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Thyssenkrupp Rasselstein-Standort in Andernach: weltweit größter Standort für Verpackungsstahl. - Bild: thyssenkrupp AG

Das Unternehmen erwartet für das am 30. September endende Geschäftsjahr nunmehr ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 800 Millionen Euro, wie Thyssenkrupp am Donnerstag in Essen mitteilte. Zuvor war der Konzern von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Zudem geht Thyssenkrupp nun von einem höheren freien Kapitalabfluss (negativer Cashflow) vor Zu- und Verkäufen aus. Bei dieser von Analysten stark beachteten Kennziffer erwartet das Unternehmen nun einen Abfluss von mehr als einer Milliarde Euro. Zuvor wurde ein negativer freier Cashflow im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostiziert. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen.

"Mit der Geschäftsentwicklung in den ersten 9 Monaten können wir insgesamt nicht zufrieden sein", kommentierte Konzernchef Guido Kerkhoff. Im dritten Quartal brach das bereinigte Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) um fast ein Drittel auf 226 Millionen Euro ein. Das lag in etwa im Rahmen der Erwartungen der Analysten, die mit 229,5 Millionen gerechnet hatten.

Für den Rückgang waren maßgeblich das Stahlgeschäft und der Stahlhandel verantwortlich. Der Stahlbereich litt unter einer schwächeren Nachfrage als Folge der sich abschwächenden Konjunktur, niedrigeren Preisen sowie hohen Rohstoffkosten insbesondere für Eisenerz. Deutliche Rückgänge gab es auch im Komponentengeschäft, das unter der schwachen Automobilindustrie litt.

Verluste beim Anlagengeschäft fast halbiert

Getragen wurde das Ebit vom Aufzugsgeschäft, in dem Thyssenkrupp mit bereinigt 239 Millionen Euro mehr verdiente als der ganze Konzern zusammengenommen. Das Anlagengeschäft konnte seine Verluste dagegen fast halbieren, das im Vorjahr ebenfalls rote Zahlen schreibende Marinegeschäft erreichte eine schwarze Null.

Unter dem Strich musste Thyssenkrupp einen Fehlbetrag von 94 Millionen Euro hinnehmen, was jedoch eine Verbesserung von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstelllte. Dagegen stagnierte der Umsatz bei 10,8 Milliarden Euro. Nach der gescheiterten Fusion mit dem europäischen Stahlgeschäft von Tata Steel hat Thyssenkrupp sein Stahlgeschäft in der Bilanz im dritten Quartal wieder voll konsolidiert.

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