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Amazon plant Mega-Investitionen: KI, Robotik, Chips und Satelliten im Fokus

Amazon will 2026 rund 200 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz (KI), Chips, Robotik und Satellitentechnologien investieren und damit seine Wettbewerber übertreffen. Anleger reagierten nervös – die Aktie fiel deutlich.

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Amazon investiert auch in Roboter. In Verbindung mit KI und Automatisierung ersetzen diese Menschen zunehmend bei traditionellen Aufgaben, was mittelfristig zu einem kleineren Bedarf an klassischen Büro- und Lagerarbeitsplätzen führen kann.

Amazon hat in dieser Woche angekündigt, im Jahr 2026 rund 200 Milliarden US-Dollar (ca. 170 Mrd. Euro) in strategische Zukunftsbereiche zu investieren – mehr als von Analysten erwartet und mehr als viele andere große Technologie- und Cloud-Konzerne. Die Summe soll vor allem in Künstliche Intelligenz (KI), Cloud- und Rechenzentrumsinfrastruktur, spezialisierte Chips, fortschrittliche Robotik-Systeme und Satellitentechnologien fließen.

Hintergrund ist der wachsende Wettbewerb zwischen Technologiekonzernen um Marktanteile im KI- und Cloud-Geschäft. Amazon will mit seinen Rechenzentren, eigenen KI-Diensten und spezialisierten Chips eine führende Rolle im globalen KI-Ökosystem einnehmen. Laut CEO Andy Jassy sieht der Konzern in diesen Investitionen eine langfristig rentable strategische Positionierung, auch wenn sie kurzfristig auf die Gewinne drücke.

Trotz eines Umsatzwachstums von 14 % auf 213,4 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2025 und einem Nettoergebnis von 21,2 Milliarden Dollar fiel die Amazon-Aktie nach der Ankündigung deutlich – um bis zu rund 11 % nach Börsenschluss. Dies zeigt, wie sensibel Anleger auf massive Kapazitätsausweitungen reagieren, wenn kurzfristige Rentabilität infrage gestellt wird.

Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt auf Amazon Web Services (AWS), dem Cloud- und KI-Geschäft des Konzerns, das auch weiterhin als Haupttreiber von Umsatz und Gewinn gilt. AWS erzielte wieder zweistellige Wachstumsraten und soll künftig noch stärker KI-Workloads und Cloud-Dienste hosten.

Parallel zu den Investitionsplänen schreitet bei Amazon ein tiefgreifender Strukturwandel der Belegschaft voran. Der Konzern hat im Zuge der KI-Transformation bereits mehrere Zehntausend Stellen gestrichen: Im vergangenen Jahr kündigte Amazon rund 14.000 Stellenkürzungen in Corporate-Bereichen an, und seit Oktober 2025 sind insgesamt über 30.000 Bürojobs weggefallen. Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der stärkeren Automatisierung und dem Einsatz von KI-Systemen in administrativen und logistischen Prozessen.

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Experten sehen in diesem Personalabbau nicht nur eine Reaktion auf wirtschaftliche Effizienzüberlegungen, sondern auch eine Folge der Technologieoffensive: KI, Robotik und Automatisierung ersetzen zunehmend traditionelle Aufgaben, was mittelfristig zu einem kleineren Bedarf an klassischen Büro- und Lagerarbeitsplätzen führen kann.

Neben den Rekordinvestitionen für 2026 treibt Amazon auch andere Projekte voran: Bereits 2025 hatte der Konzern Milliarden in KI-Startups wie Anthropic investiert und in Rechenzentrums-Kapazitäten gesteckt, um die Nachfrage nach KI-Hosting zu bedienen. Auch Partnerschaften im KI-Ökosystem, etwa im Bereich OpenAI-Plattform-Technologien, unterstreichen Amazons Anspruch, in der globalen KI-Infrastruktur eine zentrale Rolle zu spielen.

Diese Investitionen fallen in einen breiteren Kontext: Viele große Tech-Konzerne – darunter Google, Microsoft, Meta – planen ebenfalls hohe Milliardenausgaben in KI-Infrastruktur, doch das Volumen von Amazons Plänen übersteigt teilweise selbst diese Ambitionen.

mit Material von dpa

Amazons Investitionspläne

1. Warum legt Amazon so hohe Investitionen in KI, Chips, Robotik und Satelliten auf? Amazon will im globalen Wettbewerbsumfeld um Cloud- und KI-Marktanteile seine technische Vorreiterrolle ausbauen. Die Investitionen zielen auf den Ausbau von AWS-Rechenzentren, proprietärer KI-Hardware und Automatisierungslösungen, die langfristig neue Umsatzquellen erschließen sollen.

2. Welche Konsequenzen haben diese Investitionen für Amazon-Mitarbeiter? Parallel zur Technologieoffensive hat Amazon bereits mehrere Personalrunden mit insgesamt über 30 000 gestrichenen Büroarbeitsplätzen abgeschlossen. Der Konzern setzt zunehmend auf KI-gestützte Prozesse und Robotik, was traditionelle Tätigkeiten ersetzt und zu weiteren strukturellen Veränderungen führen kann.

3. Wie reagiert der Markt auf die massiven Investitionspläne? Obwohl Amazon solide Quartalszahlen präsentierte, führte der hohe Investitionsrahmen zu erheblichen Kursverlusten an der Börse. Anleger zeigen sich besorgt über den kurzfristigen Druck auf Gewinne und die Höhe der Ausgaben, auch wenn das Potenzial langfristiger Erträge anerkannt wird.