Menschen stehen mit Abstand vor einem Eingang an.

Messen sollen bald wieder unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln stattfinden. - Bild: Adobe Stock/eldarnurkovic

| von Anja Ringel

„Verschoben auf 2021“ oder „Ersatzlos abgesagt“: Auf den Webseiten der Messen wird momentan das Ausmaß des Coronavirus sichtbar. Seit Februar mussten reihenweise neue Termine für die Veranstaltungen gefunden werden. Wann diese wieder stattfinden können, ist vielerorts noch nicht absehbar.

Immerhin gibt es seit vergangener Woche einen Hoffnungsschimmer für die Veranstalter: Messen zählen nicht mehr zu Großveranstaltungen wie beispielsweise Volksfeste. Diese sind bekanntlich bis 31. August verboten. Stattdessen haben Bundesregierung und Bundesländer nun beschlossen, dass die Länder „vor dem Hintergrund des jeweiligen Infektionsgeschehens und landesspezifischen Besonderheiten“ über die schrittweise Öffnung von Veranstaltungen wie Messen entscheiden. Wichtig dabei: Hygiene- und Abstandskonzepte.

Die Entscheidung sei ein wichtiger Schritt in Richtung Neustart der Messewirtschaft, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, im Interview mit PRODUKTION. Messen werden nach Ansicht von Köckler als Innovations- und Kooperationsplattformen für die Erholung der deutschen Wirtschaft wichtige Impulse geben.

Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe, steht auf einer Bühne. Im Hintergrund steht "technologies tomorrow".
Jochen Köckler ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. - Bild: Deutsche Messe

Mit diesem Maßnahmen sollen Messen wieder stattfinden

Auch Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft (AUMA) verweist in einer Pressemitteilung auf die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen, „um die Wirtschaft zügig und nachhaltig wieder in Gang zu bringen“. Damit diese bald wieder stattfinden können, hat der AUMA bereits Vorschläge ausgearbeitet

Laut AUMA können unter diesen Rahmenbedingungen Messen bald wieder durchgeführt werden:

  • Auf dem gesamten Gelände soll sichergestellt werden, dass überall ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern eingehalten werden kann. „Schon jetzt steuern Messeveranstalter gezielt die Personendichte in den Eingangsbereichen, den Messehallen selbst sowie den Konferenzbereichen im rechnerischen Verhältnis zu der jeweiligen Hallen- beziehungsweise Raumgröße“, schreibt der AUMA. Deshalb könnten Messeveranstalter dafür sorgen, dass durch eine Anpassung der Flächen oder eine Limitierung der Besucherzahlen, die Abstände eingehalten werden.
  • Die vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Hygienestandards sollen auf allen Messen eingehalten werden. Dazu zählen laut AUMA unter anderem eine „No-Handshake-Policy“, enge Reinigungszyklen für Gemeinschaftseinrichtungen und Kontaktflächen sowie eine hohe Dichte an Handwaschmöglichkeiten.
  • Ein weiterer Punkt ist für den AUMA die Kontaktnachverfolgung der Messeteilnehmer. Online-Ticketing und die Registrierung von Ausstellern, Besuchern und Dienstleistern sollen dabei helfen, diese Maßnahme umzusetzen.

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Messen in Coronazeiten: Ärzte sind vorbereitet

Auch die Deutsche Messe arbeitet an Konzepten für einen Neustart. Dabei geht es laut Köckler zum Beispiel um eine „kluge Wegführung der Besucher in den Hallen“. Weitere Überlegungen sind unter anderem geänderte Einlass-Situationen an den Eingängen, Abstandsregeln und Mundschutzpflicht.

Die Koelnmesse erklärt auf ihrer Homepage, dass neben Hygienemaßnahmen Ärzte und Rettungsassistenten auf mögliche Verdachtsfälle vorbereitet sein werden. „Sollte während der Veranstaltung ein Verdachtsfall auftreten, sind auf dem Messegelände alle räumlichen und organisatorischen Vorkehrungen getroffen, um sofortige Abhilfemaßnahmen zu ergreifen“ so der Veranstalter.

Wegen Corona: Deutsche Messe ist in Kurzarbeit

Daneben ist dem AUMA auch ein Zeitplan wichtig, da Messen lange Planungsvorläufe von mehreren Wochen beziehungsweise Monaten haben. In Nordrhein-Westfalen könnte die Planung dagegen kürzer ausfallen. Denn dort sollen bereits ab 30. Mai „unter Auflagen“ wieder Fachmessen und Fachkongresse möglich sein.

Das Interessen an Messen ist weiterhin gegeben: Etliche Unternehmen erklärten, die Wirtschaft brauche für den Neustart Messen, sagt Köckler. Die Firmen hätten monate- beziehungsweise jahrelang Produkte entwickelt und wollen und müssen diese nun an den Kunden bringen.

Und auch für die ausgefallenen Messen suchen die Veranstalter Ersatzmöglichkeiten. So plant die Deutsche Messe zum Beispiel im Juli ein Digitalevent für die Hannover Messe. Der Deutsche Messe merkt jedoch die Ausfälle: Seit 1. April ist das Unternehmen nahezu vollständig in Kurzarbeit sagt der Vorstandsvorsitzende.

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