entladen, Cross-Docking, interne Transporte und Kommissioniervorgänge.

Auch bei Minustemperaturen und anderen herausfordernden Umgebungsbedingungen erbringen die Niederhubwagen dank TDS-Konzept, das bereits als Patent angemeldet ist, eine hohe Leistung. Lange Wartungsintervalle führen zu niedrigen Gesamtbetriebskosten (TCO) und einer maximalen Betriebszeit.

Die Flurfördermittel sind so konzipiert, dass sie ein schnelles und zugleich sicheres Arbeiten gewährleisten. Hier helfen die klappbaren Seitenschutzbügel des PLF-Modells und die Fahrerschutzplattform von PLR und PLS dabei, Sicherheit selbst bei Fahrten mit höherer Geschwindigkeit zu garantieren. Die Flurförderzeuge erreichen sind serienmäßig mit Tragfähigkeiten von 2.000 bis 2.500 Kilogramm und in den Fahrgestelllängen 'Mini', 'Junior' und 'Senior' erhältlich. Anwender können zwischen Lithium-Ionen- und Blei-Säure-Batterien wählen.

Für mehr Ergonomie baut UniCarriers auf ergonomische Ausstattungsmerkmale wie einem niedrigem Fahrzeugeinstieg und einem ergonomisch konstruierten Deichselkopf. Gut erreichbare Steuerungselemente ermöglichen den Mitarbeitern eine sichere Bedienung der Flurförderzeuge bei natürlicher Körperhaltung.

Das zum Patent angemeldete TDS-Konzept soll maximale Traktion, Dämpfung und Stabilität bieten. Selbst auf nassen und unebenen Oberflächen bleibt der Bremsweg gering und hohe Fahrtgeschwindigkeiten sind möglich, ohne dass die Räder durchdrehen – egal wie schwer der Niederhubwagen beladen ist. Speziell angefertigte Stützräder minimieren in Verbindung mit der guten Dämpfung des Antriebsrades die Stoßerschütterungen.

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