Roland Buch während einer Rede

Siemens-CEO Roland Busch auf der diesjährigen Hauptversammlung. (Bild: Siemens)

Gute Stimmung bei Siemens: Roland Busch konnte bei seiner ersten Hauptversammlung als CEO gute Ergebnisse und Entwicklungen präsentieren. „Es heißt, dass schwierige Zeiten nicht den Charakter formen, sondern, dass sie ihn offenbaren“, erklärte er in seiner Rede. An Herausforderungen habe es im vergangenen Jahr nicht gemangelt: Neben der anhaltenden Pandemie musste sich Siemens auch mit Lieferengpässen, politischen Spannungen und starken, teilweise neuen Wettbewerbern auseinandersetzen. „Der Charakter von Siemens, der sich in dieser Zeit offenbart hat, gefällt mir sehr“, sagte er.

So konnte Siemens unter anderem seinen Umsatz steigern und zwar um 11,5 Prozent auf rund 62 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 21 Prozent auf rund 71 Milliarden Euro zu. Regional konnte Siemens vor allem in Indien wachsen und zwar um 31 Prozent. In China stieg der Umsatz um 21 Prozent, in Deutschland um 16 und in den USA um 9 Prozent.

Zudem erzielte Siemens mit 8,2 Milliarden Euro den höchsten Free Cashflow seiner Geschichte. Das zeigt sich auch an der Dividende für die Aktionäre: Busch schlug hier eine Dividende von vier Euro je Aktie vor – 50 Cent mehr als im Jahr davor.

In seiner Rede auf der Hauptversammlung sprach Busch auch die verschiedenen Siemens-Projekte an. Über zwei davon – die enge Zusammenarbeit mit Biontech und den 5G-Router für die Industrie – sprachen die Redakteurinnen Julia Dusold und Anja Ringel auch im Podcast mit Eckard Eberle, CEO Process Automation bei Siemens:

Die Zahlen des ersten Quartals: So ist die Lage bei Siemens

Die gute Stimmung spiegelt sich auch in den Zahlen für das laufende Geschäftsjahr wieder: Der Gewinn stieg im ersten Quartal um 20 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz konnte um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro verbessert werden. Einen „beispiellosen Boom“ wie es CEO Busch nannte gab es beim Auftragseingang, der um außergewöhnliche 42 Prozent auf 24,2 Milliarden Euro anstieg. Die Gründe dafür sind laut Konzern vorgezogene Beschaffungsmaßnahmen bei Kunden und Großaufträge im Mobility-Bereich.

Anders als im vergangenen Jahr hat Siemens seine Prognose jedoch noch nicht erhöht. Erst in drei Monaten, bei der Präsentation der Zahlen für das zweite Quartal, soll der Ausblick aktualisiert werden.

Geschäfte werden verkauft: Siemens-Mitarbeitende protestieren

Vor der Hauptversammlung konnte der Konzern außerdem Neuigkeiten bei seinen Verkäufen verkünden: Siemens verkauft sein Paket- und Postgeschäft für 1,15 Milliarden Euro an Körber. Von seinen Anteilen an dem Elektroauto-Geschäft mit Valeo will sich das Unternehmen ebenfalls trennen. Hier wird Valeo die Siemens-Anteile übernehmen. Man wolle damit das Portfolio weiter „als fokussiertes Technologieunternehmen“ schärfen, so Busch. Aus den Verkäufen erwartet Siemens im zweiten Quartal einen positiven Ergebniseffekt von 300 Millionen Euro.

Die geplante Ausgliederung der Großmotorenproduktion LDA hat zudem zu Protesten geführt. Rund 150 Mitarbeitende haben laut Dpa vor dem Siemens-Dynamowerk in Berlin protestiert. „Bei den ökologischen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, brauchen wir Alternativen zu den Antriebstechnologien“, betonte die Zweite Bevollmächtigte des Bezirks Berlin, Regina Katerndahl. „Diese können und sollten wir vor Ort entwickeln und mit der Digitalisierung verknüpfen. Deshalb machen die Abspaltung und der mögliche Verkauf des Dynamowerks keinen Sinn.“

Siemens hatte im Oktober angekündigt, sein Geschäft mit großen Motoren rechtlich auf eigene Füße stellen zu wollen.

Weniger Freude macht Siemens auch die bestehende Beteiligung an der abgespaltenen Siemens Energy: Schon im abgelaufenen Quartal drückte sie leicht aufs Ergebnis und die jüngsten Probleme mit der Windkraft und der darauffolgende weitere Absturz der Aktie könnten nun den geplanten weiteren Abbau des Anteils verzögern.

An der Börse kamen die Nachrichten von Siemens insgesamt sehr gut an: Der Kurs der Aktie legte am Morgen um zeitweise mehr als sieben Prozent zu und war damit stärkster Gewinner im Dax. Am frühen Donnerstagnachmittag lag der Kurs noch rund fünf Prozent im Plus. Die Siemens-Aktie führte damit den deutschen Leitindex Dax an. Damit setzt sich die Erholung der vergangenen Tage fort, nach den Verlusten seit Jahresbeginn. Noch am vergangenen Freitag war das Papier auf ein Tief seit August 2021 gefallen.

(mit Material von Dpa)

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