VDMA-Präsident schlägt Alarm: Standort Europa in Gefahr
Europa steht industriepolitisch unter Druck: Globale Spannungen, neue Handelsbarrieren und wachsender Technologiewettbewerb fordern den Maschinen- und Anlagenbau heraus. VDMA‑Präsident Bertram Kawlath erklärt, wie Europa jetzt handeln muss.
Maximilian FestusMaximilianFestus
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VDMA-Präsident Bertram Kawlath erklärt: „Damit Europa technologisch nicht abgehängt wird, brauchen wir dringend bessere Standortbedingungen und eine konsequente Marktüberwachung.“Salome Roessler/VDMA)
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Wie
kann Europas Industrie ihre strategische Souveränität in einem zunehmend
fragmentierten geopolitischen Umfeld langfristig sichern – und welche
industriepolitischen Hebel sieht der VDMA hier als entscheidend?
Bertram Kawlath: In einer Welt
wachsender geopolitischer Spannungen muss Europa selbstbewusst offene Märkte
verteidigen. Die US‑Zölle
zeigen, wie gefährlich Abschottung für Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit
ist. Die EU muss deshalb Freihandelsabkommen konsequent vorantreiben – allen
voran Mercosur, gefolgt von Indien. Gleichzeitig müssen wir den
Industriestandort Europa massiv stärken.
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Die jüngsten Entlastungen, wie die
Omnibus‑Reformen,
sind ein erster Schritt, müssen jetzt aber konsequent weitergeführt werden.
Local‑Content‑Pflichten können in einigen Situationen
gerechtfertigt sein, sollten aber die Ausnahme bleiben. Europas Stärke liegt in
globalen Partnerschaften, verlässlichen Regeln und im klaren Bekenntnis zu
Demokratie und wirtschaftlicher Freiheit.
Der europäische Maschinen- und Anlagenbau steht unter massivem Wettbewerbsdruck
– durch Überregulierung, Fachkräftemangel und Investitionszurückhaltung. Welche
konkreten Impulse erwartet der VDMA vom „European Summit“, um diesen
Herausforderungen zu begegnen?
Themen wie die
geopolitischen Verwerfungen und die Auswirkungen auf den internationalen
Handel, die Nutzung von KI und wie Unternehmen ihre Produkte vor Cyberangriffen
schützen, sind Themen der gesamten europäischen Maschinenbauindustrie und
müssen europäisch adressiert und diskutiert werden. Dabei soll ein Schwerpunkt
darauf liegen, wo die Chancen für die Branche in der Zukunft liegen.
Was muss jetzt dringend passieren, damit Europa nicht technologisch abgehängt
wird?
Kawlath: Damit Europa
technologisch nicht abgehängt wird, brauchen wir dringend bessere Standortbedingungen
und eine konsequente Marktüberwachung. Unsere mittelständischen Unternehmen
kämpfen hart um ihre Wettbewerbsfähigkeit, doch gegen unfair subventionierte
Konkurrenz aus China reicht das oft nicht mehr.
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Darauf muss die EU entschlossen
reagieren. Produkte, die nicht unseren Standards entsprechen, dürfen nicht
ungehindert in den Markt gelangen. Europa braucht eine Industriepolitik, die
Innovationen fördert, faire Wettbewerbsbedingungen sichert und technologische
Fähigkeiten stärkt.
Kommen Sie zum European Summit!
Nach Wien
und Amsterdam findet der VDMA European Summit 2026 erstmals in Rom statt. Die
Veranstaltung am 12. und 13. März 2026 zählt zu den zentralen Treffen des
europäischen Maschinen- und Anlagenbaus.
Auf dem Programm stehen aktuelle
Branchenthemen sowie Beiträge internationaler Speaker. Zudem bietet das Treffen
umfangreiche Möglichkeiten für Austausch und Networking.
1. Welche industriepolitischen Maßnahmen hält der VDMA für entscheidend, um Europas strategische Souveränität zu sichern?
Der VDMA betont die Bedeutung offener Märkte und fordert von der EU eine konsequente Umsetzung von Freihandelsabkommen – insbesondere mit Mercosur und Indien. Gleichzeitig müsse der Industriestandort Europa gestärkt werden, etwa durch fortgesetzte Entlastungen wie die Omnibus-Reformen. Local-Content-Pflichten sollten die Ausnahme bleiben. Europas Stärke liege in globalen Partnerschaften, stabilen Regeln sowie im klaren Bekenntnis zu Demokratie und wirtschaftlicher Freiheit.
2. Was erwartet der VDMA vom „European Summit“ im Hinblick auf den Wettbewerbsdruck im Maschinen- und Anlagenbau?
Der Summit soll mehr sein als ein Networking-Event: Er bietet eine Plattform für die gesamte europäische Maschinenbau-Community, um zentrale Herausforderungen wie geopolitische Spannungen, KI-Nutzung und Cybersicherheit zu adressieren. Best-Practice-Beispiele sollen konkrete Lösungsansätze liefern und zeigen, wo Zukunftschancen für die Branche liegen.
3. Welche Probleme gefährden aktuell die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Maschinenbauer?
Laut VDMA sind Überregulierung, Fachkräftemangel und Investitionszurückhaltung zentrale Bremsen. Hinzu kommt der Wettbewerbsdruck durch unfair subventionierte Konkurrenz – insbesondere aus China. Mittelständische Unternehmen haben oft nicht die Mittel, um sich gegen solche Marktverzerrungen zu behaupten. Hier fordert der VDMA eine konsequente Marktüberwachung durch die EU.
4. Was muss geschehen, damit Europa technologisch nicht abgehängt wird?
Europa benötigt laut VDMA bessere Standortbedingungen, eine innovationsfreundliche Industriepolitik und einen effektiveren Schutz des Binnenmarkts. Produkte, die nicht europäischen Standards entsprechen, dürfen nicht ungehindert importiert werden. Nur so lassen sich Innovation, faire Wettbewerbsbedingungen und technologische Fähigkeiten nachhaltig sichern.