Wissenschaft

Siegfried Russwurm übernimmt Acatech Präsidentschaft

Die Acatech Präsidentschaft wird neu besetzt: Siegfried Russwurm übernimmt die Rolle auf Wirtschaftsseite und bildet mit Claudia Eckert die Doppelspitze.

„Die Stärke des Innovationssystems Deutschland in all seiner Vielfalt entscheidet über unsere Position im globalen Wettbewerb und damit über das Wohlergehen unserer Gesellschaft“, sagt Siegfried Russwurm.

Summary: Siegfried Russwurm übernimmt zum 1. April 2026 die Acatech Präsidentschaft auf Wirtschaftsseite. Gemeinsam mit Präsidentin Claudia Eckert steht er für die enge Verzahnung von Wissenschaft und Industrie. Ziel ist es, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.

Acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften hat eine neue Führung auf der Wirtschaftsseite. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, übernimmt Siegfried Russwurm die Acatech Präsidentschaft und folgt damit auf Thomas Weber. Gemeinsam mit der Präsidentin der Wissenschaftsseite, Claudia Eckert, bildet er künftig die Doppelspitze der Akademie.

Diese Konstellation steht bewusst für die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Beide Seiten sollen stärker verzahnt werden, um Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.

Wer steht an der Spitze von Acatech?

Mit Siegfried Russwurm übernimmt ein erfahrener Industrievertreter die Präsidentschaft auf Wirtschaftsseite. Bereits seit Mai 2025 ist er Vizepräsident von Acatech und gehört seit 2017 dem Präsidium an. Zuvor war er von 2021 bis 2024 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Parallel dazu bekleidet Russwurm zentrale Positionen in der Industrie. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Thyssenkrupp AG und der Voith Group. Seine industrielle Laufbahn umfasst unter anderem seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Siemens AG von 2008 bis 2017 mit Verantwortung für Personal, Industriegeschäft, Technologie, Digitalisierung sowie Healthcare.

Seine akademische Ausbildung absolvierte er im Bereich Fertigungstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, wo er auch promovierte.

Welche Ziele verfolgt die neue Acatech Präsidentschaft?

Zum Amtsantritt betont Russwurm die Bedeutung eines leistungsfähigen Innovationssystems. „Die Stärke des Innovationssystems Deutschland in all seiner Vielfalt entscheidet über unsere Position im globalen Wettbewerb und damit über das Wohlergehen unserer Gesellschaft“, sagt Siegfried Russwurm.

Er fordert mehr Freiräume für Forschung und Unternehmen: „Unsere Universitäten, Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen brauchen mehr Freiraum, und ihr Mut muss belohnt werden: Freiraum zum Experimentieren, für unkonventionelle Lösungsansätze.“

Zugleich hebt er die Bedeutung von Risikobereitschaft hervor: „Mut, für eine große Idee ins Risiko zu gehen, ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues entstehen zu lassen.“ Dies wolle er gemeinsam mit Claudia Eckert sowie den mehr als 700 Akademiemitgliedern und über 100 Senatsunternehmen und -institutionen vorantreiben.

Wie soll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt werden?

Die Doppelspitze gilt als zentrales Element der Acatech-Struktur. Claudia Eckert unterstreicht die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: „Erfolgreiche Innovationen entstehen, wenn exzellente Wissenschaft, unternehmerische Forschung, Entwicklung und Realisierung zusammenspielen.“

Darüber hinaus verweist sie auf die Rolle politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen: „Sie wachsen unter guten politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Offenheit.“ Ziel sei es, die Innovationskraft Deutschlands durch wissenschaftsbasierten Rat und interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Die Akademie setzt dabei auf die Expertise zahlreicher ehrenamtlich engagierter Mitglieder aus unterschiedlichen Disziplinen und Branchen.

Warum gilt Russwurm als geeignete Besetzung?

Die Wahl Russwurms erfolgte bereits im November durch das Acatech Präsidium. Mit dem offiziellen Amtsantritt übernimmt er nun von Thomas Weber, der seine Amtszeit beendet hat.

Weber bewertet die Personalentscheidung positiv: „Wir haben in Siegfried Russwurm die Idealbesetzung gefunden. Als Ingenieur mit tiefem Sachverstand, als Brückenbauer und als Persönlichkeit, die dicke Bretter bohren kann, wird er für unseren Innovationsstandort viel bewegen.“ Zugleich hebt er die Bedeutung eines geordneten Übergangs hervor: „Der nahtlose Übergang an der Spitze war mir wichtig angesichts herausfordernder Zeiten.“ Russwurm selbst würdigt die Arbeit seines Vorgängers: „Er hat Acatech in seiner Präsidentschaft inhaltlich wie strategisch konsequent vorangebracht.“ Zudem betont er die Kontinuität, da Weber dem Präsidium weiterhin beratend zur Seite stehen wird.

Die Acatech Präsidentschaft

• Was bedeutet die Acatech Präsidentschaft für die Industrie? – Die Doppelspitze stärkt die Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft und soll Innovationen beschleunigen. 

• Wer übernimmt die Acatech Präsidentschaft auf Wirtschaftsseite? – Siegfried Russwurm folgt auf Thomas Weber und bildet gemeinsam mit Claudia Eckert die Führung. 

• Welche Ziele verfolgt die Acatech Präsidentschaft? – Im Fokus stehen mehr Freiräume für Innovation, stärkere Zusammenarbeit und ein leistungsfähiges Innovationssystem. 

• Warum ist die Acatech Präsidentschaft strategisch relevant? – Sie beeinflusst die Innovationspolitik und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. 

• Wie ist die Acatech Präsidentschaft organisiert? – Die Akademie wird von einer Doppelspitze aus Wissenschaft und Wirtschaft geführt.