Der Transportmarkt im europäischen Straßengüterverkehr steht weiter unter Spannung. Eine Timocom-Umfrage zeigt eine leicht negative Stimmung und steigende Transportpreise.
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Entwicklung Transportmarkt: Eine Timocom-Umfrage zeigt Kapazitätsmangel, Kostendruck und steigende Preise.Sitti - stock.adobe.com
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Summary:
Timocom hat mehr als 270 Logistikfachleute aus Speditionen, Transportunternehmen sowie Produktion und Handel befragt. Die aktuelle Umfrage zeigt für 2026 eine eingetrübte Marktlage, knappe Kapazitäten und steigende Kosten. Auswirkungen zeigen sich vor allem bei Transportpreisen, Planungssicherheit und Effizienzbedarf.
Der europäische Straßengüterverkehr bleibt angespannt. Wie aus der Timocom-Umfrage hervorgeht, bewerten 52,4 Prozent der befragten Logistikfachleute die aktuelle Marktlage für ihr Unternehmen als eher schlecht oder sehr schlecht. 47,6 Prozent schätzen die Lage dagegen als eher gut oder sehr gut ein.
Damit zeigt sich ein nahezu ausgeglichenes, aber leicht negatives Stimmungsbild. Gegenüber der Befragung im Januar und Februar 2026 hat sich die Lage spürbar eingetrübt. Damals lagen die negativen Bewertungen bei 42,0 Prozent die positiven bei 58,0 Prozent. Der Anteil negativer Einschätzungen stieg somit um 10,4 Prozentpunkte.
Geopolitische Risiken verschärfen Druck im Transportmarkt
Die Erhebung fällt in eine Phase erhöhter geopolitischer und energiewirtschaftlicher Unsicherheit. Genannt werden insbesondere die Eskalation im Nahen Osten und Einschränkungen an der Straße von Hormus. Während einige Unternehmen von knappen Kapazitäten, steigenden Kosten und schwieriger Planbarkeit berichten, sehen andere Marktteilnehmer weiterhin eine stabile Nachfrage.
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Warum hängt die Bewertung vom Geschäftsmodell ab?
Die Einschätzung des Transportmarkts unterscheidet sich deutlich nach Marktrolle und Geschäftsmodell. Unternehmen mit flexiblen Kontrakten, stabiler Subunternehmerflotte oder langfristigen Kundenbeziehungen berichten von einer weitgehend guten Auslastung. Frachtführer sehen genügend Frachten, etwa für Anschlusstouren oder Beiladungen. Pessimistischer fällt die Bewertung bei Teilnehmern aus, die stärker auf Transportvergabe fokussiert sind. Sie verweisen häufiger auf kurzfristige Kapazitätsengpässe, steigende Einkaufspreise und sinkende Margen.
Marktposition entscheidet über Druck im Transportmarkt
„Die Umfrage zeigt einen Transportmarkt, der nicht pauschal als schwach beschrieben werden kann, aber deutlich unter Druck steht“, erklärt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom. „Entscheidend ist, aus welcher Marktposition Unternehmen auf die Lage blicken: Verlader aus Industrie und Handel bzw. deren Spediteure spüren Verfügbarkeits- und Kostendruck aktuell besonders stark, wohingegen diejenigen Dienstleister profitieren, die über eigene Kapazitäten oder ein starkes Netzwerk verfügen.“
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Welche Kostentreiber belasten den Transportmarkt?
In den offenen Antworten nennen die Befragten mehrere zentrale Belastungsfaktoren. Dazu zählen knapper Laderaum, fehlende LKW-Verfügbarkeiten, Fahrermangel sowie steigende Kosten für Diesel, Maut und Betrieb. Einzelne Teilnehmer berichten zudem von längeren Lieferzeiten, erschwerter Kapazitätsbeschaffung bei Bedarfsspitzen und zunehmendem Planungsaufwand.
Zentrales Spannungsfeld im Straßengüterverkehr
Kosten steigen, lassen sich aber nicht in jedem Fall vollständig weiterreichen. „Logistikunternehmen müssen effizienter agieren, weil höhere Kosten nicht immer vollständig weitergegeben werden können. Denn Industrie und Handelsunternehmen können nicht jede Kostensteigerung auffangen, da sie selbst unter Wettbewerbsdruck stehen und die Konsumenten nicht bereit sind, jeden Preisanstieg mitzugehen“, erläutert Gunnar Gburek.
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Ergebnisse der Umfrage von Timocom unter Logistikern vom 9. März bis 28. Mai 2026.Timocom
Transportpreise liegen über Vorjahresniveau
Die Preisdaten aus der Timocom-Frachtenbörse zeigen für den bisherigen Jahresverlauf 2026 eine klare Aufwärtsbewegung. Die Monatsdurchschnittspreise innerhalb Deutschlands lagen von Januar bis Mai sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmerseite durchgehend über dem Vorjahresniveau. Im März und April lagen die durchschnittlichen Spotmarktpreise jeweils mehr als elf Prozent über den Vorjahreswerten. Im Mai boten Auftraggeber durchschnittlich 2,19 Euro pro Kilometer und damit mehr als 17 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der höchste von Auftragnehmern geforderte durchschnittliche Transportpreis wurde in der 20. Kalenderwoche mit 2,36 Euro pro Kilometer ermittelt.
Für den Straßengüterverkehr bleiben Energiepreise, Beschaffungskosten und Planungssicherheit zentrale Risikofaktoren. Entsprechend steigt der Druck, vorhandene Transportkapazitäten besser zu nutzen und unnötige Aufwendungen zu vermeiden. Industrie- und Handelsunternehmen können Transporte konsolidieren sowie kurzfristige Sondertouren und Standzeiten an Rampen reduzieren. Logistikunternehmen wiederum können Effizienzpotenziale heben, indem sie die Fahrzeugauslastung erhöhen, Leerfahrten verringern und Touren mithilfe digitaler Netzwerke sowie KI-gestützter Planung besser steuern. Perspektivisch können alternative Antriebe wie E-LKW die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern.
Quelle: Timocom
FAQ zum Transportmarkt
1. Warum steht der Transportmarkt unter Druck?
Zentrale Faktoren sind knappe Kapazitäten, steigende Kosten, Fahrermangel und schwierige Planbarkeit.
2. Wie bewerten Fachleute den Transportmarkt aktuell?
52,4 Prozent der Befragten bewerten die Marktlage als eher schlecht oder sehr schlecht, 47,6 Prozent als eher gut oder sehr gut.
3. Welche Preise steigen im Transportmarkt?
Die durchschnittlichen Transportpreise innerhalb Deutschlands lagen von Januar bis Mai 2026 durchgehend über Vorjahresniveau.
4. Welche Rolle spielt Effizienz im Transportmarkt?
Effizientere Kapazitätsnutzung, weniger Leerfahrten und bessere Tourenplanung sollen helfen, Kostendruck abzufedern.
5. Welche Technik kann den Transportmarkt entlasten?
Digitale Netzwerke, KI-gestützte Planung und perspektivisch E-LKW werden als Hebel für mehr Effizienz genannt.