BDI fordert Reformpaket für den Standort Deutschland
Die BDI-Konjunkturprognose fällt deutlich schwächer aus: Für 2026 erwartet der Verband nur noch 0,4 % Wachstum in Deutschland. Zugleich warnt er vor Belastungen für Industrie und Standort.
„Die Lage der deutschen Industrie ist kritisch. Kritisch heißt aber nicht hoffnungslos", sagte BDI-Präsident Peter Leibinger.BDI
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Summary: Der BDI bewertet die Lage der deutschen Industrie als kritisch. Für Deutschland erwartet der Verband 2026 nur noch 0,4 % BIP-Wachstum; Produktion, Nachfrage und Standortkosten belasten die Industrie. Der BDI fordert ein klares Zielbild, schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, bessere Investitionsbedingungen, bezahlbare Energie und einen stärkeren europäischen Binnenmarkt.
Warum der BDI die Konjunkturprognose senkt
Der Bundesverband der Deutschen Industrie senkt seine Wachstumserwartung für Deutschland deutlich. Statt eines Plus von 1,0 % erwartet der BDI für 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 %. Auch für den Euroraum wurde die Prognose von 1,1 % auf 0,7 % reduziert. Die Weltwirtschaft dürfte nach Einschätzung des Verbands nur noch um 2,9 % wachsen und damit hinter dem langjährigen Schnitt zurückbleiben.
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Als Gründe nennt der BDI eine schwächere industrielle Dynamik, nachlassende Nachfrage und zusätzliche Belastungen durch geopolitische Entwicklungen. Die neue Prognose berücksichtige bereits die Einigung zwischen den USA und Iran, zugleich wirkten die Folgen des Iran-Kriegs für Energiepreise und Lieferketten weiter nach, wie aus den Mitteilungen hervorgeht.
Wie stark die Industrieproduktion unter Druck steht
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Die Lage in der Industrie hat sich nach Einschätzung des Verbands weiter eingetrübt. Die Produktion ging im ersten Quartal 2026 um 1,0 % gegenüber dem Vorquartal und um 2,8 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch der Auftragseingang verlor weiter an Dynamik; nach einem Rückgang im ersten Quartal blieb die Nachfrage zu Beginn des zweiten Quartals schwach. Eine Erholung der Produktion erwartet der BDI frühestens ab dem vierten Quartal, sofern keine neuen Störfaktoren hinzukommen.
BDI-Präsident Peter Leibinger ordnete die Lage anlässlich des Tags der Industrie 2026 in Berlin entsprechend ein: „Die Lage der deutschen Industrie ist kritisch. Kritisch heißt aber nicht hoffnungslos. Kritisch heißt, dass es jetzt auf Entscheidungen ankommt“, sagte er laut BDI-Mitteilung.
Der Verband fordert von der Bundesregierung einen deutlich entschlosseneren wirtschaftspolitischen Kurs. Aus Sicht des BDI reicht das Abarbeiten einzelner Maßnahmen nicht aus, um den verschärften Rahmenbedingungen zu begegnen. In der Konjunkturprognose heißt es dazu: „Stückwerk reicht nicht aus.“
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Im Zentrum steht ein umfassendes Reformpaket, das Investitionen ermöglichen und die Wachstumskräfte stärken soll. Genannt werden niedrigere Unternehmenssteuern, bessere Abschreibungsregeln, gezielte Innovationsanreize, eine Begrenzung der Arbeitskosten sowie eine Modernisierung des Staates. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen schneller werden, die Verwaltung insgesamt effizienter.
Was der BDI vom Standort Deutschland erwartet
Der BDI verweist darauf, dass Deutschland weiterhin über ein starkes industrielles Fundament verfüge. Genannt werden Weltklasseunternehmen, ein starker Mittelstand, exzellente Forschung, gut ausgebildete Fachkräfte und die Fähigkeit, komplexe Produkte und Systeme in globalen Netzwerken zu entwickeln und zu produzieren. Gleichzeitig fehlten Richtung, Tempo und ein gemeinsames Zielbild für den Standort.
Zu den zentralen Forderungen zählen schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie , bessere Investitionsbedingungen, bezahlbare Energie und ein stärkerer europäischer Binnenmarkt. Energie müsse dabei systemisch gedacht werden; entscheidend seien nicht nur Erzeugungskosten, sondern die gesamten Kosten des Stromsystems. Den europäischen Binnen- und Kapitalmarkt bezeichnet der BDI als großen ungenutzten Hebel.
Leibinger verbindet die industriepolitische Agenda mit einem Appell an Politik und Wirtschaft. „Die Politik muss liefern — konsequent, verlässlich und mit Priorität für Wachstum“, heißt es im Pressestatement. Wenn Politik sichtbar handele, entstehe auch für die Wirtschaft eine Verpflichtung, Investitionsentscheidungen mit Verantwortung für den Standort zu treffen.
• Was sagt die BDI-Konjunkturprognose für 2026? – Der BDI erwartet für Deutschland 2026 nur noch ein BIP-Wachstum von 0,4 %.
• Warum wurde die BDI-Konjunkturprognose gesenkt? – Der Verband verweist auf schwächere Industrieproduktion, nachlassende Nachfrage, hohe Standortkosten sowie Belastungen durch Energiepreise und Lieferketten.
• Welche Folgen beschreibt die BDI-Konjunkturprognose für die Industrie? – Produktion und Auftragseingang stehen unter Druck; eine Erholung der Produktion erwartet der BDI frühestens ab dem vierten Quartal.
• Welche Reformen verbindet der BDI mit der BDI-Konjunkturprognose? – Gefordert werden schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, bessere Investitionsbedingungen, bezahlbare Energie und ein stärkerer europäischer Binnenmarkt.