Jungheinrich hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich mit Wachstum abgeschlossen.

Jungheinrich hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich mit Wachstum abgeschlossen. - Bild: Jungheinrich

| von Stefan Weinzierl

Überblick: Jungheinrich 2017

  • Umsatz: +11 Prozent, Auftragseingang Wert: +11 Prozent und Stück: +13 Prozent
  • Ergebnis nach Steuern: +18 Prozent
  • Dividende: +14 Prozent
  • Starke Nachfrage im Kernmarkt Europa und Logistiksystemgeschäft
  • Umsatzprognose 2018: 3,6 - 3,7 Milliarden Euro

„Jungheinrich hat wieder geliefert und seine Prognose erfüllt", sagte Hans-Georg Frey, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG. "Gemeinsam mit unseren 16.000 Mitarbeitern setzen wir das starke Wachstum mit neuen Höchstwerten fort. Damit wurden erneut wichtige Meilensteine auf dem Weg zu unserem Ziel von 4 Milliarden Euro Jahresumsatz für das Jahr 2020 genommen."

Die strategische Aufstellung insbesondere bei den Megatrends Elektromobilität sowie Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung verschaffen laur Frey dem Unternehmen einen großen Vorteil. "Dank unserer brancheneinmaligen Energie-Expertise konnten wir 2017 den größten Fahrzeugauftrag der Firmengeschichte gewinnen – über 1.000 Fahrzeuge, alle ausgestattet mit Lithium-Ionen-Technologie. Mehr und mehr Kunden vertrauen uns bei der Automatisierung ihrer Lager zur Bewältigung ihrer intralogistischen Herausforderungen des E-Commerce." Damit positioniere sich Jungheinrich erfolgreich als innovativer Anbieter für maßgeschneiderte Lösungen im Lager.

Jungheinrich ist heute ein anderes Unternehmen als noch vor fünf Jahren", so Frey. Seit 2013 konnte das Unternehmen laut der Mitteilung den Umsatz um 50 Prozent steigern und das nahezu organisch. Man sei nun in 39 Ländern mit eigenem Direktvertrieb vertreten, so Frey. "Diesen Weg setzen wir fort."

Auf Basis einer erwarteten positiven Marktentwicklung 2018 rechnet Jungheinrich für das laufende Geschäftsjahr mit einem Auftragseingang zwischen 3,75 und 3,85 Milliarden Euro sowie einem Umsatz zwischen 3,6 und 3,7 Milliarden. Das EBIT sollte nach Unternehmenseinschätzung zwischen 270 Millionen und 280 Millionen liegen.“

Video: Jungheinrich Lagernavigation

Markt

Der Weltmarkt für Flurförderzeuge wies 2017 mit 18 Prozent beziehungsweise 213 Tausend Flurförderzeugen ein sehr starkes Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Die Hälfte davon war auf die extrem starke Nachfrage im chinesischen Markt zurückzuführen, die um 39 Prozent kletterte. Hier waren insbesondere die stark gestiegenen Bestellungen für verbrennungsmotorische Gegengewichtsstapler von Bedeutung.

Ohne Berücksichtigung von China wuchs der Weltmarkt um 12 Prozent. Auch der gute Anstieg des Marktvolumens in Nordamerika um 11 Prozent war zu etwas mehr als 50 Prozent auf die höhere Nachfrage nach Staplern mit verbrennungsmotorischem Antrieb zurückzuführen. In Europa, dem Kernmarkt für Jungheinrich, legte die Nachfrage um 12 Prozent zu, mit einem Plus von 10 Prozent in Westeuropa und 20 Prozent in Osteuropa.

Auftragseingang und Auftragsbestand

Der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich der für Mietgeräte enthält, lag mit 123 Tausend Fahrzeugen um 13 Prozent über dem Vorjahreswert (109 Tausend Fahrzeuge). Ausschlaggebend hierfür war die stark gestiegene Nachfrage, insbesondere in Europa. Der wertmäßige Auftragseingang, der die Geschäftsfelder Neugeschäft, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst umfasst, übertraf mit 3.560 Millionen Euro den Vorjahreswert (3.220 Millionen Euro) um 11 Prozent beziehungsweise 340 Millionen Euro.

Rund ein Viertel davon war auf die höhere Nachfrage nach Logistiksystemlösungen zurückzuführen. Der Auftragsbestand des Neugeschäftes zum 31. Dezember 2017 belief sich auf 692 Millionen Euro (Vorjahr: 610 Millionen Euro). Die Auftragsreichweite lag damit bei vier Monaten.

Produktion 

Das Produktionsvolumen folgt zeitversetzt der Entwicklung des Auftragseinganges. Im Berichtszeitraum übertrafen die Produktionsstückzahlen mit 120 Tausend Fahrzeugen den Vorjahreswert von 106 Tausend Fahrzeugen um 13 Prozent. Der Anstieg des Produktionsvolumens ist vorrangig auf die Steigerung der Stückzahlen bei den lagertechnischen Geräten zurückzuführen. Sie sind mit einem Anteil von 80 Prozent am Gesamtproduktionsvolumen das größte Produktsegment des Unternehmens.

Umsatz

Der Konzernumsatz erreichte 3.435 Millionen Euro und stieg damit um 11 Prozent beziehungsweise 350 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr (3.085 Millionen Euro) an. Auf Europa entfielen 88 Prozent (Vorjahr: 87 Prozent) der Umsatzerlöse. Dort wurden die Zuwächse von Steigerungen in Deutschland, Frankreich, Russland und Italien getragen. Die Auslandsumsätze legten um 11 Prozent auf 2.584 Millionen Euro (Vorjahr: 2.332 Millionen Euro) zu, entsprechend lag die Auslandsquote bei 75 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent).

Die Umsatzerlöse außerhalb Europas erreichten 415 Millionen Euro (Vorjahr: 403 Millionen Euro). Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 12 Prozent (Vorjahr: 13 Prozent). 

Ergebnis

Das EBIT erhöhte sich um 24 Millionen Euro bzw. 10 Prozent auf 259 Millionen Euro (Vorjahr: 
235 Millionen Euro). Die EBIT-Rendite erreichte mit 7,5 Prozent nicht ganz das Niveau des Vorjahres (7,6 Prozent). Das EBT lag mit 243 Millionen Euro um 13 Prozent über dem Vorjahr (216 Millionen Euro). Die EBT-Rendite erreichte 7,1 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich um 28 Millionen Euro beziehungsweise 18 Prozent auf 182 Millionen Euro (Vorjahr: 154 Millionen Euro) und das Ergebnis je Vorzugsaktie entsprechend auf 1,80 Euro (Vorjahr: 1,52 Euro).

Dividende

Aufgrund der positiven Ergebnisentwicklung schlägt der Vorstand der Jungheinrich AG vor, eine gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent höhere Dividende in Höhe von 0,48 Euro je Stammaktie (Vorjahr: 0,42 Euro) und 0,50 Euro je Vorzugsaktie (Vorjahr: 0,44 Euro) auszuschütten. Aus dem Dividendenvorschlag ergeben sich eine Gesamtausschüttung in Höhe von 50 Millionen Euro (Vorjahr: 44 Millionen Euro) und eine Ausschüttungsquote von 28 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). Jungheinrich verfolgt grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher Dividendenzahlungen. Ziel ist es, zwischen 25 Prozent und 30 Prozent des Ergebnisses nach Steuern an die Aktionäre auszuschütten.

Mitarbeiter

Im Berichtsjahr hat der Jungheinrich-Konzern seine Personalkapazität erweitert und dabei hauptsächlich den Vertrieb in Europa gestärkt. Am 31. Dezember 2017 waren 16.248 (Vorjahr: 15.010) Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg um 8 Prozent beziehungsweise 1.238 Beschäftigte. In Europa verzeichneten die Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Polen, Italien, Großbritannien und Frankreich die höchsten Mitarbeiterzugänge. Außerhalb Europas wurde insbesondere der Vertrieb in Brasilien personell verstärkt. Für Jungheinrich waren zum 31. Dezember 2017 in der Metropolregion Hamburg 3.192 Mitarbeiter, davon 1.184 in Hamburg beschäftigt. 

Markteinschätzung und Prognose für 2018

In Anbetracht der weltweit positiven Konjunkturindikatoren erwarten wir, dass der Weltmarkt für Flurförderzeuge 2018 im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wächst. In einzelnen Märkten halten wir sogar ein höheres Wachstum für möglich. In unserem Kernmarkt Europa gehen wir ebenfalls von einem Anstieg des Marktvolumens im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus. 

Unter Berücksichtigung des zuvor beschriebenen Konjunktur- und Branchenausblickes erwartet Jungheinrich für 2018 einen Auftragseingang zwischen 3,75 Milliarden Euro und 3,85 Milliarden Euro (2017: 3,56 Milliarden Euro). Wir streben eine leichte Verbesserung unseres Marktanteiles in Europa (2017: 21,5 Prozent) an. Der Konzernumsatz dürfte sich innerhalb einer Bandbreite von 3,6 Milliarden Euro bis 3,7 Milliarden Euro (2017: 3,44 Milliarden Euro) bewegen. 

Jungheinrich