Zwei chinesische VW-Werker inspizieren einen T-Roc  bei der Endkontrolle

Endkontrolle in einem chinesischem VW-Werk. Der Konzern betreibt einige Werke in China. - Bild: Volkswagen

| von Gabriel Pankow

Die Coronavirus-Krise und die schwächere Konjunktur in vielen Ländern haben die Verkäufe des VW-Konzerns nach einem ersten Einbruch im Januar auch im Februar schwer belastet. Im wichtigsten Einzelmarkt China stürzten die Auslieferungen während des zurückliegenden Monats im Vorjahresvergleich um fast drei Viertel (74,0 Prozent) auf 60.900 Fahrzeuge ab. Dies teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Der Effekt war maßgeblich dafür verantwortlich, dass auch bei weltweiter Betrachtung ein erhebliches Minus um 24,6 Prozent auf 546 300 Autos in der Absatzstatistik der Wolfsburger stand. VW erwartet, dass sich die Lage aber bald wieder etwas stabilisiert.

VW in Sorge wegen Covid-19

Zentraler Grund für die jüngste Entwicklung vor allem in Ostasien war nach Konzernangaben die Unsicherheit wegen des Covid-19-Erregers. "Unser Geschäft im Februar war massiv beeinträchtigt dadurch, dass sich China kaum aus den eigenen vier Wänden bewegt hat", sagte ein Manager. Es sei "ganz klar ein Corona-Monat" gewesen.

Auch in manchen anderen Märkten ging die Nachfrage zurück. So wurde der größte Autokonzern der Welt in der gesamten Asien-Pazifik-Region 10,6 Prozent weniger Wagen los. In Westeuropa fiel das Minus mit 3,5 Prozent noch relativ glimpflich aus. Besser lief es in Nordamerika (+8,4 Prozent) und Südamerika (+13,9 Prozent). Die Kaufzurückhaltung wird in Summe auch im Vergleich zum schon kritischen Januar deutlich: Bezogen auf den Vormonat ging es für die VW-Gruppe zuletzt um 13,9 Prozent abwärts, in China einschließlich Hongkong um 35,0 Prozent.

Die Kernmarke VW Pkw war mit Abstand am stärksten betroffen. Ihre Auslieferungen sackten im Februar global um knapp ein Drittel (32,1 Prozent) auf 270.100 Wagen ab. Es folgten Audi (-22,5 Prozent) und Skoda (-19,1 Prozent). Unter den Volumenmarken gelang einzig der spanischen Tochter Seat ein minimaler Zuwachs (+1,0 Prozent).

Chinesische Autobranche in Schieflage

Nach VW-Einschätzung rutschte die gesamte Autobranche in China noch stärker ab, die Rede ist von 80 Prozent. Der Konzern habe das etwas abfedern können: "Volkswagen hat sich besser geschlagen als der Gesamtmarkt." Man hoffe, dass in dem Land schon im laufenden Monat eine Entspannung einsetze. Branchenweit dürfte das Minus demnach noch um 40 bis 50 Prozent unter Vorjahr liegen. "In Richtung Frühsommer könnte man ein Niveau vergleichbar mit dem Vorjahr erreichen." Auch Volkswagens Joint-Venture-Partner FAW und SAIC seien "vorsichtig optimistisch, dass wir auf einem Trend der Erholung sind".

Weil zahlreiche Kunden aus Sorge vor Ansteckungen zuletzt zu Hause geblieben seien, habe VW verstärkt auf Online-Kontakte gesetzt. Auf der Produktionsseite habe man nach den zeitweiligen Unterbrechungen zu Beginn der Viruskrise in China nun das Gröbste hinter sich. "Bis auf 2 Werke von 33 haben wir wieder alle im Netz", sagte der Manager.

Man habe die Konzern-Lieferketten aufrechterhalten: "Zulieferungen aus China sind nicht abgerissen." Es gebe noch "ein kritisches Bauteil", bei dem an den europäischen Standorten aber keine Sorge vor Mangel bestehen müsse. 2020 sei der Fertigungsstart aller geplanten neuen Modelle in China nach jetziger Einschätzung nicht gefährdet.