Unternehmensinsolvenzen steigen in Deutschland weiter. Laut Dun & Bradstreet bleibt die Gründungsdynamik stabil, doch strukturelle Belastungen prägen den Markt.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
Marktbereinigung und stabile Gründungsdynamik in Deutschland 2026.VRD - stock.adobe.com
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Summary:
Dun & Bradstreet analysiert zum Jahresauftakt 2026 die
Unternehmenslandschaft in Deutschland. Im ersten Quartal steigen Neugründungen
leicht, während Unternehmensinsolvenzen deutlich zunehmen. Die Entwicklung
verweist auf eine anhaltende Marktbereinigung mit moderaten Wachstumsaussichten
für 2026.
Warum Unternehmensinsolvenzen weiter zunehmen
Die Unternehmenslandschaft in Deutschland startet stabil,
aber angespannt in das Jahr 2026. Während die Zahl der registerlich
eingetragenen Neugründungen leicht steigt, setzt sich der Aufwärtstrend bei den
Unternehmensinsolvenzen fort, wie eine aktuelle Analyse von Dun &
Bradstreet zeigt.
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Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 41.219
Unternehmen neu gegründet. Das entspricht einem Plus von 1 % gegenüber dem
ersten Quartal 2025. Gleichzeitig stiegen die Insolvenzen auf 4.514 Fälle.
Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 8 %.
Die Zahlen deuten auf eine anhaltende Marktbereinigung
hin. Wirtschaftliche Stabilisierung und strukturelle Belastungen überlagern
sich. Für viele Unternehmen bleibt das Umfeld damit herausfordernd, auch wenn
einzelne Indikatoren eine vorsichtige Erholung erkennen lassen.
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Marktbereinigung trifft auf stabile Gründungsdynamik
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Seit 2022 haben sich die Insolvenzzahlen nahezu
verdoppelt. Das spricht für eine längerfristige Anpassung der
Unternehmenslandschaft. Gleichzeitig bleibt die Gründungsdynamik auf
vergleichsweise hohem Niveau und zeigt, dass weiterhin unternehmerische Aktivität
vorhanden ist.
Diese Kombination prägt das Bild zum Jahresauftakt: Auf
der einen Seite entstehen neue Firmen, auf der anderen Seite geraten bestehende
Unternehmen zunehmend unter Druck. Die Entwicklung verweist weniger auf einen
kurzfristigen Ausschlag als auf eine strukturelle Verschiebung im deutschen
Markt.
Wo Unternehmensinsolvenzen regional besonders steigen
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Regional zeigt sich ein heterogenes Bild. Besonders stark
fällt die Gründungsdynamik in Hamburg mit +10 %, Nordrhein-Westfalen mit +5 %
und Sachsen mit +5 % aus. Rückläufig entwickelt sich die Zahl der Neugründungen
dagegen in Brandenburg mit -9 % und Niedersachsen mit -6 %.
Bei den Insolvenzen sind vor allem kleinere Bundesländer
stark betroffen. Bremen verzeichnet mit +49 % den höchsten relativen Anstieg.
Es folgt das Saarland mit +31 %. Die größten absoluten Zuwächse entfallen auf
Hessen mit +75 Konkursen und Bayern mit +56 Konkursen.
Welche Faktoren die Entwicklung bremsen
Die Marktbereinigung wird nach Einschätzung von Dun &
Bradstreet durch mehrere Belastungsfaktoren geprägt. Dazu zählen Energiepreise,
geopolitische Unsicherheiten und eine schwache externe Nachfrage. Diese
Faktoren bremsen die wirtschaftliche Entwicklung und halten den Druck auf viele
Unternehmen hoch.
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Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun
& Bradstreet, ordnet die Lage entsprechend ein: „Deutschland befindet sich
2026 in einer Phase der Marktbereinigung: Die Insolvenzen werden vermutlich
weiter steigen, während die Gründungsdynamik vergleichsweise stabil bleibt. Das
spricht für eine strukturelle Anpassung der Unternehmenslandschaft.“
Zugleich bleibt der Ausblick verhalten. Kuhlmann sagt
weiter: „Die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil. Zwar zeigen einzelne
Indikatoren eine leichte Verbesserung, gleichzeitig bremsen Faktoren wie
Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und schwache externe Nachfrage die
Entwicklung. Für 2026 wird daher lediglich ein moderates Wachstum erwartet.“
Damit bleibt die deutsche Unternehmenslandschaft im
Spannungsfeld zwischen Erneuerung und Konsolidierung. Neue Firmen entstehen
weiter, doch steigende Unternehmensinsolvenzen zeigen, dass die
wirtschaftlichen Belastungen noch nicht überwunden sind.
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Quelle: Dun &
Bradstreet
FAQ: Unternehmensinsolvenzen 2026
Warum steigen Unternehmensinsolvenzen 2026 in
Deutschland? – Laut Dun & Bradstreet belasten Energiepreise, geopolitische
Unsicherheiten und schwache externe Nachfrage die wirtschaftliche Entwicklung.
Wie viele Unternehmensinsolvenzen gab es im ersten
Quartal 2026? – Im ersten Quartal 2026 wurden 4.514 Insolvenzen gezählt, ein
Anstieg um 8 % gegenüber dem Vorjahr.
Wie entwickeln sich Unternehmensinsolvenzen und
Gründungen gleichzeitig? – Die Insolvenzen steigen weiter, während die Zahl der
Neugründungen mit 41.219 Fällen leicht um 1 % zunimmt.
Wo nehmen Unternehmensinsolvenzen besonders stark zu? –
Relativ am stärksten steigen die Insolvenzen in Bremen mit +49 % und im
Saarland mit +31 %.
Was bedeuten Unternehmensinsolvenzen für den deutschen
Markt? – Die Entwicklung deutet auf eine anhaltende Marktbereinigung und
strukturelle Anpassung der Unternehmenslandschaft hin.