Exoskelette, humanoide Roboter, Dark Warehouses – auf der diesjährigen Logimat werden modernste Intralogistik-Lösungen präsentiert. Doch leistungsstarke Technologie allein führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. Ohne fundierte Planungskompetenz und tiefes Prozesswissen droht ein Scheitern.
Sabine SpinnarkeSabineSpinnarke
Die AeroBots steuern autonom und ohne Führungslinien dreidimensional durch das gesamte System. Die neue Generation an Lagerrobotern wurde auf der internationalen Fachmesse für Intralogistik-Lösungen erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.Knapp)
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In wenigen Wochen öffnet die Logimat 2026 die Tore zum
Stuttgarter Messegelände. Unter dem Motto „Passion for Details – Discover the
Difference“ präsentieren vom 24. bis 26. März mehr als 1.600 Aussteller ihre
Neuentwicklungen. Spektakuläre Magneten für die Messebesucher werden wieder
einmal Humanoide Roboter sein. Das Thema hat weiterhin hohes
Diskussionspotenzial und wird auch im Rahmenprogramm der Messe abgebildet: Prof.
Alice Kirchheim, Institutsleiterin des Fraunhofer-Institut für Materialfluss
und Logistik, erläutert in einem Expert Forum aktuelle Entwicklungen in diesem
Bereich. Wie ein humanoider Roboter kollaborativ mit einem AMR in einer
realitätsnahen Umgebung arbeitet, zeigt Artisteril Robotics am Messestand.
"On the Way to the Dark Warehouse" heißt ein weiters
Expertenforum, das am ersten Messetag von der European Machine Vision
Association EMVA veranstaltet wird. Dark Warehousees sind ein Zukunftstrend innerhalb
der vollautomatisierten Intralogistik. Hier spielen Schlagworte wie
KI-Integration, Bildverarbeitung und autonomen Systeme eine Rolle. Anbieter wie
AutoStore präsentieren Konzepte des Dark Warehouses. Neues aus dem Bereich Automatisierung und ergonomische
Assistenzsysteme stehen bei Ausstellern wie EASE, German Bionic, SuitX by
Ottobock und PRONOMIC im Mittelpunkt.
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Doch wie gut lassen sich die präsentierten Neuheiten in das
eigene Unternehmen übertragen? Dort beginnt jedes Logistikprojekte mit einer
mehr oder weniger umfangreichen Planungsphase. Laut Dipl.-Ing. Jean Haeffs,
Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik, wird bei der
Projektkonzeption häufig von einer bestimmten Technologie ausgegangen, und
damit ein großer Fehler begangen: "Wenn ich mich in technische Lösungen
verliebe, geht das häufig schief."
Richtige Planung entscheidet über Erfolg
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Material Handling mit MAiRA. Die technologischen Stärken der Neura-Systeme liegen im intelligenten Zusammenspiel von künstlicher Intelligenz, Steuerung und Bildverarbeitung. MAiRA erkennt Veränderungen in ihrer Umgebung selbstständig und passt ihr Verhalten entsprechend an.MAiRA)
Bevor die eine oder andere Technologie näher ins Auge
gefasst wird, sollte laut Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Inhaber des
Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss und Logistik der TU München erst
einmal der Prozess selbst analysiert werden. „Es gibt den schönen Satz: Wenn du
einen schlechten Prozess automatisierst, hast du einen automatisierten
schlechten Prozess." Selbst bei fahrerlosen Transportsystemen - dem
einfachsten autonomen System - müssen die Prozesse angepasst werden. Richtige
Effizienz kommt nur dann zustande, wenn man gleichzeitig Prozess und
Technologie überprüft. Die Bereitstellung einer in sich funktionierenden
technischen Lösung alleine ist kein Erfolgsgarant. „Wenn zum Beispiel die
bereitgestellte Leistung nicht reicht, die notwendigen Qualifikationen der
Mitarbeiter nicht vorhanden sind oder Automatisierung zu viel ist“, sagt Haffs.
Ein typisches Szenario in produzierenden Unternehmen sieht
folgendermaßen aus: Ein Geschäftsführer wünscht sich eine spezielle Lösung. Der
Projektverantwortliche setzt das Projekt um, ohne weiter nach rechts und links
zu schauen. „Das ist auf lange Sicht hochgefährlich, weil nicht geprüft wurde, ob
das für diesen Fall überhaupt passt“, warnt Haeffs. Der richtige Ansatz müsse
anders verlaufen: "Man muss sich im Vorfeld überlegen, was habe ich für
Prozesse? Wie möchte ich die verschlanken? Möchte ich umfassender
automatisieren? Die erforderlichen Leistungszahlen werden entweder nicht oder nur
sehr unscharf erhoben, im Sinne von, was muss die Anlage denn am Schluss können?“
Dabei geht es um konkrete Sachverhalte, die im Vorfeld abgeklärt werden müssen.
"Man muss sich im Vorfeld überlegen, was habe ich für Prozesse? Wie möchte ich die verschlanken? Möchte ich umfassender automatisieren?“ Jean Haeffs, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik
Haeffs zählt einige Punkte auf: Welche Mengen muss die
Anlage durchsetzen? Welche Materialflüsse sind abzuwickeln, für welche Tonnage
muss sie ausgelegt sein, wie lange dürfen Reaktionszeiten sein? Geht es z.B. um
ein FTS machen 5 Fahrzeuge oder 50 einen großen finanziellen Unterschied.
Reicht ein Roboter oder müssen es mehrere sein, soll es eine Stetig-Fördertechnik
sein, ist eine Hängebahn oder ein Rollenförderer oder sind es Förderbänder. Es
gibt inzwischen so viele Varianten. Ebenso bei der Gestaltung eines Lagers sind
die Beantwortungen vieler Fragen nötig: Wie etwa, ob es um die Einlagerung von Paletten
geht; oder sind es Trägersysteme wie Tablare: Hier geht es um ihre Größe, ihr
Fassvermögen, wie schnell müssen die Dinge verfügbar sein. Müssen sich im Lager
Menschen aufhalten, eine gute Beleuchtung vorhanden sein etc. „Die Bandbreite
an Fragestellungen ist groß“, so Haeffs.
Mittelständische Unternehmen seien häufig sowohl von der
Vielzahl an technischen Möglichkeiten als auch vom Projektumfang überfordert:
"Ein Mittelständler mit 300, 400 Mitarbeitern hat normalerweise kein
technisches Projektmanagement. Das Projekt wird einem Abteilungsleiter
übertragen, der nicht aus dem Anlagen-Planungsgeschäft kommt und keinen
Überblick über Logistiksysteme hat – der muss scheitern“, meint Haeffs. Er
empfiehlt einen externen Berater oder Generalunternehmer zu beauftragen.
Außerdem hat der VDI einen Leitfaden (siehe Kasten) entwickelt, der
Projektverantwortliche Schritt für Schritt durch einen typischen Projektablauf
führt.
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Humanoide Roboter: Hype oder Zukunft?
Tesla hat mehrere humanoide Roboterprototypen entwickelt. Künftig sollen sie in den Produktionsstätten des Unternehmens tatkräftig mithelfen.Tesla Optimus | X)
Sind alle Fragen geklärt, können die einzelnen Technologien
ins Auge gefasst werden. Dank rasanter Fortschritte in KI, Sensorik und
Rechenleistung sind die Einsatzmöglichkeiten von Humanoiden Roboter gewachsen.
Sie können Handreichungen bei Be- und Entladearbeiten übernehmen,
Kommissionierung und sogar Montage-Tätigkeiten übernehmen. „Sie werden in
Zukunft eine entscheidende Rolle im Materialfluss und in der Lagerlogistik
spielen. Sie werden dem Menschen insbesondere schwere, monotone oder
gefährliche Aufgaben abnehmen“, sagt Nadescha Vornehm, Pressesprecherin von Neura
Robotics, einem deutschen Robotik-Unternehmen.
Bereits im Einsatz in Industrie und Intralogistik sind von
Neura Robotics die Roboter MAiRA und MAV. „Neura MAiRA (Multi-Sensing
intelligent Robotic Assistant) bietet maximale Flexibilität vor allem dort, wo
eine enge Zusammenarbeit mit dem Menschen gefragt ist“, erklärt Vornehm. MAiRA übernimmt
körperlich belastende Tätigkeiten. Kameras und Sensorik verschaffen ihr
kognitive Fähigkeiten. Laut Vornehm kann MAiRA menschenähnlich denken, Objekte selbstständig
erkennen und situativ reagieren. Sie ist in der Lage, beispielsweise zu
erkennen, wenn ein Behälter leer ist, und diese Information eigenständig
weiterzugeben. „Das ist ein entscheidender Vorteil für dynamische und sich
ständig verändernde Arbeitsumgebungen“, sagt Vornehm.
Geht es allerdings um Kommissionier-Arbeiten, liege laut
Haeffs das größte Problem beim Greifen: "Der humanoide Roboter kann
rechteckige Gegenstände greifen. Bei anderen Formen wird es schwierig. Die
menschlichen Hände plus mein Sensoriksystem mit Augen und Tastsinn kann
gleichzeitig auch Gewicht feststellen, es erkennt, ob etwas hart oder weich
ist, ob ich die zweite Hand brauche – der Mensch kann viel mehr als ein
Roboter."
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Auch Prof. Fottner zeichnet ein ernüchterndes Bild. Der
Aufwand sei einfach zu groß, das Ergebnis nur suboptimal: „Warum soll man einen
Roboter inklusive der Nachteile des Menschen nachbilden?“ fragt der Inhaber des
Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss und Logistik, „nicht alles am
Menschen ist perfekt.“ Hätte eine Fabrik Bauschutt am Boden, bräuchten die
Roboter Beine zum Laufen. „Aber unsere Fabriken haben gute Böden - da ist das
Konzept der Rollen überragend. Humanoide Roboter sind hier nicht notwendig“, so
Prof. Fottner.
Fottner hebt stattdessen die Vorteile des Menschen hervor:
flexible Greifer, anpassungsfähige Fortbewegung und zahlreiche Sensoren.
„Einzelne Funktionen auf Maschinen zu übertragen, machen wir bereits. Das
Gesamtsystem Mensch zu übertragen, würde aber viele Nachteile mitbringen und
wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll", so der Professor.
Fahrerlose Transportsysteme: Der bewährte Standard
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Während komplexe Automatiklösungen auf Roboterbasis in
vielen Einsatzszenarien erhebliche Einführungshindernisse zu überwinden haben,
haben sich fahrerlose Transportsysteme (FTS) bereits flächendeckend etabliert.
Der Konsens unter Experten ist eindeutig. "FTS sind sehr beliebt, sie
bevölkern die Fabriken schon jetzt ", meint etwa Prof. Fottner.
Unternehmen wie Idealworks, Bosch Rexroth oder Linde Material Handling bieten
verschiedenste Varianten dieser Systeme an. Die österreichische Firma Knapp geht
noch einen Schritt weiter und hat mit ihrem Lagerroboter-System AeroBot ein
geschlossenes System geschaffen, das Materialtransport und Lagerprozesse miteinander
verbindet. Dafür erhielt Knapp auf der Logimat 2025 die Auszeichnung ‚Bestes
Produkt‘. Die AeroBots steuern autonom und ohne Führungslinien dreidimensional
durch das Lager, längs, quer, vertikal am Boden und nach oben. Zur
effizientesten Routenfindung können die flachen Fahrzeuge sogar unter den Regalen
hindurch manövrieren.
„Bevor die erste Maschine angeschafft wird, müssen Prozesse analysiert, Anforderungen definiert und die passende Lösung ausgewählt werden. Nur so führt der Weg von der Vision zur erfolgreichen Realität.“
Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Inhaber des Lehrstuhls für Fördertechnik Materialfluss und Logistik der TU MünchenAstrid Eckert
Die Transportzeit selbst bleibt bislang allerdings ungenützt.
FTS tragen nicht zur Wertschöpfung bei. Genau hier setzen die Forschenden um
Prof. Fottner an und wollen ‚Totzeit' besser nutzbar machen: „Wir
automatisieren seit Jahren den Transportprozess. Nach Lean-Prinzipien ist
Transport eigentlich Verschwendung – es passiert nichts mit dem Produkt."
Mit dem KME (Kompetenzzentrum Mittelstand) hat Prof. Fottners Team eine mobile
Plattform mit zwei Roboterarmen entwickelt. Das mobile Vormontage-System kann
Dinge direkt aus dem Regal greifen, während der Fahrt Verpackungen öffnen, am
Ziel direkt in Regale oder Maschinen einlegen, während der Fahrt sortieren oder
einfache Montagearbeiten durchführen. „Wir können somit die Transportzeit
wertschöpfend machen", sagt Prof. Fottner
Aber auch bei der Umstellung auf FTS gibt es Fallstricke,
die gerne einmal übersehen werden. "Das erste KO-Kriterium ist, wenn der
Boden nicht „gut“ genug ist", warnt Haeffs. "Das FTS fährt immer an
der gleichen Stelle, macht immer die gleiche Bewegung auf den Millimeter genau
und wenn Sie das auf einem alten Fußboden tun, ist der Fußboden innerhalb
kürzester Zeit defekt." Eine notwendige Fußbodensanierung im laufenden
Betrieb sei "eine Katastrophe. Da gehen Wochen ins Land, in denen
bestimmte Abschnitte in der Halle nicht genutzt werden können“, so Haeffs. Und
die Komplexität einer FTS-Installation "wird von vielen Leuten
unterschätzt."
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Dark Warehouse: Verlockend, aber komplex
Das Konzept des "Dark Warehouse" oder mannloser
Lagersysteme gehört aktuell zu den am stärksten gehipten Logistik-Konzepten.
Die Motivation ein Lager zu kreieren, das nicht mehr betreten werden muss, sei
nachvollziehbar, so Jean Haeffs: "Es ist eine attraktive Idee, mit einem
Federstrich 10, 20 oder mehr Leute zu sparen." Gerade angesichts des
demografischen Wandels sei dies verlockend. Doch die Automatisierung bringe
neue und große Herausforderungen mit sich: "Die Leute, die in so einer
Anlage am Schluss überbleiben, müssen höher qualifiziert sein als die
ursprünglichen Lageristen." Instandhalter sowie Bediener müssten "in
der Lage sein, Automatiksysteme zu verstehen, zu entstören und die Anlage am
Laufen halten." Haeffs betont: "Eine Automatikanlage zu betreuen ist viel
aufwendiger als an einem Gabelstapler eine Batterie zu wechseln."
Exoskelette gegen den Fachkräftemangel
Das Exoskelett von Ease entlastet die Arme, Schultern und den Rücken. Der Einsatz von Exoskeletten ist sinnvoll, wenn es sehr viele unterschiedliche Teile sind und eine hohe Flexibilität der Örtlichkeit notwendig ist.Ease)
Angesichts der technologischen Grenzen und dem
gleichzeitigen Arbeitskräftemangel könnte der Einsatz von Exoskeletten eine
Zwischenlösung darstellen. "In der Logistik spüren wir einen großen
Arbeitskräftemangel. In den nächsten 10 Jahren gehen 30% der Mitarbeitenden in
Rente. Wenn die Unternehmen ihre Arbeitskräfte nicht halten und Arbeitsplätze
nicht attraktiver gestalten, haben sie niemanden mehr", warnt Christina
Harbauer, Gründerin des Start-ups EASE. In den letzten zehn Jahren hat sich auf
dem Gebiet der Exoskelette einiges getan. Inzwischen gibt es spezifische Lösungen
für verschiedenste Anwendungsfelder. Das Start-up EASE hat ein Exoskelett für
die Entlastung von Armen und Schultern entwickelt. „Wir reden von Arbeiten, die
am häufigsten stattfinden - beispielsweise beim Kommissionieren, oder im
Warenein- und -ausgang, wo alles auf Paletten in Container verladen wird“, so
Harbauer. Weil sich mit Automation die Komplexität und Varianz dieser
Tätigkeiten kaum bewältigen lässt, sind manuelle Tätigkeiten hier vorherrschend.
Die praktische Herausforderung beim Einsatz von Exoskeletten
sieht Prof. Fottner in der Anwenderfreundlichkeit: "Ein Exoskelett kann
funktionieren, ist aber oft nicht intuitiv bequem. Es gibt spannende Ansätze,
aber keinen mir bekannten flächendeckenden Einsatz mit großen Vorteilen." Um
diese Hürde zu überwinden, arbeitet EASE mit dem Rucksackhersteller Deuter
zusammen. „Unser Exoskelett ist anzuziehen wie ein Rucksack – zwei
Schultergurte, einen Hüftgurt und zwei Armschienen. Unser Zielgewicht ist unter
5 Kilogramm zum Markteintritt nächstes Jahr." Haeffs Bedenken gehen über
die reine Bequemlichkeit hinaus: "Auch wenn der Arm unterstützt wird, die
Hand muss das 8 Kilo Paket trotzdem festhalten. Das Exoskelett nimmt zwar einen
Teil der Leistung weg, verlagert aber vielleicht das Problem an eine andere
Stelle."
„Das Allerwichtigste bei Exoskeletten ist, dass das Exoskelett immer mit dem Menschen arbeitet. Der Mensch gibt die Bewegung vor.“
Christina Harbauer, Gründerin des Start-ups EASE (Ergonomische Assistenzsysteme)EASE)
Im universitären Umfeld beschäftigen sich Forschende mit
diesem Aspekt. „Ein großes Forschungsgebiet sind die Langzeiteffekte. Wir haben
ein Gerät, das den Körper unterstützt, um Muskeln und Skelett zu entlasten und
Erkrankungen vorzubeugen. Es ist eine relativ junge Technologie, die langen
Zeiteffekte sind noch unbekannt“, berichtet Harbauer.
Sie nennt zwei Anwendungsszenarien, in denen ein Exoskelett der
Automatisierung schon heute überlegen ist: „Wenn man an mehreren Orten tätig
sein muss oder eine hohe Varianz in Größe, Form und Gewicht hat: Wenn es sehr
viele unterschiedliche Teile sind und auch eine hohe Flexibilität der
Örtlichkeit notwendig ist, ist der Einsatz von Exoskeletten sinnvoll. Der
Mitarbeiter kann so mehrere Arbeitsplätze gleichzeitig bedienen.“ Ein Kran oder
Roboter hingegen ist meist lokal gebunden oder nur schwer von A nach B zu
bringen.
Auf einen Blick
Die Logimat 2026 zeigt aktuelle Trends der Intralogistik wie humanoide Roboter, fahrerlose Transportsysteme (FTS), Dark Warehouses und Exoskelette. Zentrale Botschaft: Technologie allein führt nicht zum Erfolg – entscheidend sind Prozessanalyse und professionelle Planung. Experten warnen davor, Logistikprojekte von einer Wunsch-Technologie aus zu denken. Stattdessen müssen Prozesse, Leistungsanforderungen und Mitarbeiterqualifikationen frühzeitig definiert werden. Besonders mittelständische Unternehmen sind mit der Projektkomplexität oft überfordert und profitieren von externer Beratung.
Humanoide Roboter bieten Potenzial für kollaborative und körperlich belastende Tätigkeiten, stoßen jedoch bei Greifaufgaben und Wirtschaftlichkeit an Grenzen. FTS gelten dagegen als bewährter Standard, erfordern jedoch geeignete Infrastruktur und sorgfältige Einführung. Dark Warehouses versprechen Personaleinsparungen, stellen aber hohe Anforderungen an Qualifikation und Wartung.
Exoskelette können den Fachkräftemangel abfedern und manuelle Tätigkeiten entlasten, ersetzen Automatisierung jedoch nicht vollständig und werfen noch Fragen zu Ergonomie und Langzeiteffekten auf. Fazit: Der nachhaltige Nutzen moderner Intralogistiklösungen entsteht nur durch das Zusammenspiel von geeigneter Technologie, durchdachten Prozessen und qualifizierten Mitarbeitenden.