Bosch kämpft mit Gewinnrückgang und Jobabbau

Bosch-Chef Hartung: Gewinn deutlich unter Plan

Bosch gerät immer stärker unter Druck: Der Gewinn bricht ein, der Stellenabbau erreicht neue Dimensionen – und eine Erholung ist nicht in Sicht.

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Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf der IAA Mobility 2025 - er erwartet, dass sein Unternehmen zum zweiten Mal in Folge weniger Gewinn machen wird.
Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, auf der IAA Mobility 2025 - er erwartet, dass sein Unternehmen zum zweiten Mal in Folge weniger Gewinn machen wird.

Gewinn bricht deutlich ein

Der Technologiekonzern Bosch erwartet angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Rückgang des Gewinns. In einem Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit kündigte Bosch-Chef Stefan Hartung an: „Der Gewinn vor Steuern wird 2025 deutlich unter Plan sein, geringer als im Vorjahr. Gerade der Abbau von Stellen kostet viel Geld, wenn man sozialverträglich vorgehen will.“

Bereits im Jahr 2024 war der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel eingebrochen – auf gut 2,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel der Rückgang noch gravierender aus.

Gründe für die Schwäche

Mehrere Faktoren belasten die Geschäftszahlen des Konzerns. Zölle und Handelsbarrieren treiben die Kosten. Zudem leidet Bosch unter einer sinkenden Zahlungsbereitschaft auf Kundenseite. Hartung erklärte: „Zugleich spüren wir bei unseren Produkten für Endkonsumenten, also den Kühlschränken und Waschmaschinen, Mährobotern und Bohrmaschinen, zunehmenden Wettbewerb.“

Die Bereitschaft der Kundinnen und Kunden, höhere Preise zu bezahlen, lasse nach – ein klarer Hinweis auf den zunehmenden Preisdruck im Konsumgütersegment.

Ausblick bleibt eingetrübt

Eine baldige Erholung der Lage hält der Bosch-Chef für unwahrscheinlich. „2026 wird sich das Wachstum in den USA und China abschwächen, für Europa und Deutschland sind die Prognosen auch nicht gut“, so Hartung weiter. Die wirtschaftliche Gesamtlage lasse keine schnellen Erfolge erwarten. „Die für Zukunftsinvestitionen benötigte Zielrendite von mindestens sieben Prozent werden wir frühestens ab 2027 erreichen können.“

Stellenabbau in historischem Ausmaß

Der Konzern mit Sitz in Gerlingen bei Stuttgart setzt den massiven Stellenabbau fort. Allein im Zulieferbereich klafft laut eigenen Angaben eine Kostenlücke in Milliardenhöhe. Die Folge: Bosch plant, rund 13.000 weitere Arbeitsplätze zu streichen – vor allem in Deutschland.

Bereits im September 2025 hatte das Unternehmen den Schritt angekündigt. Die Maßnahmen betreffen vor allem klassische Zuliefer-Jobs. Verhandlungen zwischen Management und Arbeitnehmervertretern laufen an mehreren Standorten. Ziel ist es, den Stellenabbau möglichst sozialverträglich umzusetzen.

Sparprogramme in allen Bereichen

Die Belastungen durch die schwache Marktlage ziehen sich quer durch das Unternehmen. Zwar ist Bosch nicht nur als weltweit größter Autozulieferer aktiv, sondern auch im Bereich Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge und Wärmepumpen gut aufgestellt. Doch die sonst als Stärke geltende breite Produktpalette wird derzeit zum Nachteil.

In vielen Sparten sieht sich das Unternehmen nach eigenen Aussagen nur noch eingeschränkt wettbewerbsfähig. Neben dem Zulieferbereich gibt es auch in anderen Unternehmensbereichen umfangreiche Sparprogramme. Die seit Ende 2023 angekündigten Kürzungen summieren sich auf weltweit rund 29.000 Stellen.

Nächste Zahlen im Januar erwartet

Für das Geschäftsjahr 2025 kündigt Bosch vorläufige Zahlen für Ende Januar an. Bis dahin bleibt offen, wie weit der Rückgang tatsächlich reicht – und wie stark der Spardruck auf die Belegschaft noch steigen wird.

Mit Material der dpa

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Bosch und dem Gewinnrückgang

Wie stark ist der Gewinn von Bosch eingebrochen? – Der Vorsteuergewinn sank 2024 um fast ein Drittel auf gut 2,7 Milliarden Euro.

Was sind die Hauptgründe für den Rückgang? – Laut CEO Stefan Hartung sind Zölle, Handelsbarrieren, erhöhter Wettbewerb und nachlassende Zahlungsbereitschaft der Kunden ausschlaggebend.

Wie viele Stellen will Bosch abbauen? – Die Ankündigungen seit Ende 2023 summieren sich auf rund 29.000 Jobs weltweit.

Welche Bereiche sind besonders betroffen? – Besonders stark betroffen ist der Zulieferbereich, insbesondere in Deutschland.

Wann rechnet Bosch mit einer Erholung? – Eine Zielrendite von mindestens sieben Prozent wird laut Hartung frühestens ab 2027 erwartet.