Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust: Porsche-Abschreibung und China-Krise belasten Q3
Milliarden-Abschreibung auf Porsche, schwache China-Geschäfte und sinkende Margen drücken Volkswagen im 3. Quartal tief ins Minus: Der Auto-Riese verzeichnet 5,82 Milliarden Euro Verlust. Wie es zum Einbruch kam und was nun droht.
Bei Volkswagen läuft es aktuell alles andere als rund: Der Autobauer verbucht im Q3 einen Verlust von 5,82 Mrd. Euro. Hohe Porsche-Abschreibungen und schwache Verkäufe in China belasten das Ergebnis stark.nmann77 - stock.adobe.com
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Key Takeaways
Milliardenverlust im 3. Quartal: Das Konzernergebnis nach Steuern von Volkswagen sank zwischen Juli und September auf minus 5,82 Milliarden Euro (Vorjahresquartal: minus 1,07 Milliarden Euro).
Hohe Sondereffekte: Sondereinflüsse von 7,8 Milliarden Euro – maßgeblich verursacht durch eine 6,4 Milliarden Euro teure Firmenwert-Abschreibung auf Porsche – belasten das operative Ergebnis.
Umsatz- und Auslieferungsrückgang: Der Quartalsumsatz fiel um 6,3 Prozent auf 75,28 Milliarden Euro, während die weltweiten Auslieferungen um 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen Fahrzeuge einbrachen.
Drastischer Einbruch in China: Im Schlüsselmarkt China sanken die Verkäufe im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge.
Gesenkte Prognosen: Die operative Rendite für das laufende Jahr wird bei höchstens noch 1 Prozent erwartet (nach zuvor geplanten 4,0 bis 5,5 Prozent); für 2026 rechnet VW mit etwa 315 Milliarden Euro Umsatz.
Hohe Sonderbelastungen drücken VW tief ins Minus
VW: Die Q3-Kennzahlen im Überblick
Konzernergebnis nach Steuern: -5,82 Mrd. Euro (Vorjahresquartal: -1,07 Mrd. Euro)
Konzernumsatz: 75,28 Mrd. Euro (-6,3 % gegenüber Vorjahr)
Sondereffekte gesamt: 7,8 Mrd. Euro
Fahrzeug-Auslieferungen: 1,89 Mio. Stück (-14,3 % gegenüber Vorjahr)
Bei Europas größtem Automobilhersteller fallen die Geschäftszahlen deutlich schlechter aus als erwartet. Volkswagen hat im dritten Quartal (Juli bis September) ein Konzernergebnis nach Steuern von rund minus 5,82 Milliarden Euro ausgewiesen. Bereits im Vorjahresquartal hatte der Wolfsburger Konzern rote Zahlen geschrieben, damals lag der Fehlbetrag bei gut 1,07 Milliarden Euro.
Der Hauptgrund für den aktuellen Einbruch sind massive Sondereffekte in Höhe von insgesamt 7,8 Milliarden Euro. Neben den Sonderbelastungen machten dem Konzern das schwierige Marktumfeld in China, der weltweit intensivierte Preis- und Wettbewerbsdruck sowie der gestiegene Anteil margenschwächerer Elektrofahrzeuge am Gesamtabsatz zu schaffen. In der Folge verringerte sich der Konzernumsatz im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,28 Milliarden Euro.
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Milliarden-Abschreibung auf Porsche belastet das operative Ergebnis
Besonders schwer wiegt eine Wertberichtigung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche. Diese Abschreibung schlägt mit rund 6,4 Milliarden Euro zu Buche. Obwohl der Vorgang nicht zahlungswirksam ist, zieht er den operativen Gewinn von Volkswagen kräftig nach unten. Ursache hierfür sind gesunkene Erwartungen an die künftige Geschäftsentwicklung der Stuttgarter Tochtergesellschaft.
Schon ein Jahr zuvor gehörte die Situation bei Porsche zu den wesentlichen Faktoren für den damaligen Quartalsverlust. Die einst gewinnstarke Luxusmarke steckt seit Längerm in einer Krise, getrieben von Absatzeinbrüchen im China-Geschäft, der US-Zollpolitik sowie Kurskorrekturen bei der eigenen Elektro-Strategie. Zwar hatten sich die Kennzahlen bei Porsche zuletzt wieder etwas stabilisiert, die bilanziellen Altlasten schlagen jedoch weiterhin voll durch.
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Belastungsfaktoren für die Tochter Porsche
Die Wertberichtigung von 6,4 Milliarden Euro auf den Firmenwert spiegelt gedämpfte Zukunftserwartungen wider. Ursachen der anhaltenden Krise sind:
Ein deutlicher Einbruch der Verkäufe auf dem chinesischen Markt
US-amerikanische Zollbestimmungen
Erforderliche Kurskorrekturen innerhalb der Elektro-Strategie
Deutlicher Rückgang bei den Auslieferungen – China bricht ein
Auch bei den weltweiten Fahrzeugübergaben musste der Konzern Federn lassen. Von Juli bis September überreichte VW insgesamt 1,89 Millionen Fahrzeuge an Kunden – ein Minus von knapp 14,3 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Besonders drastisch zeigt sich die Lage auf dem chinesischen Kernmarkt: Dort gingen die Verkäufe im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf knapp 406.000 Fahrzeuge zurück. Betrachtet man die ersten neun Monate des Jahres bis Ende September, übergaben die Marken des Volkswagen-Konzerns gut 6 Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von 9,0 Prozent beziehungsweise rund 600.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Gedämpfte Erwartungen: Management kürzt Rendite- und Umsatzziele
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Angesichts der operativen Herausforderungen hatte das VW-Management um Konzernchef Oliver Blume die Gewinnprognose für das laufende Jahr bereits Mitte September nach unten korrigiert. Vom Jahresumsatz soll nun bestenfalls noch ein Prozent als operativer Gewinn verbleiben. Ursprünglich hatte die Zielspanne für die operative Rendite bei 4,0 bis 5,5 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatte die operative Rendite noch 2,8 Prozent betragen.
Auch bei den Umsatzerwartungen für die kommenden Jahre zeigt sich der Konzern vorsichtiger. Für das Jahr 2026 strebt VW einen Umsatz von rund 315 Milliarden Euro an, was der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite entspricht. Bereits im Juli hatte der Autobauer seine Erwartungen gesenkt: Statt eines Umsatzplus von bis zu 3 Prozent rechnet Volkswagen im besten Fall mit einer stagnierenden Entwicklung. Ein Umsatzrückgang von bis zu 3 Prozent wird nicht ausgeschlossen. Im vergangenen Jahr hatte der Gesamtumsatz des Konzerns bei 321,9 Milliarden Euro gelegen.
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VW-Auslieferungsentwicklung nach Märkten
Zeitraum / Markt
Auslieferungen
Veränderung zum Vorjahr
Q3 Gesamt
1,89 Mio. Fahrzeuge
-14,30%
Q3 China
knapp 406.000 Fahrzeuge
-38,50%
Januar bis September
gut 6,00 Mio. Fahrzeuge
-9,0 % (-600.000 Stück)
Mit Material der dpa
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch fällt der Verlust von Volkswagen im dritten Quartal aus? - VW verzeichnet im dritten Quartal ein Konzernergebnis nach Steuern von rund minus 5,82 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal lag der Fehlbetrag bei gut 1,07 Milliarden Euro.
Warum ist Volkswagen im 3. Quartal so tief in die roten Zahlen geraten? - Ausschlaggebend waren Sondereffekte von insgesamt 7,8 Milliarden Euro, allen voran eine Firmenwert-Abschreibung von 6,4 Milliarden Euro auf die Tochter Porsche. Zusätzlich belasteten der Einbruch im China-Geschäft, der weltweite Preis- und Wettbewerbsdruck sowie der höhere Anteil margenschwächerer E-Autos.
Wie stark ist der Absatz von VW auf dem chinesischen Markt eingebrochen? - Im dritten Quartal lieferte Volkswagen in China knapp 406.000 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 38,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Welche Rendite erwartet das VW-Management noch für das laufende Jahr? - Konzernchef Oliver Blume und die Unternehmensführung erwarten für das laufende Jahr höchstens noch eine operative Rendite von 1 Prozent. Zuvor war eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent angestrebt worden.
Welchen Umsatz plant Volkswagen für das Jahr 2026? - Volkswagen peilt für 2026 einen Umsatz von rund 315 Milliarden Euro an. Gegenüber dem Vorjahreswert von 321,9 Milliarden Euro erwartet der Konzern bestenfalls eine stabile Entwicklung, möglich ist aber auch ein Rückgang um bis zu 3 Prozent.