Strategischer Erfolgsfaktor

Technische Sauberkeit: Von der Qualitätsprüfung zum technologischen Enabler

Die 16. Fachtagung Technische Sauberkeit am 20. und 21. Mai 2026 in Heidenheim thematisiert die wachsende Bedeutung von Sauberkeit in der Produktion im Kontext der Elektrifizierung und Industrie-Transformation. Experten diskutieren Herausforderungen und Trends.

Technische Sauberkeit als technologischer Enabler: Der Blick durch das Mikroskop auf verunreinigende Partikel (Bildschirm) verdeutlicht die Notwendigkeit fortschrittlicher Messtechnik. Wie Experten auf der 16. Fachtagung diskutieren, wandelt sich die Sauberkeitsprüfung von der reinen Nachkontrolle hin zu einem strategischen Design- und Prozesskriterium für die industrielle Zukunft.
Technische Sauberkeit als technologischer Enabler: Der Blick durch das Mikroskop auf verunreinigende Partikel (Bildschirm) verdeutlicht die Notwendigkeit fortschrittlicher Messtechnik. Wie Experten auf der 16. Fachtagung diskutieren, wandelt sich die Sauberkeitsprüfung von der reinen Nachkontrolle hin zu einem strategischen Design- und Prozesskriterium für die industrielle Zukunft.

In einer zunehmend elektrifizierten und digitalisierten Welt, in der die Anforderungen an die Präzision und Sicherheit von Komponenten stetig steigen, wird die Technische Sauberkeit zu einem unverzichtbaren Element der Produktionsqualität. Insbesondere im Kontext der Transformation hin zu neuen Antriebstechnologien und der zunehmenden Vernetzung von Produktionsprozessen sind Unternehmen gefordert, innovative Lösungen zu finden. Die 16. Fachtagung Technische Sauberkeit vom 20. bis 21. Mai 2026 in Heidenheim wird einen umfassenden Überblick zu den neuesten Entwicklungen und Herausforderungen bieten. Im Zentrum der Diskussion stehen unter anderem die zukünftige Ausrichtung der VDA 19.1 und 19.2 sowie technologische Fortschritte, die die Sauberkeit von Bauteilen und Komponenten revolutionieren. 

Die wachsende Bedeutung der Technischen Sauberkeit: Eine strategische Notwendigkeit

Die wichtigsten Infos zur 16. Fachtagung Technische Sauberkeit:

Veranstaltung: 16. Fachtagung Technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen 

Datum: 20.–21. Mai 2026 (optionaler Einführungsworkshop am 19. Mai)

Das Besondere: Die Fachtagung Technische Sauberkeit verbindet aktuelle Normungsentwicklungen mit konkreten Praxisbeispielen aus der Industrie und schafft damit eine einzigartige, direkt anwendbare Schnittstelle zwischen Theorie und Produktion.

Ort: Congress & Event Heidenheim, Hugo-Rupf-Platz 1, 89522 Heidenheim an der Brenz

Web: 16. Fachtagung Technische Sauberkeit

Wie melde ich mich an? Die Anmeldung ist über die Website möglich - einfach hier klicken

Die Technische Sauberkeit ist weit mehr als ein Qualitätsmerkmal. Sie hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem zentralen Erfolgsfaktor entwickelt, der in der Industrie zunehmend an Bedeutung gewinnt. Besonders im Kontext von Transformation und Elektrifizierung zeigt sich, dass technische Sauberkeit nicht nur für die Funktionalität von Bauteilen, sondern auch für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Systemen entscheidend ist.

Dieter Heubusch, CEO der DHD Technology GmbH & Co. KG und DHD Clean Parts GmbH & Co. KG, beschreibt den Wandel: „Früher war die Technische Sauberkeit vor allem in Verbindung mit klassischen Verbrennungsmotor-Systemen ein Thema. Heute ist sie jedoch ein funktionskritischer Parameter, insbesondere im Hinblick auf die Elektrifizierung von Fahrzeugen und Maschinen.“ Die Empfindlichkeit gegenüber Partikeln, die durch die zunehmende Digitalisierung und Elektrifizierung in den letzten Jahren zugenommen hat, erfordert ein Umdenken in der Produktion. Heubusch betont weiter: „Elektrifizierung erhöht die Empfindlichkeit gegenüber Partikeln exponentiell, insbesondere bei elektrischen Systemen. Partikel, die früher als unkritisch galten, können heute die Funktionalität eines Systems gefährden.“

Peter Krösche: „Die Anpassung der Montagebereiche an die Forderungen der VDA 19.2 muss bei der Fabrik- Strukturplanung berücksichtigt werden und erfordert zusätzliche Investitionen wie auch besondere Anstrengungen zur Erreichung der geplanten Effizienz der Produktion.“
Peter Krösche: „Die Anpassung der Montagebereiche an die Forderungen der VDA 19.2 muss bei der Fabrik- Strukturplanung berücksichtigt werden und erfordert zusätzliche Investitionen wie auch besondere Anstrengungen zur Erreichung der geplanten Effizienz der Produktion.“

Für Unternehmen wie Liebherr-Rostock GmbH wird die Technische Sauberkeit zu einer wesentlichen Voraussetzung für die Herstellung innovativer, hochwertiger Produkte. Jens-Peter Krösche, Dipl.-Ing. (FH) und Leiter der Lieferantenentwicklung bei Liebherr, erklärt: „Die kontinuierliche Verbesserung der Sauberkeit in den Montageprozessen ist für uns entscheidend, insbesondere bei den anspruchsvollen Antriebstechnologien, die wir entwickeln.“ 

Herausforderungen bei der Umsetzung von VDA 19.1 und 19.2

Die Normen VDA 19.1 und VDA 19.2 spielen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Technischer Sauberkeit. Doch die praktische Anwendung dieser Normen stellt Unternehmen vor zahlreiche Herausforderungen.

Heubusch nennt die methodischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung von VDA 19.1: „Die hohe Anforderung an Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit der Analyseergebnisse stellt viele Unternehmen vor Probleme. Häufig ist die Festlegung von Grenzwerten für kritische Partikel unklar oder nicht ausreichend risikobasiert.“ Dies kann insbesondere dann problematisch werden, wenn unterschiedliche Standorte oder Lieferanten unterschiedliche Maßstäbe ansetzen.

Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel, der insbesondere in der Partikelanalyse zu Engpässen führt. „Die Nachfrage nach qualifizierten Laborfachkräften ist enorm, aber das Angebot an gut ausgebildeten Experten ist begrenzt“, bringt es Heubusch auf den Punkt.

Krösche betont, dass insbesondere die Anpassung der Montageprozesse an die Anforderungen von VDA 19.2 oft mit hohen Investitionen und strukturellen Veränderungen verbunden ist: „Die Implementierung der VDA 19.2 in die Fertigung erfordert umfangreiche Anpassungen der Fabrikstruktur und zusätzliche Investitionen, die vor allem mittelständische Unternehmen vor Herausforderungen stellen.“ 

Die Integration von Sauberkeit in die Produktentwicklung

Dieter Heubusch (links), CEO der DHD Technology GmbH & Co. KG sowie der DHD Clean Parts GmbH & Co. KG, und sein Sohn Lukas Heubusch (rechts) - der seit 2021 im Unternehmen ist und schrittweise die Geschäftsführung übernimmt - vor einer Reinigungsanlage von DHD Clean Parts.
Dieter Heubusch (links), CEO der DHD Technology GmbH & Co. KG sowie der DHD Clean Parts GmbH & Co. KG, und sein Sohn Lukas Heubusch (rechts) - der seit 2021 im Unternehmen ist und schrittweise die Geschäftsführung übernimmt - vor einer Reinigungsanlage von DHD Clean Parts.

Um den Anforderungen der Technischen Sauberkeit gerecht zu werden, ist es entscheidend, Sauberkeitsthemen bereits frühzeitig in den Produkt- und Prozessentwicklungsprozess zu integrieren. Heubusch sieht die frühzeitige Verankerung als Schlüssel zum Erfolg: „Sauberkeit muss als entwicklungsrelevantes Design- und Prozesskriterium verstanden werden. Sie darf nicht nur als nachgelagerte Qualitätsprüfung betrachtet werden.“

Er betont, dass ein „Design for Cleanliness“ der wichtigste Schritt ist, um Sauberkeit bereits in der Produktentwicklung sicherzustellen: „Konstruktion beeinflusst Sauberkeit stärker als jede später durchgeführte Reinigungsmaßnahme.“ Bei Liebherr sieht man es ähnlich. Krösche hebt hervor, wie wichtig die bereichsübergreifende Zusammenarbeit ist: „Sauberkeit ist ein Schnittstellenthema, das nur durch enge Zusammenarbeit zwischen Konstruktion, Produktion und Qualitätsmanagement sichergestellt werden kann. Wir müssen alle Bereiche für die Sauberkeitsthemen sensibilisieren, um ein konstant hohes Sauberkeitsniveau zu gewährleisten.“ 

Technologische Trends in der Messtechnik

Die Weiterentwicklung der Messtechnik und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bieten vielversprechende Perspektiven für die Verbesserung der Technischen Sauberkeit. Heubusch sieht besonders in der automatisierten Messtechnik großes Potenzial: „Moderne optische Systeme und automatisierte Partikelklassifikation verbessern nicht nur die Messgenauigkeit, sondern machen den gesamten Prozess effizienter und reproduzierbarer.“

KI spielt eine zunehmend größere Rolle, insbesondere in der Analyse von Partikeln und der präventiven Risikosteuerung. „KI-basierte Modelle ermöglichen eine vorausschauende Analyse, mit der wir Partikelarten besser bewerten und vorhersagen können, welche Ausfallmechanismen durch bestimmte Partikel ausgelöst werden“, erklärt Heubusch.

Jens-Peter Krösche sieht ebenfalls einen Mehrwert in der KI: „Durch den Einsatz von KI können wir nicht nur Schulungskonzepte optimieren, sondern auch die Einhaltung der Sauberkeitsvorgaben in komplexen Lieferketten überwachen.“ 

Grenzen und blinde Flecken in der Technischen Sauberkeit

Wer sollte bei der Fachtagung Technische Sauberkeit unbedingt dabei sein?

Unbedingt dabei sein sollten Qualitäts- und Produktionsverantwortliche, Entwicklungsingenieure, Sauberkeits- und Prüfexperten sowie Lieferanten aus Automotive, Maschinenbau, Elektronik und verwandten Industrien, die Normanforderungen sicher umsetzen, Partikelrisiken beherrschen und ihre Prozesse nachhaltig stabilisieren wollen.

Trotz aller Fortschritte in der Technischen Sauberkeit gibt es nach wie vor blinde Flecken, die Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Heubusch identifiziert mehrere kritische Bereiche: „Die Verpackung wird oft unterschätzt. Sie ist eine häufige Quelle für Partikel und muss als Sauberkeitsrisiko besser integriert werden.“ Auch die Komplexität globaler Lieferketten führt zu Unsicherheiten in der Sauberkeit: „Unterschiedliche Sauberkeitsstandards und Prüfmethoden über verschiedene Standorte hinweg können dazu führen, dass die Systemstabilität nicht ausreichend abgesichert ist.“

Krösche weist auf ähnliche Probleme hin: „Die Überwachung der Sauberkeit über komplexe Lieferketten hinweg bleibt eine der größten Herausforderungen. Hier müssen wir kontinuierlich Überzeugungsarbeit leisten und die Einhaltung der Vorgaben regelmäßig überwachen.“ 

Ausblick: Technische Sauberkeit als Grundlage für eine erfolgreiche industrielle Zukunft

Die Technische Sauberkeit entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Faktor für Qualität und Innovation. Insbesondere in Zeiten der Transformation und Elektrifizierung wird sie zur Grundlage für die Entwicklung leistungsfähiger und sicherer Systeme. Doch Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Vorgaben der VDA 19.1 und VDA 19.2 konsequent umzusetzen. Der technologische Fortschritt, insbesondere in der Messtechnik und der KI-gestützten Analyse, wird dabei helfen, diese Herausforderungen zu meistern. Es bleibt jedoch entscheidend, dass Sauberkeit als integraler Bestandteil des gesamten Produktionsprozesses verstanden wird, von der frühen Produktentwicklung bis hin zur Zusammenarbeit in der Lieferkette. Die 16. Fachtagung Technische Sauberkeit wird wertvolle Impulse liefern, um diese Themen weiter voranzutreiben.

FAQ – Fachtagung „Technische Sauberkeit“

Wann findet die Fachtagung statt? - Die Fachtagung „Technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen“ findet am 20. und 21. Mai 2026 statt. Am 19. Mai 2026 wird zusätzlich ein optionaler Einführungsworkshop angeboten.

Wo wird die Veranstaltung ausgerichtet? - Tagungsort ist das Congress & Event Heidenheim, Hugo-Rupf-Platz 1, 89522 Heidenheim an der Brenz.

An wen richtet sich die Tagung? - Die Veranstaltung richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Produktion, Qualitätssicherung, Entwicklung und Reinigungstechnik, insbesondere aus Branchen wie Automobilindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik und Elektronikfertigung.

Welche Themen stehen im Mittelpunkt? - Im Fokus stehen technische Sauberkeit in Montage- und Produktionsprozessen, aktuelle Normen und Richtlinien (u. a. VDA Band 19.1), Analyse- und Messverfahren sowie Best-Practice-Beispiele aus der Industrie.

Gibt es zusätzliche Programmpunkte? - Neben den Fachvorträgen umfasst das Programm auch Praxisworkshops sowie eine Werksführung beim Technologieunternehmen Voith in Heidenheim.

Wo kann man sich informieren oder anmelden? - Weitere Informationen zum Programm sowie die Anmeldung finden Interessierte unter: https://www.ultimamedia.de/produktion/fachkongress-technische-sauberkeit/