COBBS, Anduril und Nokia entwickeln Systeme zur Abwehr von Drohnen
Neue Counter-UAS-Systeme sollen militärische Standorte und kritische Infrastruktur in Belgien schützen. Ein Konsortium aus COBBS BELUX, Anduril Industries und Nokia entwickelt dafür eine lokal betriebene Drohnenabwehrlösung.
Von links nach rechts: Ken Spruyt (Nokia), Brian Moran (Anduril Industries), Theo Francken (belgischer Verteidigungsminister) und Michaël Rummens (COBBS BELUX) bei der Ankündigung eines Konsortiums zur Entwicklung souveräner Counter-Drohnen-Fähigkeiten in Belgien auf der Verteidigungsmesse Bedex in Brüssel am 13. März.Nokia
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Summary: COBBS BELUX, Anduril Industries und Nokia Belgium gründen ein Konsortium zur Entwicklung von Counter-UAS-Systemen in Belgien. Ziel ist der Schutz militärischer Einrichtungen und kritischer Infrastruktur durch eine lokal entwickelte und betriebene Drohnenabwehr. Die Lösung basiert auf einer softwareorientierten Architektur mit Sensorfusion und sicherer Kommunikation.
Ein Konsortium aus COBBS BELUX, Anduril Industries und Nokia Belgium will Counter-UAS-Systeme für Belgien entwickeln und einsetzen. Ziel ist es, militärische Einrichtungen sowie kritische Infrastruktur landesweit vor unbemannten Luftfahrtsystemen zu schützen. Das geht aus einer Mitteilung der beteiligten Unternehmen hervor.
Die Initiative setzt auf eine lokal entwickelte und betriebene Lösung. Neben technologischer Entwicklung steht der Aufbau eines nationalen Verteidigungsökosystems im Mittelpunkt, das langfristige Innovationsfähigkeit und technologische Resilienz unterstützen soll.
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Warum Counter-UAS-Systeme zunehmend an Bedeutung gewinnen
Der Hintergrund des Projekts ist die veränderte Bedrohungslage. Militärbasen sehen sich laut Mitteilung zunehmend kleinen, kostengünstigen und autonomen Drohnensystemen gegenüber. Diese können sowohl zur Echtzeitüberwachung als auch für Störaktionen eingesetzt werden.
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Zugleich entwickeln sich Flugprofile, Frequenzen und Schwarmtaktiken solcher Systeme schnell weiter. Klassische Beschaffungszyklen der Verteidigung können mit dieser Geschwindigkeit nur schwer Schritt halten. Daher sei ein flexibler Ansatz erforderlich, der kontinuierliche Weiterentwicklungen ermöglicht.
„Für COBBS geht es dabei um weit mehr als nur um Technologie“, sagte Michaël Rummens, CEO von COBBS BELUX. „Es geht darum sicherzustellen, dass Belgien souveräne Mittel besitzt, um sein eigenes Territorium zu schützen. Durch die Kombination unserer operativen Expertise mit weltweit anerkannten Partnern und der lokalen Industrie schaffen wir ein flexibles Verteidigungsökosystem, das die Sicherheit unserer Truppen und kritischer Infrastruktur in den Mittelpunkt stellt.“
Die geplanten Counter-UAS-Systeme basieren auf einer softwareorientierten Architektur. Kern der Lösung ist eine Command-and-Control-Ebene (C2), die Sensordaten aus verschiedenen Quellen zusammenführt.
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Dazu gehören unter anderem Radar-, optische, RF- und akustische Sensoren. Die Daten werden in Echtzeit zusammengeführt, um ein einheitliches Lagebild zu erzeugen und eine automatisierte Klassifizierung zu ermöglichen.
Der Ansatz erlaubt es, dass ein einzelner Operator mehrere Drohnenabwehrsysteme gleichzeitig steuern kann. Kritische Entscheidungen verbleiben dennoch unter menschlicher Kontrolle.
„Anduril setzt seine softwaredefinierten Drohnenabwehrsysteme seit 2019 in realen Einsatzumgebungen ein und entwickelt sie kontinuierlich weiter“, sagte Brian Moran, Vice President Europe bei Anduril Industries. „Dieses Konsortium bringt diese Erfahrung nach Belgien und schafft eine Fähigkeit, die lokal betrieben wird, kontinuierlich aktualisiert werden kann und darauf ausgelegt ist, Bedrohungen stets einen Schritt voraus zu sein.“
Welche Rolle Nokia in den Counter-UAS-Systemen übernimmt
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Die Kommunikationsinfrastruktur bildet einen weiteren zentralen Baustein des Systems. Hier bringt Nokia seine Kompetenz im Bereich sicherer Netzwerktechnologien ein.
Die Plattform integriert Sensoren, Effektoren und Kommunikationskomponenten zu einer mehrschichtigen Verteidigungsarchitektur. Dabei orientiert sich die Lösung an den Counter-Drone-Anforderungen der NATO.
Durch den modularen Aufbau sollen sich zusätzliche Funktionen künftig integrieren lassen. Dazu können auch Entwicklungen aus den europäischen Forschungs- und Entwicklungsstandorten von Nokia beitragen.
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„Nokia bringt fortschrittliche, sichere Konnektivität und umfassende operative Expertise ein, um Belgiens Fähigkeit zur Abwehr unbemannter Bedrohungen zu stärken“, sagte Nathan Stenson, Head of Go-to-Market bei Nokia Defense. „Durch gemeinsame Innovation mit unseren Partnern können wir die Entwicklung neuer Fähigkeiten beschleunigen, die der Geschwindigkeit und Komplexität heutiger Bedrohungen gerecht werden. Ziel ist es, Streitkräften widerstandsfähige, einsatzbereite Kommunikationslösungen bereitzustellen, die sowohl die nationale als auch die europäische Sicherheit unterstützen.“
Partnerschaft für ein belgisches Verteidigungsökosystem
Die Partner bringen unterschiedliche Kompetenzen in das Projekt ein. COBBS BELUX verfügt über langjährige Erfahrung mit taktischen Lösungen für Militär und Sicherheitsbehörden.
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Anduril liefert autonome Drohnenabwehrtechnologien sowie KI-basierte Systeme, die bereits in verschiedenen Einsatzumgebungen getestet wurden. Nokia steuert Kommunikationslösungen bei, die auf der Infrastruktur des Unternehmens für Festnetz-, Mobil- und Transportnetze basieren.
Gemeinsam soll so ein skalierbares und langfristig anpassbares Counter-UAS-Ökosystem entstehen, das sowohl die nationale Sicherheit Belgiens als auch die europäische Verteidigungsfähigkeit stärken soll.
Mit Material von Nokia
FAQ zu Counter-UAS-Systeme
• Was sind Counter-UAS-Systeme? – Counter-UAS-Systeme dienen der Erkennung, Analyse und Abwehr unbemannter Luftfahrtsysteme wie Drohnen.
• Warum entwickelt Belgien Counter-UAS-Systeme? – Hintergrund ist die zunehmende Bedrohung durch kleine, autonome Drohnen, die militärische Standorte und Infrastruktur gefährden können.
• Welche Unternehmen arbeiten an den Counter-UAS-Systemen? – Das Konsortium besteht aus COBBS BELUX, Anduril Industries und Nokia Belgium.
• Wie funktionieren Counter-UAS-Systeme technisch? – Die Lösung basiert auf einer softwareorientierten Architektur mit Sensorfusion, Command-and-Control-System und sicherer Kommunikationsinfrastruktur.