EU- und Russlandflagge nebeneinander

Zwischen der EU und Russland gibt es derzeit schwere politische Spannungen. - Bild: ONUR - stock.adobe.com

Der deutsche Wirtschaftsexperte Ulf Schneider sieht ungeachtet schwerer politischer Spannungen Chancen für einen Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Russland. "Weil wir politisch in der Sackgasse sind, ist es wichtig, weiter an der Brücke auf wirtschaftlicher Ebene zu bauen", sagte der Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok in Moskau der Deutschen Presse-Agentur. Die 2015 gegründete Initiative, in der Vertreter etwa aus Deutschland, Österreich, Italien und Russland Mitglied sind, setzt sich für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion ein.

Es gebe "unterhalb des politischen Radars" in diesem Jahr mehrere gemeinsame Veranstaltungen, um etwa an der Standardisierung und Harmonisierung von rechtlichen Normen zu arbeiten, sagte Schneider. So könne etwa im Zollwesen Bürokratieabbau und eine Vereinheitlichung von Lieferdokumenten erreicht werden, um kleine und mittelständische Unternehmen künftig zu entlasten.

Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines Freihandelsabkommens und visafreien Wirtschaftsraums für 650 Millionen Menschen zwischen Lissabon (Portugal) und Wladiwostok im äußersten Osten Russlands an der Pazifikküste.

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Als ein Beispiel der Zusammenarbeit nannte der Chef der Schneider Group in Moskau auch die gegenseitige Anerkennung von klinischen Studien auf dem Pharmamarkt. "Schwieriger wird es sicherlich bei den Zulassungsverfahren für Arzneimittel und Pharmaprodukte selbst. Aber Experten halten das für machbar", sagte der Hamburger Unternehmer, der seit rund 20 Jahren in Russland tätig ist.

Die Initiative Lissabon-Wladiwostok hat mehr als 100 Mitglieder aus zwölf Staaten, darunter etwa die deutsch-russische Auslandshandelskammer in Moskau.

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