Maschinenbau Produktion

In der Maschinenbaubranche haben sich viele Unternehmen für Betriebsurlaub über den Lockdown hinweg entschieden. - Bild: NDABCREATIVITY - stock.adobe.com

Viele deutsche Maschinenbauer wollen im Corona-Jahr ihren Betrieb über die Weihnachtsferien schließen. Bei einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA gaben 77 Prozent der 809 teilnehmenden Firmen an, entsprechende Pläne zu haben. Im Durchschnitt handelt es sich um 15 Tage. Bei 35 Prozent der Maschinenbauern ist die Betriebsruhe länger als sonst üblich.

"In der Summe stellen wir in diesem Jahr eine spürbare Veränderung hin zu längeren Betriebsferien fest", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen der Deutschen Presse-Agentur. "Unternehmen wollen damit auch einen Beitrag zu Abflachung der Infektionskurve leisten. Sie übernehmen Verantwortung."

Ansteckungsgefahr als Grund für Betriebsferien

Bei der Umfrage nannten 67 Prozent der Maschinenbauer, die längere Betriebsferien planen, ausdrücklich eine Verminderung der Ansteckungsgefahr als Grund. Auf Rang zwei folgten Auftragsmangel beziehungsweise geringere Auslastung der Produktionskapazitäten (63 Prozent). Weitere Gründe waren unter anderem Störungen der Lieferketten, Kurzarbeit, Abbau von Resturlaub oder Gratifikation der Mitarbeiter. Mehrfachnennungen waren möglich.

Ein Teil der Maschinenbauer (46 Prozent) nimmt allerdings bestimmte Arbeitsbereiche von der Betriebsunterbrechung aus, zum Beispiel Controlling, Buchhaltung, Service und Vertrieb sowie Notdienste. Die große Mehrheit der Firmen (80 Prozent) hat die Möglichkeiten des mobilen Arbeitens erweitert oder hat entsprechende Pläne.

Keine all zu großen Schäden des Lockdowns erwartet

Die wirtschaftlichen Folgen des von Mittwoch (16.12.) an bis zunächst 10. Januar geltenden harten Shutdowns sind nach Einschätzung von VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers für die Maschinenbauer "überschaubar". An der Prognose des Verbandes ändere sich dadurch nichts, denn etwas längere Betriebsurlaube seien mit einem Abschlag berücksichtigt worden.

"Wichtig ist, dass die Industrieproduktion in anderen europäischen Ländern aufrechterhalten wird und die Maschinenbauer in Deutschland die für ihre Produktion notwendigen Teile beziehen können", sagte Haeusgen. "Bislang gibt es keine Anzeichen, dass es hier wie im Frühjahr zu größeren Problemen kommen könnte."

Die exportorientierten deutschen Maschinenbauer rechneten zuletzt für 2021 mit einem Produktionszuwachs von vier Prozent. In diesem Jahr wird ein Rückgang von 14 Prozent erwartet.

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