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Die Rolle von CMMS in der Wartungsautomatisierung

Angesichts der hohen Kosten, die durch ungeplante Ausfallzeiten anfallen, können es sich Unternehmen nicht mehr leisten, die Wartung als „notwendiges Übel“ zu betrachten.

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CMMS: Eine Technikerin nutzt ein Tablet zur digital gesteuerten Wartung von Maschinen, um Ausfälle zu reduzieren.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen straff getaktete Produktionspläne einhalten, Ausfallzeiten minimieren und dafür sorgen, dass Anlagen mit maximaler Leistung laufen. Um dies zu erreichen, sind effiziente Wartungsteams für den Erfolg eines Unternehmens äußerst wichtig. Diese Aufgabe ist für viele Wartungsteams eine große Herausforderung, da sie oft mit einem begrenzten Budget und schrumpfendem Personal zurechtkommen müssen. Mit automatisierten, digitalen Lösungen ist es jedoch möglich, die Teams effizient zu unterstützen, um so die Herausforderungen besser in den Griff zu bekommen. Kernstück ist dabei ein computergestütztes Instandhaltungsmanagementsystem (Computerised Maintenance Management System, CMMS), das in den Werkzeugkasten jedes Wartungsteams gehört. Das CMMS automatisiert alle Prozesse, die eine intelligente Entscheidungsfindung unterstützen, sodass Unternehmen schlanke, proaktive Wartungsstrategien entwickeln können - und so eine höhere Effizienz erreichen.

Manuelle Analyse von Überwachungsdaten ist schwierig und zeitintensiv

Mit datengesteuerten Strategien zur Instandhaltung, wie Predictive Maintenance, lassen sich die Lebensdauer von Anlagen erheblich verlängern, Ausfallzeiten reduzieren und die Gesamtkosten für die Instandhaltung senken. Allerdings ist nicht jedes Unternehmen in der Lage, solche Strategien auch umzusetzen. Oft scheitert es bereits daran, dass es an erfahrenen Fachkräften fehlt. Das Erheben und Überwachen großer Mengen von Zustandsdaten erfordert viel Zeit und Erfahrung. Die genaue Analyse dieser Daten, ihre Kontextualisierung und die Definition, wie sie auf Veränderungen oder Abweichungen bei der Anlagenleistung reagieren sollen, ist zeitintensiv und ohne ausgewiesenes Expertenwissen nicht möglich. Eine CMMS-Software automatisiert dabei nahezu alle Prozesse, die einen erfolgreichen vorausschauenden Wartungsansatz unterstützen und fungiert gleichzeitig als zentrale Informationsquelle für alle Aktivitäten innerhalb einer Anlage. 

CMMS stellt alle Informationen automatisch zusammen

Michael Mills, Technical Sales Manager bei Fluke Reliability: "Viele Wartungsteams befinden sich in einer kontinuierlichen Notfallsituation. Sie verbringen 80 Prozent ihrer Zeit damit, auf Notfälle zu reagieren, und nur 20 Prozen mit vorbeugenden Maßnahmen, die den Betrieb der Anlage tatsächlich aufrechterhalten. Dies ist nicht nur ein operatives Problem, sondern auch eine finanzielle Belastung. "

Wenn ein Sensor zur Zustandsüberwachung einen Alarm auslöst, beispielsweise aufgrund hoher Vibrationswerte oder einer Veränderung der Leistungsdaten, löst dieser beispielsweise einen Alarm über das CMMS aus. Das CMMS stellt daraufhin die Informationen zusammen, die das Team zum Beheben des Problems benötigt: zum Beispiel die Historie des Anlagenzustands, Arbeitsaufträge, eine Ersatzteil- und Werkzeugliste oder eine ausführliche Checkliste für die einzelnen Arbeitsschritte. Bei Bedarf überprüft das CMMS auch bestehende Mitarbeiterpläne und gibt Empfehlungen zur Priorisierung und Planung von Aufgaben. Leistungsstarke CMMS können die Kontextinformationen sofort zur Verfügung stellen, präsentieren sie in einem übersichtlichen, leicht lesbaren Format und geben Entscheidungsträgern damit alle notwendigen Informationen, um das weitere Vorgehen zu planen. Das CMMS ersetzt dabei ein großes Team von Technikern, das - ausgestattet mit einem hervorragenden Gedächtnis und ausgezeichneten organisatorischen Fähigkeiten - seine Augen und Ohren überall im Unternehmen hat. Bei Alarmen von Sensoren, Supervisory Control and Data Acquisition (SCADA) oder Building Management Systems (BMS) generiert das CMMS automatisch Arbeitsaufträge, sodass zwischen der Warnmeldung und dem nächsten Wartungsschritt keine Zeit verloren geht. Die Aufträge enthalten bereits alle relevanten Informationen und Anweisungen, mit dem Ergebnis, dass die Fehlerquote bei den Wartungsarbeiten sinkt. Hinzukommt, dass das CMMS Unternehmen viel Zeit spart. Während das System die intelligenten, KI-gestützten Hintergrundprozesse ausführt, können Manager bereits parallel fundierte, kontextbezogene Entscheidungen treffen. Die Teams erhalten dadurch Zeit für komplexere Aufgaben, beispielsweise die Steigerung der Produktivität auf Basis proaktiver, datengestützter Wartungsstrategien.

CMMS kann die Sicherheit für Personal erhöhen

Ein CMMS ist nicht in der Lage, Mitarbeiter beim Ausführen von Wartungsaufgaben physisch zu schützen. Die Software kann jedoch beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen in die Checkliste für den Arbeitsauftrag integrieren und dafür sorgen, dass diese für die Mitarbeiter sicherer werden. Bei Elektroarbeiten sind Hinweise sinnvoll, dass die elektrischen Geräte vor Beginn der Reparatur vollständig ausgeschaltet sind. Wird die Anweisungen direkt in den Arbeitsauftrag eingebunden, sind die Technik-Teams vor diesen potenziell tödlichen Unfällen geschützt, die durch Unachtsamkeit entstehen können. Auch Erinnerungen zum Abschalten der Maschinen, dem Anlegen von Schutzausrüstungen oder das Nutzen bestimmter Werkzeuge sollten bei Bedarf in einem Arbeitsauftrag hinterlegt sein. Die Sicherheitsvorkehrungen beschränken sich dabei nicht auf Elektroarbeiten allein, sondern sind in nahezu jedem Sektor - vom Bergbau bis zur Produktion - wichtig. Mit dergleichen CMMS-Funktionalität lassen sich auch Wartungsabläufe standardisieren, die entscheidende Schritte automatisiert in die Checklisten überträgt. Für Mitarbeiter, die im Feld keinen Zugang zum Internet haben, bieten die meisten CMMS auch eine mobile Version an.

Integrationen, Automatisierung und Erweiterung der Funktionen

Durch nahtlose Integrationen in die Systeme von Drittanbietern wie SCADA-, Enterprise Resource Planning (ERP) oder BMS-Systeme erhält das CMMS Zugriff auf deren Produktionsdaten und kann so die Wartungsprioritäten sehr genau festlegen. Auf der Grundlage von SCADA- und BMS-Daten kann das CMMS Arbeitsaufträge generieren und detaillierte Benachrichtigungen oder Entscheidungsempfehlungen abgeben. Durch Integrationen mit Business Integration (BI)-Plattformen und ERP-Systemen sind auch intelligente Entscheidungen im Bereich Bestands- und Ersatzteilverwaltung möglich. Die CMMS-Software ist dafür bereits mit einer Reihe von Funktionen ausgestattet. Sie kann Arbeitsaufträge und PMs verfolgen und vorhersagen, wann neue Teile bestellt werden müssen. Kombiniert mit den Finanzfunktionen eines ERP lassen sich Bestellungen leichter verfolgen, Preise einfacher überwachen und intelligente Entscheidungen schneller treffen. Dieser Prozess unterstützt auch bei der Prognose und Planung. Einige CMMS lassen sich auch in CRMs und häufig verwendeten Plattformen wie Slack und Outlook integrieren. Der nahtlose Datenaustausch sorgt dabei für einen abteilungsübergreifenden Austausch, bei dem alle Entscheidungsträger jederzeit auf dem gleichen Stand sind. 

Fazit: CMMS erhöht die Effizienz

Ein CMMS kann mehr als nur Arbeitsabläufe optimieren. Durch die intelligente Automatisierung der Datenerfassung, Kontextualisierung und Planungsfunktionen verbessert es im gesamten Unternehmen die Effizienz, sorgt für mehr Sicherheit und stellt sicher, dass Entscheidungsträger im gesamten Unternehmen auf Basis aktueller Daten schlanke, proaktive Wartungsstrategien entwickeln können und eine höhere Effizienz erreichen.