Unbemannte Aufklärung für die Marine
U010 Aliaca VTOL: Airbus macht das bewährte Drohnensystem senkrechtstartertauglich
Airbus erweitert das unbemannte Aufklärungssystem U010 Aliaca um eine VTOL-Variante. Die vertikal startende Minidrohne bietet der französischen Marine flexible Überwachung auf See und an Land – ganz ohne Katapult oder Landenetz.
Airbus stellt die U010 Aliaca VTOL vor: eine Vertikal startende Aufklärungsdrohne für die französische Marine.
Airbus
Key Takeaways
Vertikaler Start und Landung: Die neue VTOL-Variante der Airbus U010 Aliaca benötigt lediglich eine Startfläche von 5 × 5 Metern und macht Katapulte sowie Fangsicherungen überflüssig.
Einsatzbereich: Entwickelt im Rahmen des SMDM-Programms für die französische Marine (Marine Nationale), eignet sich das System für maritime und landgestützte Aufklärungseinsätze (ISR).
Zwei Antriebsoptionen: Verfügbar als reine Elektro-Version (3 Stunden Flugdauer, 50 km Reichweite) oder als Hybrid-Variante (6 Stunden Flugdauer, 100 km Reichweite).
Hohe Nutzlast: Das 25 kg schwere Unmanned Aerial System (UAS) trägt bis zu 3 kg Nutzlast, darunter EO/IR-Infrarotsensoren und ein AIS-System zur Schiffsidentifikation.
Einsatzbereitschaft: Binnen 15 Minuten startbereit, ist die Drohne auch in Umgebungen ohne verlässliches GPS-Signal (GNSS-denied) voll navigationsfähig.
Was bedeutet VTOL bei taktischen Drohnen?
VTOL steht für Vertical Take-Off and Landing (vertikales Starten und Landen). Bei der U010 Aliaca VTOL kombiniert Airbus vier Rotoren für den senkrechten Auf- und Abstieg mit einem klassischen Starrflügel-Layout für den energieeffizienten Streckenflug. Dadurch entfallen physische Start- und Landevorrichtungen wie Katapulte oder Netze, wodurch das System auf kleineren Schiffsdecks oder in beengtem Gelände problemlos eingesetzt werden kann.
Flexibler Operieren ohne Startkatapult und Landenetz
Mit der Weiterentwicklung der U010 Aliaca reagiert der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Survey Copter auf die gestiegenen Anforderungen moderner Marine- und Landstreitkräfte. Bislang erforderte das taktische Unmanned Aerial System (UAS) im Rahmen des französischen Rüstungsprogramms SMDM (Systèmes de Mini-Drones Aériens Embarqués pour la Marine) spezielle Startkatapulte und Netze zur Bergung an Bord von Schiffen. Mit der Einführung der VTOL-Fähigkeit (Vertical Take-Off and Landing) bricht das System mit dieser Einschränkung: Die Drohne kann nun vertikal abheben und landen, was den operativen Einsatz drastisch vereinfacht.
Maximale Einsatzvielfalt auf See und an Land
Durch den geringen Platzbedarf von lediglich 5 × 5 Metern für Start und Landung öffnet die U010 Aliaca VTOL Einsatzmöglichkeiten auf kleineren Schiffstypen wie Patrouillenbooten sowie in dicht bebauten oder unwegsamen Landzonen. Zu den primären Aufgaben des Systems gehören die Lagebilderstellung (ISR – Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance), die Küsten- und Grenzüberwachung, der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie der Kampf gegen illegale Aktivitäten wie Drogenhandel, Piraterie und Umweltverschmutzung. Auch bei zivilen Such- und Rettungseinsätzen (SAR) sowie bei der Katastrophenhilfe liefert das System Echtzeitdaten.
Drone U010 Aliaca: Technische Leistungsdaten im Überblick
| Parameter | Elektro-Version | Hybrid-Version |
| Maximales Startgewicht (MTOW) | 25 kg | 25 kg |
| Max. Nutzlast (Payload) | 2 kg | 3 kg |
| Flugdauer (Endurance) | Bis zu 3 Stunden | Bis zu 6 Stunden |
| Reichweite / Datenverbindung | 50 km | Bis zu 100 km (80 km Datalink) |
| Aufbau- & Startzeit | 15 Minuten | 15 Minuten |
| Kraftstoffkompatibilität | Elektroantrieb | JET A1, JP5, JP8 |
Hochleistungs-Sensoren und Navigation in gestörten Umgebungen
Die U010 Aliaca VTOL zeichnet sich durch eine fortschrittliche Sensorausstattung aus. Herzstück bildet ein kreiselstabilisierter elektro-optischer und infraroter Sensorkopf (EO/IR), der Tag- und Nachtsichtaufnahmen in hoher Auflösung liefert. Für maritime Missionen integriert die Drohne zudem ein automatisches Identifikationssystem (AIS), um Schiffe über Entfernungen von mehreren Hundert Kilometern zu erfassen und zu verfolgen. Ein entscheidender Vorteil im modernen Einsatzumfeld: Die Drohne bleibt auch bei gestörtem oder unterbrochenem Satellitensignal (GNSS-denied environment) zuverlässig navigierbar.
Das SMDM-Programm der französischen Marine
Das Projekt SMDM (Systèmes de Mini-Drones Aériens Embarqués pour la Marine) sichert der französischen Marine seit 2022 den Zugang zu bordgestützten Minidrohnen. Die französische Beschaffungsbehörde DGA bestellte insgesamt 34 Aliaca-Systeme. Während die neue VTOL-Variante ab 2026 den Fuhrpark erweitert, bleibt die bisherige Starrflügel-Version für mindestens sieben Jahre weiterhin parallel auf den ausgerüsteten Einheiten im aktiven Dienst.
Mit Material von Airbus
Häufig gestellte Fragen
Was zeichnet die U010 Aliaca VTOL von Airbus aus? - Die U010 Aliaca VTOL ist ein taktisches Minidrohnensystem, das dank integrierter Rotoren senkrecht starten und landen kann. Es benötigt weder Startkatapulte noch Landenetze und ist auf eine Startfläche von nur 5 × 5 Metern angewiesen.
Wer nutzt das Drohnensystem U010 Aliaca primär? - Erstkunde und Hauptbetreiber ist die französische Marine (Marine Nationale), welche die Drohne über die Beschaffungsbehörde DGA im Rahmen des SMDM-Programms geordert hat. Das System ist jedoch ebenso für landgestützte Einheiten konzipiert.
Welche Flugleistung und Reichweite hat die U010 Aliaca VTOL? - Als reine Elektro-Version erreicht die Drohne eine Flugdauer von bis zu 3 Stunden bei einer Reichweite von 50 km. Die Hybrid-Variante bietet eine Einsatzdauer von bis zu 6 Stunden und eine Reichweite von bis zu 100 km.
Welche Sensoren trägt die Drohne zur Aufklärung? - Die Drohne verfügt über eine kreiselstabilisierte EO/IR-Kamera für optische und Infrarot-Bilder bei Tag und Nacht sowie über ein AIS-System (Automatic Identification System) zur Ortung von Schiffen auf See.
Wie verhält sich die Drohne bei Navigationsstörungen durch GPS-Jamming? - Die U010 Aliaca VTOL ist so konstruiert, dass sie auch in Umgebungen ohne verlässliches GPS- beziehungsweise GNSS-Signal (GNSS-denied environments) sicher navigieren und ihre Mission fortsetzen kann.