Bruttoinlandsprodukt

Unser Ranking basiert auf dem Bruttoinlandsprodukt pro Arbeitsstunde der einzelnen Länder. - Bild: studio v-zwoelf/adobe-stock.com

| von Sarah Wieser und Gabriel Pankow

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist das Maß für die wirtschaftliche Tätigkeit in einer Volkswirtschaft. Es ist definiert als Wert aller neu geschaffenen Waren und Dienstleistungen, abzüglich des Wertes aller dabei als Vorleistungen verbrauchten Güter und Dienstleistungen. 

Die Arbeitsproduktivität je geleisteter Arbeitsstunde wird berechnet als die tatsächliche Produktionsleistung aus BIP und der Menge der eingesetzten Arbeitseinheiten (gemessen an der Gesamtzahl der Arbeitsstunden). Die gemessene Arbeitsproduktivität je geleisteter Arbeitsstunde liefert laut 'Eurostat' ein besseres Bild der Produktivitätsentwicklung in der Wirtschaft als die Arbeitsproduktivität je Beschäftigten, da es Unterschiede von Vollzeit/Teilzeit Erwerbstätiger über Länder und Jahre beseitigt.

Was bedeutet eigentlich Produktivität?

Die Produktivität ist allerdings nicht gleichbedeutend mit Wirtschaftlichkeit, auch nicht mit Rentabilität, sondern sie ist das Verhältnis von Output-Menge zu Input-Menge. Noch ein "Warnhinweis" bevor Sie das Ranking lesen: Die Verwendung der Produktivität als Messgröße für das Wirtschaftlichkeitsstreben bereitet in der betrieblichen Praxis meist große Schwierigkeiten und ist deshalb mit Vorsicht zu genießen.

Warum ist Irland so produktiv?

Wenn Sie sich durch das Ranking geklickt haben, werden Sie festgestellt haben, dass Irland weit vorne liegt. Doch warum ist das so? Irland erwarb sich in den neunziger Jahren den Titel „keltischer Tiger“, als die Wirtschaft des einstigen Armenhauses Europas im Rekordtempo wuchs. Wachstumstreiber waren vor allem Auslandsinvestitionen, angelockt von den niedrigen Steuern auf Gewinne. Viele internationale Unternehmen haben in der irischen Hauptstadt Dublin ihren Firmensitz. 

Den Anstoß zum Sprung des „keltischen Tigers“ gaben die Milliarden an EU-Subventionen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren vor allem aus dem EU-Kohäsionsfonds ins Land flossen. Dadurch konnte sich der irische Staat den Verzicht auf Steuereinnahmen erlauben: 12,5 Prozent Körperschaftsteuersatz, der niedrigste in der EU. Die jährliche Wachstumsrate lag zwischen sieben und zehn Prozent. Die Arbeitslosenquote fiel seit Mitte der 80er-Jahre von 15 auf 5 Prozent.

Die Finanzkrise 2008/2009 traf das Land und seine Beschäftigten dann jedoch unvorbereitet und hart. Die Verstaatlichung des drittgrößten Kreditinstituts Anglo Irish Bank sowie Staatsgarantien für die irischen Finanzinstitute rissen ein tiefes Loch in den Staatshaushalt.

Mittlerweile ist das BIP von Irland wieder überproportional gewachsen - lässt man das Coronajahr außer Acht. Zu berücksichtigen ist aber außerdem, dass das BIP Irlands aufgrund einer neuen Berechnungsmethode in den letzten Jahren Verzerrungen aufweist. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Produktion von Gütern im Ausland ins irische BIP einfließt, wenn diese im Auftrag von in Irland ansässigen Unternehmen erfolgt, die die entsprechenden Lizenzen und Patente halten.

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