Ford Focus Produktion im Saarland

Ford produziert im Saarland den Focus sowie den C-Max. Doch das Ende des C-Max naht - und das wird wohl Jobs kosten. - Bild: Pixabay

"Wir wollen eine langfristige Sicherung des Standortes mit Investitionszusagen", sagte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen, Lars Desgranges, anlässlich einer Betriebsversammlung bei Ford in Saarlouis.

Im Raum steht der Abbau von rund 1.600 Arbeitsplätzen, weil aufgrund der geplanten Einstellung des Modells Ford C-Max die dritte Schicht (Nachtschicht) wegfallen soll.

Betriebsvereinbarung wegen Ford C-Max

Nach Angaben von Desgranges gibt es eine Betriebsvereinbarung, dass der C-Max noch im gesamten Jahr 2019 in Saarlouis gebaut werden soll.

Ford wolle nun schon im Sommer die Produktion des Kompaktvans einstellen und daher früher aus der Vereinbarung aussteigen. "Und da sagen wir: Wenn wir tatsächlich den C-Max abgeben müssen, um eine Perspektive zu entwickeln für dieses Werk, dann wollen wir diese Perspektive auch in einer Betriebsvereinbarung verabredet haben."

Dazu gehöre, dass der Mittelklasse-Pkw Focus nach seinem geplanten Facelift in 2022 weiter in Saarlouis produziert werden solle: "Dann hätten wir zumindest bis 2024/25 eine Arbeitsplatzgarantie", sagte Desgranges.

Ford hatte Mitte März angekündigt, rund 5.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen. Die Stellenstreichungen betreffen sowohl Stammbelegschaft als auch Leiharbeiter. Bundesweit hat Ford etwa 24.000 Mitarbeiter - gut 6.000 in Saarlouis, knapp 18.000 in Köln und 200 in Aachen.

Video: Produktionsstart Ford Focus

Vor zwei Jahren investierte Ford hunderte Millionen Euro im Saarland

2017 investierte Ford noch in Saarlouis insgesamt 600 Millionen Euro. Diese Investitionen flossen sowohl in Fertigungsanlagen als auch in Projekte der Logistik, Produktionsvorbereitung und Energieversorgung.

„Ford bekennt sich damit klar zum Standort Deutschland als europäischer Hauptstützpunkt des Unternehmens“, erläuterte damals Ford-Manager Jim Farley. „In Deutschland beschäftigen wir über 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – mehr als in jedem anderen Land Europas. Die Standorte in Köln und Saarlouis sind jeweils europäische Stammwerke für den Ford Focus, Fiesta und C-MAX/Grand C-MAX. Hinzu kommt das Design- und Entwicklungszentrum in Köln, in dem zahlreiche Ford Modelle für den globalen Markt entstehen, sowie das Ford Forschungszentrum Aachen. Hier entwickeln unsere Experten innovative Technologien für die Mobilität von morgen“, so Farley seinerzeit.

Luftaufnahme des Ford-Standorts Saarlouis.
Luftaufnahme des Ford-Standorts Saarlouis. - Bild: Ford

Ford kaufte neue Produktionsanlagen für Standort Saarlouis

Das Investment basierte auf Verbesserungen, die das Werk Saarlouis sowohl im Hinblick auf die Kosteneffizienz als auch bei der Produktivität erzielt hat. Grundlage hierfür war eine Vereinbarung, die im Juni 2014 mit dem Gesamtbetriebsrat getroffen wurde. Sie beinhaltete auch die Zusicherung, dass die Kölner Fahrzeugfertigung des neuen Fiesta auch künftig die einzige europäische Produktionsstätte für Europas meistverkauften Kleinwagen bleibt.

Von besonderer Bedeutung war damals laut einer Ford-Pressemitteilung die Investition in zwei neue Pressanlagen, die in Saarlouis zum Einsatz kommen und die Warmumformung von hochfesten Boron-Stählen ermöglichen, im Fachjargon „Hot-Forming“ genannt. Mit diesem Verfahren können hochfeste Stähle mit einer bestimmten Härtegrad-Qualität künftig direkt zu Karosserieteilen verarbeitet werden. Dies erleichtert die Integration der Leichtbaufertigung in die Fahrzeugproduktion.

Ein Teil der Investitionen im Werk Saarlouis floss auch in eine effizientere und umweltfreundlichere Energieversorgung. In Kooperation mit STEAG New Energies betreibt Ford an dem saarländischen Standort fünf neue Blockheizkraftwerke. Diese Anlagen sichern die Stromversorgung, liefern die Heizenergie für das Werk und reduzieren gleichzeitig den Ausstoß an CO2-Emissionen um 20 Prozent.

„Um es ganz klar zu sagen: Die Investition von 600 Millionen Euro in das Werk Saarlouis belegt, dass der Standort Deutschland nicht nur heute, sondern auch in Zukunft für das weltweite Geschäft von Ford von essenzieller Bedeutung ist“, betonte Jim Farley noch im Jahre 2017.

Mit Material von dpa

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