Kritische Rohstoffe: EU plant Instrument gegen China-Abhängigkeit
Kritische Rohstoffe rücken in Brüssel erneut in den Fokus: Die EU-Kommission plant ein Instrument, um Abhängigkeiten von China zu verringern und Lieferketten robuster aufzustellen.
Kritische Rohstoffe wie seltene Erden, Magnesium und Spezialmetalle stehen im Zentrum europäischer Industrie- und Lieferkettenstrategien – besonders dort, wo Elektromotoren, Halbleiter und Energietechnik auf stabile Materialflüsse angewiesen sind.Symbolbild - KI-generiert
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Summary:
Die EU-Kommission will ein neues Instrument gegen Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen aus China entwickeln. Nach einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel sprach Ursula von der Leyen von Unterstützung für eine gemeinsame europäische Antwort. Auswirkungen hätte ein solches Instrument vor allem auf Hochrisikosektoren, Lieferketten und die strategische Position der europäischen Industrie.
Warum kritische Rohstoffe für die EU zum Risiko werden
Die EU-Kommission will ein neues Instrument entwickeln, um die Abhängigkeit Europas von kritischen Rohstoffen aus China zu verringern. Das geht aus einer Meldung von dpa-AFX hervor. Ziel ist es, Risiken in strategisch wichtigen Lieferketten zu senken und globale Ungleichgewichte stärker anzugehen.
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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, ein solches Vorgehen sei nötig, um Risiken zu verringern. Sie sprach von "klarer Unterstützung für eine europäische Antwort, die auf der Einheit der Mitgliedstaaten und dem Dialog mit China beruht".
Konkrete Maßnahmen wurden zunächst nicht genannt. Um Zölle soll es bei den Gesprächen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel nicht gegangen sein.
Die EU ist derzeit bei mehreren Rohstoffen stark von China abhängig. Das betrifft unter anderem Magnesium und seltene Erden. Gerade seltene Erden sind für zahlreiche industrielle Anwendungen relevant. Sie stecken in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in Antrieben für Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinen.
China hatte im April 2025 Exportkontrollen verhängt. Diese Maßnahme wurde als Vergeltung für die Zoll-Politik von US-Präsident Donald Trump verstanden, die China besonders stark traf. Betroffen sind nach der Meldung aber auch deutsche Unternehmen.
Für die europäische Industrie ist das Thema damit nicht nur handelspolitisch, sondern auch produktionstechnisch relevant. Werden Rohstoffe knapper oder schwerer kalkulierbar, steigen die Risiken für Branchen, die auf stabile Materialflüsse angewiesen sind.
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G7 wollen Erpressbarkeit durch Rohstoffe reduzieren
Auch auf Ebene der G7 wurde das Thema zuletzt adressiert. Bei einem Treffen am Mittwoch im französischen Évian verständigten sich die Spitzen der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte darauf, Obergrenzen für die Einfuhr bestimmter Rohstoffe zu erreichen.
Damit soll das Risiko verringert werden, durch Länder wie China erpressbar zu sein. Die Stoßrichtung passt zur Debatte in Brüssel: Abhängigkeiten sollen reduziert, Lieferquellen breiter aufgestellt und Hochrisikosektoren weniger anfällig gemacht werden.
EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte Anfang Juni für ein Instrument zur Diversifizierung geworben. Jeder Hochrisikosektor müsse von der Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten befreit werden.
Neben der Rohstoffabhängigkeit setzt auch die chinesische Konkurrenz Europas Industrie zu. Chinesische Anbieter produzieren häufig günstiger. Zugleich exportiert China mit hoher staatlicher Förderung große Mengen, kauft aber vergleichsweise wenig ein und erzielt dadurch Rekordüberschüsse.
Peking machte mit einem neuen Fünfjahresplan zuletzt deutlich, dass strategische Branchen weiter gefördert werden sollen. Dazu zählen Halbleiter und Künstliche Intelligenz. Für Europas Industrie verschärft das den Wettbewerb in Feldern, die auch für Maschinenbau, Produktionstechnologie und industrielle Wertschöpfung entscheidend sind.
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Wie groß das Handelsdefizit mit China ist
Von der Leyen verwies zudem auf das Handelsungleichgewicht zwischen der EU und China. "Im vergangenen Jahr verzeichnete die Europäische Union mit 360 Milliarden Euro ihr bisher größtes Handelsdefizit mit China ", sagte sie. Rechnerisch entspricht das einer Milliarde EUR pro Tag.
Erstmals wiesen demnach alle EU-Mitgliedstaaten ein Handelsdefizit gegenüber China auf. Diese Entwicklung erhöht den politischen Druck, bestehende Instrumente stärker zu nutzen.
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Europa müsse zudem die Instrumente proaktiver und strategischer einsetzen, die es bereits gebe, um den Markt vor unlauteren Praktiken zu schützen, sagte von der Leyen. Die Spitzenpolitiker hatten sich bei einem Essen über das Thema ausgetauscht.
FAQ: Kritische Rohstoffe und EU-China-Abhängigkeit
• Warum plant die EU ein Instrument für kritische Rohstoffe? – Die EU-Kommission will Abhängigkeiten von China verringern und Risiken in strategischen Lieferketten senken.
• Welche kritischen Rohstoffe stehen im Fokus? – Genannt werden unter anderem Magnesium und seltene Erden, die für Elektromotoren, Halbleiter, Turbinen und Bildschirme relevant sind.
• Was bedeuten kritische Rohstoffe für die Industrie? – Sie sind zentrale Vorprodukte für zahlreiche Anwendungen in Produktion, Elektronik, Antriebstechnik und Energietechnik.
• Welche Rolle spielt China bei kritischen Rohstoffen? – Die EU ist bei mehreren Rohstoffen stark von China abhängig; China hatte im April 2025 Exportkontrollen verhängt.
• Wie hängt das Handelsdefizit mit kritischen Rohstoffen zusammen? – Das Defizit zeigt die wirtschaftliche Schieflage im Handel mit China und verstärkt den Druck auf die EU, strategischer zu handeln.