Deutschlands Wirtschaft wächst um 0,3 %, getragen von Konsum und Bauinvestitionen.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
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Ohne Schwung: Die deutsche Wirtschaft verzeichnet nur ein marginales Wachstum für das vergangene Jahr.frank peters - stock.adobe.com
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Zum Jahresende 2025 hat die deutsche Wirtschaft wieder an
Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte preis-, saison- und
kalenderbereinigt um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Treiber waren
Konsum und Bau – während der Außenhandel dämpfte. „Damit endete das
konjunkturell wechselhafte Jahr 2025 mit einem Anstieg der
Wirtschaftsleistung“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen
Bundesamtes. „Zur positiven Entwicklung trugen vor allem die privaten und
staatlichen Konsumausgaben bei. Aber auch die Bauinvestitionen zogen deutlich
an.“ Im Gesamtjahr 2025 stieg die Wirtschaftsleistung kalenderbereinigt um 0,3 Prozent,
preisbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Im Quartalsvergleich erhöhten sich die Konsumausgaben
insgesamt um 0,7 Prozent. Der Staat weitete seine Ausgaben mit +1,1 Prozent
stärker aus als die privaten Haushalte (+0,5 Prozent). Gleichzeitig gewann die
Investitionstätigkeit an Dynamik: Die Bauinvestitionen stiegen um 1,6 Prozent
gegenüber dem Vorquartal. In Ausrüstungen – also Maschinen, Geräte und
Fahrzeuge – wurde ebenfalls mehr investiert, wenngleich sich der Zuwachs nach
dem starken Vorquartal auf +0,1 Prozent abschwächte.
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Außenhandel bleibt Belastungsfaktor
Vom Außenhandel gingen erneut keine positiven Impulse aus.
Die Exporte sanken im 4. Quartal 2025 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Sowohl Waren (-0,4 Prozent) als auch Dienstleistungen (-1,2 Prozent) waren
betroffen. Auch die Importe reduzierten sich um 0,3 Prozent, allerdings weniger
stark als die Ausfuhren. Während Dienstleistungsimporte deutlich zurückgingen
(-1,5 Prozent), legten die Wareneinfuhren leicht zu (+0,2 Prozent).
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Bruttowertschöpfung mit breiter Erholung
Die preis-, saison- und kalenderbereinigte
Bruttowertschöpfung erhöhte sich im 4. Quartal 2025 um 0,4 Prozent, nachdem sie
im Vorquartal stagniert hatte. Das Baugewerbe verzeichnete mit +1,7 Prozent den
stärksten Zuwachs, insbesondere getragen vom Ausbau. Auch die
Dienstleistungsbereiche entwickelten sich positiv. Lediglich Handel, Verkehr
und Gastgewerbe verharrten auf Vorquartalsniveau. Öffentliche Dienstleister,
Erziehung, Gesundheit sowie sonstige Dienstleister steigerten ihre
Wertschöpfung jeweils um 0,8 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt
stagnierte die Wirtschaftsleistung. Während Hersteller von Metallerzeugnissen
sowie elektrischen Ausrüstungen zulegten, ging die Produktion in der chemischen
Industrie und im Maschinenbau zurück.
Vorjahresvergleich: Moderates Plus
Gegenüber dem 4. Quartal 2024 stieg das preisbereinigte BIP
um 0,6 Prozent, preis- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent. Dabei standen 0,7
Arbeitstage mehr zur Verfügung als im Vorjahreszeitraum. Die Konsumausgaben
lagen preisbereinigt um 1,6 Prozent über dem Vorjahr. Private Haushalte
erhöhten ihre Ausgaben um 1,8 Prozent, unter anderem für Pkw. Der Staatskonsum
stieg um 1,3 Prozent, vor allem durch zusätzliche soziale Sachleistungen.
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Die Ausrüstungsinvestitionen legten insgesamt leicht um 0,4 Prozent
zu. Während staatliche Investitionen – einschließlich Verteidigungsausgaben –
sowie gewerbliche Pkw-Zulassungen stark anzogen, gingen Investitionen in
Maschinen, Geräte und sonstige Fahrzeuge zurück. Die Bauinvestitionen erhöhten
sich um 0,9 Prozent und wiesen damit erstmals seit dem 1. Quartal 2022 wieder
ein Plus auf.
Im Vorjahresvergleich konnte das Verarbeitende Gewerbe
erstmals seit dem 1. Quartal 2023 wieder zulegen (+0,7 Prozent). Maßgeblich
waren Zuwächse bei elektrischen Ausrüstungen und im Sonstigen Fahrzeugbau. Auch
das Baugewerbe verbesserte sich leicht (+0,4 Prozent), wobei der Tiefbau wuchs
und der Hochbau stagnierte. Rückläufig blieb lediglich die Bruttowertschöpfung
der Finanz- und Versicherungsdienstleister (-2,5 Prozent).
Erwerbstätigkeit leicht rückläufig
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Die Wirtschaftsleistung wurde im 4. Quartal 2025 von rund
46,1 Millionen Erwerbstätigen erbracht – 58 000 Personen oder 0,1 Prozent
weniger als ein Jahr zuvor. Rückgänge im Verarbeitenden Gewerbe und im
Baugewerbe konnten durch Zuwächse in den Dienstleistungsbereichen nicht
vollständig kompensiert werden.
Die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je
Erwerbstätigen stiegen nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,7 Prozent. Das
gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen nahm dadurch um 0,5 Prozent zu. Die
Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde verharrte auf Vorjahresniveau, je
Erwerbstätigen gerechnet stieg sie um 0,7 Prozent.
Einkommen, Konsum und Sparquote
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In jeweiligen Preisen erhöhte sich das BIP um 3,8 Prozent,
das Bruttonationaleinkommen um 4,1 Prozent und das Volkseinkommen um 5,0 Prozent.
Das Arbeitnehmerentgelt stieg um 4,8 Prozent, die Unternehmens- und
Vermögenseinkommen um 5,5 Prozent. Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer nahmen
die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter um 4,4 Prozent zu. Netto fiel
der Zuwachs mit +3,3 Prozent aufgrund höherer Sozialbeiträge und Lohnsteuer
geringer aus. Da die privaten Konsumausgaben (+4,4 Prozent) stärker wuchsen als
das gesamtwirtschaftliche Einkommen (+3,3 Prozent), sank die Sparquote auf 9,4 Prozent
nach 10,4 Prozent im Vorjahresquartal.
Quelle: Statistisches Bundesamt
FAQ zum BIP im 4. Quartal 2025
Wie stark ist das BIP im 4. Quartal 2025 gewachsen? Preis-, saison- und kalenderbereinigt stieg das BIP um 0,3 % gegenüber dem 3. Quartal 2025.
Welche Faktoren trugen zum BIP-Wachstum bei? Vor allem private und staatliche Konsumausgaben sowie deutlich höhere Bauinvestitionen stützten die Entwicklung.
Wie entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe im BIP? Im Quartalsvergleich stagnierte die Wertschöpfung, im Vorjahresvergleich wurde erstmals seit Anfang 2023 wieder ein Plus von 0,7 % erzielt.
Welche Rolle spielte der Außenhandel für das BIP? Im Quartalsvergleich wirkten sinkende Exporte dämpfend, während im Vorjahresvergleich sowohl Exporte als auch Importe zulegten.