Flexibler, skalierbarer und wirtschaftlicher: Marsilli setzt bei Produktionssystemen auf Robotik
Verlangsamtes Wachstum in der E-Mobilität, dafür Dynamik in der Humanoid-Robotik: Kumar Rajasekhara, President and CEO von Marsilli North America, analysiert den Wandel der nordamerikanischen Produktionssysteme und neue Chancen.
Kumar Rajasekhara (CEO Marsilli North America) präsentiert auf der EPTS 2026 in Nürnberg, wie flexible Automatisierung und präzise Statoren-Fertigung die Entwicklung kompakter Antriebe für die Humanoid-Robotik antreiben.Symbolbild - KI-generiert
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Key Takeaways
Hauptwachstumstreiber Statoren-Montage: Für Marsilli bildet die Kombination aus präziser Wickeltechnik, Automatisierung und Montage-Lösungen für Statoren das zentrale Element des künftigen Unternehmenswachstums.
Strategiewechsel bei E-Mobilität: Aufgrund von verlangsamtem Wachstum und Marktunsicherheiten investieren Automobilhersteller zielgerichteter und fokussieren sich auf Effizienz, Flexibilität und Anlagenauslastung statt auf reine Kapazitätserweiterungen.
Impuls durch Humanoide Robotik: Globale KI-Entwicklungen treiben den Bedarf an kompakten Elektromotoren und Aktuatoren massiv an; Nordamerika etabliert sich hierbei als primärer Innovationsmotor.
Anforderung an Fertigungssysteme: Junge High-Tech-Sektoren erfordern zu Beginn hochflexible Produktionsanlagen, die kleinere Stückzahlen und häufige Designänderungen kosteneffizient bewältigen können.
Erfolgsfaktoren für Anlagenbauer: Entscheidend für den Markterfolg bis Ende des Jahrzehnts sind Simultaneous Engineering, schnelle Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Produktportfolios.
Welche technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen werden den Markt für Produktionssysteme bis zum Ende dieses Jahrzehnts am stärksten beeinflussen, insbesondere im Hinblick auf Skalierbarkeit, Produktvielfalt und Kostendruck?
Kumar Rajasekhara: Aus meiner Sicht wird der Markt für Produktionssysteme bis zum Ende dieses Jahrzehnts vor allem durch das Zusammenspiel von anhaltendem Kostendruck, zunehmender Produktkomplexität, der Entstehung neuer wachstumsstarker Technologiemärkte und der globalen Zollpolitik geprägt sein. Letztere kann in den einzelnen Regionen zu unterschiedlichen Investitionsstrategien führen.
Speaker-Profile & Keynote auf der EPTS 2026
Kumar Rajasekhara, CEO & President von Marsilli North America Inc. – Experte für Wickeltechnik, Automatisierung und Fertigungssysteme im nordamerikanischen Markt.
Hauptveranstaltungsort (8.–9. Dezember 2026):Meistersingerhalle Nürnberg (Münchener Straße 21, 90478 Nürnberg)
Pre-Event (7. Dezember 2026): Ein optionales Auftaktevent mit Führung und Networking findet am Vorabend beim Forschungsinstitut FAPS (Fürther Straße 246b, 90429 Nürnberg) statt.
Kumar Rajasekhara spricht am ersten Hauptkonferenztag (8. Dezember 2026) in der Meistersingerhalle.
Entgegen den Erwartungen von vor einigen Jahren verzeichnet die Elektromobilität derzeit in vielen Regionen ein langsameres Wachstum und eine größere Marktunsicherheit. Daher werden Investitionen in Produktionskapazitäten zunehmend selektiver getätigt. Die Hersteller konzentrieren sich stärker auf Effizienz, Flexibilität und die Auslastung bestehender Anlagen, anstatt ihre Kapazitäten in großem Umfang auszubauen.
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Die weltweiten technologischen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden ein wesentlicher Treiber für Produktionssysteme in neuen Märkten wie der humanoiden Robotik und der Robotik im Allgemeinen sein. Obwohl einige Robotikhersteller bereits unmittelbar auf eine Großserienproduktion setzen, benötigen diese Branchen zunächst hochflexible Produktionssysteme, die kleinere Stückzahlen, häufige Konstruktionsänderungen und eine größere Produktvielfalt bewältigen können. Skalierbarkeit wird dabei sicherlich eine wichtige Rolle spielen, und einige Hersteller werden gezielt darauf achten. Die Prognosen für hohe Produktionsvolumina könnten den nordamerikanischen Markt für Produktionssysteme jedoch erheblich beeinflussen.
Dieses Zusammenspiel technologischer und wirtschaftlicher Entwicklungen wird dazu führen, dass bestimmte Erfolgsfaktoren im Markt für Produktionssysteme entscheidend werden: die Fähigkeit, sich am Simultaneous Engineering zu beteiligen, Produktionskapazitäten effizient zu skalieren, Anlagen an unterschiedliche Produktportfolios anzupassen und in einem zunehmend volatilen Marktumfeld wettbewerbsfähige Kostenstrukturen aufrechtzuerhalten.
Wie können sich europäische Maschinen- und Anlagenbauer im globalen Wettbewerb nachhaltig differenzieren: durch flexiblere Produktionslinienkonzepte, kürzere Industrialisierungszeiten, digitale Prozesssteuerung oder eine besonders robuste Qualitätssicherung?
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Kumar Rajasekhara: Meiner Ansicht nach wird sich der nachhaltige Wettbewerbsvorteil europäischer Maschinen- und Anlagenbauer künftig nicht allein aus Faktoren wie Flexibilität, Digitalisierung oder Qualitätssicherung ergeben. Diese werden zunehmend als selbstverständlich vorausgesetzt und sind immer seltener echte Alleinstellungsmerkmale.
Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr in der Fähigkeit, Engineering-Prozesse schnell umzusetzen, Lösungen konsequent auf die Anforderungen des Kunden zuzuschneiden und Innovation aktiv voranzutreiben. Kunden suchen heute Partner, die Ideen zügig in industrielle Anwendungen überführen und Technologien gezielt an individuelle Anforderungen anpassen können, anstatt lediglich standardisierte Konzepte anzubieten.
Die Geschwindigkeit der Industrialisierung wird dabei zweifellos eine wichtige Rolle spielen. Ebenso entscheidend ist jedoch die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Besonders erfolgreich werden diejenigen Unternehmen sein, die ihre Kunden frühzeitig in den Entwicklungsprozess einbeziehen, gewohnte Denkweisen hinterfragen und gemeinsam neue Produktionskonzepte entwickeln. Dafür braucht es den Mut, neue Wege zu gehen, statt sich ausschließlich an bestehenden Markttrends zu orientieren.
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Bei Marsilli sind wir überzeugt, dass Innovation weit mehr ist als die reine Entwicklung neuer Technologien. Sie zeigt sich auch darin, wie wir mit unseren Kunden zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die zukünftige Herausforderungen in der Fertigung praxisnah, kreativ und nachhaltig adressieren. Oder anders gesagt: "Thinking outside the box".
Deshalb bin ich überzeugt, dass die wichtigste Stärke europäischer Hersteller in Zukunft darin liegen wird, schneller Innovationen voranzutreiben, individueller auf Kundenbedürfnisse einzugehen und vertrauensvolle Partnerschaften aufzubauen. Partnerschaften, die beiden Seiten die Möglichkeit geben, mutige Entscheidungen zu treffen und gemeinsam erfolgreich zu sein.
Marsilli kombiniert Wickeltechnologie mit Automatisierungs- und Montagekompetenz für Rotoren, Statoren und Batterieverbindungssysteme. Welche dieser Lösungen wird Ihrer Einschätzung nach das künftige Wachstum des Unternehmens in Nordamerika maßgeblich antreiben?
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Kumar Rajasekhara: Für Marsilli in Nordamerika sehen wir den wichtigsten Wachstumstreiber in der Wickeltechnologie in Verbindung mit Automatisierungs- und Montagelösungen für Statoren.
Auch wenn die Automobilindustrie weiterhin eine Rolle für unsere Zukunft spielen wird, entstehen die spannendsten Chancen derzeit in neuen Branchen, in denen Elektromotoren, Präzisionswickeltechnik und fortschrittliche Automatisierung eine entscheidende Bedeutung haben.
Ein Bereich mit besonders großem kurz- und langfristigem Potenzial ist der Markt für Robotik und humanoide Roboter. Obwohl sich dieser Markt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet und eine breite industrielle Anwendung voraussichtlich noch einige Jahre auf sich warten lassen wird, zieht er erhebliche Investitionen an, insbesondere in Nordamerika. Humanoide Roboter benötigen eine Vielzahl hocheffizienter und kompakter Elektromotoren und Aktuatoren. Dadurch entsteht eine Nachfrage nach fortschrittlichen Wickel-, Montage- und Automatisierungstechnologien.
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In Europa ist diese Entwicklung bislang noch nicht im gleichen Ausmaß zu beobachten. Nordamerika hingegen entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Impulsgeber und Innovationstreiber auf diesem Gebiet. Entsprechend sehen wir wachsende Chancen, Kunden bei der Entwicklung von Robotersystemen der nächsten Generation und anderen fortschrittlichen Automatisierungslösungen zu unterstützen.
Aus meiner Sicht werden die künftigen Wachstumstreiber für Marsilli insgesamt darin liegen, unsere Kompetenzen in unterschiedlichen Märkten einzusetzen. Die Kombination aus Wickeltechnologie, Automatisierung und Montage-Know-how versetzt uns in eine gute Position, um aufstrebende Industriezweige zu unterstützen, die hochpräzise, skalierbare und innovative Fertigungslösungen benötigen.
Mit Blick auf das kommende Jahrzehnt werden Märkte wie die humanoide Robotik und andere fortschrittliche elektromechanische Anwendungen zunehmend zu bedeutenden Wachstumsmotoren werden, insbesondere in Nordamerika.
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Fakten zur EPTS 2026 Konferenz
Veranstaltung:EPTS 2026 (Production Technologies and Systems for E-Mobility)
Formate & Umfang: Führende europäische Fachkonferenz mit über 300 Experten aus Industrie und Forschung, 4 parallelen Vortrags-Tracks, Fachausstellung sowie Netzwerk-Abendevent.