Europäische Rüstungskooperation

Großauftrag für Rheinmetall: Bundeswehr und Niederlande bestellen weitere Schützenpanzer Schakal

Europäischer Rüstungscoup: Die Beschaffungsagentur OCCAR ordert 69 weitere Radschützenpanzer Schakal für Deutschland und die Niederlande. Rheinmetall profitiert von einem Millionenauftrag und baut die Schakal-Flotte auf 291 Fahrzeuge aus.

Rheinmetall und Artec liefern 69 weitere Radschützenpanzer Schakal an Bundeswehr & Niederlande.
Rheinmetall und Artec liefern 69 weitere Radschützenpanzer Schakal an Bundeswehr & Niederlande.

Key Takeaways

  • 69 neue Radschützenpanzer Schakal: Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat bei der Artec GmbH 35 Fahrzeuge für die Bundeswehr und 34 für die Königlich Niederländische Landmacht geordert.

  • Erhöhung auf 291 Einheiten: Durch diese erste Optionsauslösung wächst der Gesamtauftrag von ursprünglich 222 (Hauptauftrag Oktober 2025) auf nun 291 Schakal-Gefechtsfahrzeuge.

  • Auftragswert im dreistelligen Millionenbereich: Rheinmetall verbucht durch die Optionsauslösungen ein Volumen im mittleren dreistelligen MioEUR-Bereich.

  • Kombination aus Boxer und Puma: Der Schakal vereint das Fahrgestell des Radpanzers Boxer mit dem Turm des Schützenpanzers Puma, bewaffnet mit der MK 30-2/ABM und MELLS.

  • Auslieferung ab 2032: Der vereinbarte Lieferzeitraum für die neu bestellten Fahrzeuge erstreckt sich von Mai 2032 bis November 2033.

Technische Spezifikationen & Leistungsdaten – Radschützenpanzer Schakal (Boxer RCT30)

KategorieTechnische Details & Parameter
Fahrzeugtyp & KonzeptRadschützenpanzer 8x8 (Modulares GTK Boxer-Fahrmodul kombiniert mit dem unbemannten Turm RCT30 des Kettenschützenpanzers Puma)
Besatzung & Kapazität3 Stammbesatzungsmitglieder (Kraftfahrer, Kommandant, Richtschütze im Fahrgestell) + 6 bis 7 Grenadiere im geschützten Kampfraum (Absitzstärke)
Abmessungen & Masse Bodenfreiheit: ca. 0,50 m
Antrieb & Leistung Fahrwerk: 8x8-Einzelradaufhängung mit hydropneumatischer Dämpfung
Fahrleistungen Reichweite: Hohe operative Eigenbeweglichkeit über lange Distanzen ohne Tieflader
Hauptbewaffnung30 mm Maschinenkanone MK 30-2/ABM (vollstabilisiert, fähig zur Verfeuerung programmierbarer Airburst-Munition)
SekundärbewaffnungKoaxiales Maschinengewehr MG5 (Kaliber 7,62 × 51 mm NATO)
PanzerabwehrIntegrierte Waffenanlage für MELLS (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem / Spike LR) mit 2 Lenkflugkörpern
Optronik & SensorikVollstabilisierte Tag-/Nachtsichtoptiken für Kommandant und Richtschütze, hunter-killer-fähig für schnelle Zielbekämpfung
Digitalisierung & C4IC4I-Systemarchitektur, Echtzeit-Einbindung in digitale Gefechtsfeld-Management-Systeme (GMS) und Schnittstellen zum System Infanterist der Zukunft (IdZ)
SchutzkonzeptModulares Add-On-Schutzkonzept (Minen-, IED- und Ballistikschutz) mit getrennter Sicherheitszelle für maximale Überlebensfähigkeit der Besatzung

Großauftrag über 69 Schakal-Gefechtsfahrzeuge

Rheinmetall verzeichnet einen erneuten Erfolg im Segment der 8x8-Gefechtsfahrzeuge. Die europäische Rüstungsagentur OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement) hat die Artec GmbH – ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland – mit der Lieferung weiterer Radschützenpanzer des Typs Schakal beauftragt. Die Bestellung umfasst insgesamt 69 Einheiten: 35 Panzersysteme sind für die deutsche Bundeswehr bestimmt, 34 gehen an die Königlich Niederländische Landmacht.

Als maßgeblicher Industriepartner sichert sich Rheinmetall durch die Aktivierung dieser Vertragsoptionen ein Auftragsvolumen im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der Zeitplan sieht vor, dass die georderten Fahrzeuge im Zeitraum zwischen Mai 2032 und November 2033 an die Streitkräfte übergeben werden.

Gefechtskraft und Mobilität für die Mittleren Kräfte

Der Radschützenpanzer Schakal verknüpft zwei bewährte Komponenten der modernen Heeresrüstung: Er kombiniert das geländegängige Fahrgestell des Radpanzers Boxer mit dem leistungsstarken Turm des Kettenschützenpanzers Puma. Diese Konfiguration ermöglicht es den Mittleren Kräften, große Distanzen eigenbeweglich und mit hoher Geschwindigkeit über Land zu überwinden, ohne dabei Abstriche bei Schutz und Feuerkraft machen zu müssen.

Neben moderner Feuerleittechnik und digitaler Vernetzung bietet das System ausreichend Platz zur Mitführung einer voll ausgestatteten Grenadiergruppe. Als Primärbewaffnung dient die Rheinmetall-Maschinenkanone MK 30-2/ABM, ergänzt durch das Panzerabwehrlenkflugkörpersystem MELLS zur Bekämpfung vielfältiger Zielspektren. Da der Schakal voll in die Boxer-Fahrzeugfamilie integriert ist, profitieren die Nutzerstaaten von Synergien bei Ausbildung, Logistik und Lebenswegkosten.

Stärkung des europäischen Industriestandorts

„Die Aktivierung weiterer Optionen für den Schakal bestätigt das Vertrauen unserer Kunden in dieses hochmoderne System“, erklärt Dr. Björn Bernhard, Leiter der Rheinmetall-Division Vehicle Systems. Er hebt hervor, dass der Schritt zugleich eine verlässliche Planungsgrundlage für die Industrie und deren Zulieferer schafft sowie zur Modernisierung der europäischen Landstreitkräfte beiträgt.

Das binationale OCCAR-Programm festigt die europäische Rüstungskooperation und schützt den heimischen Markt gegen ausländische Konkurrenz bei 8x8-Fahrzeugen. Der Wertschöpfungsanteil verteilt sich auf namhafte deutsche Standorte: Neben Rheinmetall und KNDS Deutschland fertigen auch Partner wie MTU, Hensoldt sowie zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) zentrale Baugruppen. Bei einer möglichen Beauftragung des Großprogramms „Arminius“ hat die deutsche Industrie zudem eine deutlich beschleunigte Auslieferung der optionalen Fahrzeuge in Aussicht gestellt.

Mit Material von Rheinmetall

Häufig gestellte Fragen

  • Was ist der Radschützenpanzer Schakal? - Der Schakal ist ein geordertes 8x8-Gefechtsfahrzeug, das das Rad-Fahrgestell des Panzers Boxer mit dem Turm des Kettenschützenpanzers Puma kombiniert. Er ist mit der Maschinenkanone MK 30-2/ABM und dem Panzerabwehrsystem MELLS ausgestattet.

  • Wie viele Schakal-Panzer wurden bisher geordert? - Nach dem Hauptauftrag über 222 Einheiten im Oktober 2025 wurden nun weitere 69 Fahrzeuge (35 für Deutschland, 34 für die Niederlande) abgerufen. Die Gesamtzahl der fest bestellten Schakal-Panzer beträgt somit 291 Einheiten.

  • Welches Finanzvolumen umfasst der aktuelle Rheinmetall-Auftrag? - Für den Rheinmetall-Konzern beläuft sich der Wert der aktuell ausgelösten Vertragsoptionen auf einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

  • Wann werden die neu georderten Fahrzeuge geliefert? - Die Auslieferung der 69 zusätzlich georderten Radschützenpanzer ist im Zeitraum von Mai 2032 bis November 2033 vorgesehen.

  • Welche Unternehmen sind an der Produktion beteiligt? - Hauptauftragnehmer ist die Artec GmbH, ein Joint Venture von Rheinmetall und KNDS Deutschland. Wichtige Komponenten und Baugruppen liefern unter anderem MTU, Hensoldt sowie weitere mittelständische Rüstungsunternehmen an deutschen Standorten.