Die Kontinente in Form von Moos dargestellt auf einem braunen Hintergrund mit weißen Nachhaltigkeits-Symbolen.

Wir zeigen Ihnen die 11 nachhaltigsten Unternehmen der Welt. (Bild: malp - stock.adobe.com)

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das auch in Firmen mehr besprochen und umgesetzt wird. Seit Jahren weisen Wissenschaftler auf Klimaschutz-Probleme hin. Konsumfreude und die Entwicklung innovativer Produkte kosten Ressourcen. Viele davon sind endlich – Alternativen und Ideen müssen her.

Mit einem ökologischen Fußabdruck von knapp fünf gha (globale Hektar) liegt Deutschland 2019 auf Platz vier der Länder mit dem höchsten Ressourcenverbrauch. Die Bundesrepublik bräuchte drei Erden, um den derzeitigen Lebensstandard über die nächsten Jahre aufrecht erhalten zu können. Der Fußabdruck setzt sich aus der Fläche des Planeten, genauer der biologischen Produktivität der Erdoberfläche, und der Nachfrage der Menschen nach diesen Kapazitäten zusammen. Die biologisch produktive Fläche wird dabei in der Maßeinheit „globale Hektar“ dargestellt.

Neben dem ökologischen Fußabdruck wird auch über die Treibhausgas-Emissionen diskutiert. – Deutschland arbeitet an sich: Wo 1990 noch 1.251 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen wurden, sind es 2019 nur noch 811 Millionen Tonnen.

Ein tragender Faktor zu mehr Nachhaltigkeit sind erneuerbare Energien. Diese kommen nicht nur dem ökologischen Fußabdruck zu Gute, sondern senken zudem die Treibhausgase. Der Anteil an erneuerbaren Primärenergien in Deutschland lag 2018 bei 14 Prozent. Mineralöl gilt als meist verbrauchter Energieträger. Das spiegelt sich vor allem im Verkehrssektor wider, der mit 30,1 Prozent den größten Anteil des Energieverbrauchs ausmacht. Die Begründung hierfür ist einfach: Kraftstoffe werden in über 90 Prozent der Fälle aus Mineralöl gewonnen.

In den Top 100 sind auch fünf deutsche Unternehmen

Erfreulicher ist die Nachricht, dass der Strom in Deutschland 2019 bereits zu 40 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde.

Nachhaltigkeit umfasst heute jedoch mehr als den reinen Umwelt-Gedanken: faires und verantwortungsbewusstes Wirtschaftswachstum zum Beispiel. Das kanadische Medienunternehmen Corporate Knights hat 2005 den Corporate Knights-Index etabliert. 

In diesem werden jährlich die 100 nachhaltigsten Unternehmen der Welt bewertet. Darunter 2020 auch fünf deutsche Unternehmen: BASF (Platz 87), Commerzbank (Platz 67), Adidas (Platz 55), Siemens (Platz 28) und Osram (Platz 11). Welches weltweit das nachhaltigste Unternehmen ist, erfahren Sie in unserer obigen Bildergalerie oder in der nachfolgenden Liste im Kasten.

Die 11 nachhaltigsten Unternehmen der Welt

Platz 11: Das deutsche Photonik-Unternehmen Osram möchte vor allem in den Bereichen Mobilität, Sicherheit, Vernetzung und Gesundheit die Potenziale des Lichts revolutionieren. Dabei setzt Osram auf die Vermeidung von Abfall, etabliert umweltverträgliche Inhaltsstoffe und eine lange Produktlebensdauer. Die Achtung der Menschenrechte spielt für das Unternehmen eine tragende Rolle.

Platz 10: Belegt wird dieser Platz von dem kanadischen Unternehmen Algonquin Power & Utilities Corp (APUC). Mit Anlagen für Wind-, Solar-, Thermalenergie und Wasserkraft fördert es erneuerbare Energien. Darüber hinaus investiert APUC unter anderem in Elektromobilität, gesunde Wasserökosysteme und Biodiversität.

Platz 9: Die brasilianische Bank Banco do Brasil sieht sich in der Pflicht, den Übergang zu einer grünen und integrativen Wirtschaft zu fördern. Dafür möchte sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern, Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme zum Thema Nachhaltigkeit ausbauen und sich für ethische Werte sowie die Korruptionsbekämpfung einsetzen.

Platz 8: Angelehnt an die SDGs (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen nimmt sich auch der italienische Stromversorger Enel den Nachhaltigkeitsgedanken zu Herzen. Dabei treibt er vor allem Klimaschutz an, stellt erschwingliche und saubere Energien für die Bevölkerung bereit, fördert die Digitalisierung und gestaltet Gemeinden nachhaltiger, indem er Ladestationen für die E-Mobilität aufstellt.

Platz 7: Die niederländische Bank ING integriert die SDGs ebenfalls in ihre Unternehmensziele. Dabei fokussiert sie sich vor allem auf den Klimaschutz, ein menschenwürdiges Wirtschaftswachstum und einen nachhaltigen Verbrauch inklusive Produktion. So fördert die Bank verantwortungsbewussten Konsum beispielsweise durch ein Darlehen, dessen Zinssatz an die Nachhaltigkeitsleistung des Kunden gebunden ist.

Platz 6: Novozymes aus Dänemark bietet Enzyme und Mikroorganismen für Bereiche wie der Landwirtschaft, Lebensmittel, Textilien, Bioenergie, Abwasser und Pharmazeutika. Dabei entwickelt das Unternehmen unter anderem Lösungen für kohlenstoffarmen Kraftstoff und Waschmittel ohne Chemikalien. Zudem setzt sich Novozymes eigene Ziele für die Reduktion seiner CO2-Emissionen, des Wasserverbrauchs und die Maximierung von Recycling durch das Verwenden von Kreissystemen für Materialien und Abfälle.

Platz 5: Die Einrichtungen und Cloud Services des Softwareunternehmens Autodesk werden zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien versorgt. In Zukunft möchte das Unternehmen aus den Vereinigten Staaten keine Rohstoffe mehr durch die Abholzung der Wälder beziehen. Auch seinen Nutzern möchte Autodesk zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen. So entwirft das Unternehmen ein kostenloses Tool, mit dem die enthaltenen CO2-Emissionen pro Materialkategorie eines Bauprojekts ermittelt und Optionen umweltfreundlicherer Materialien aufgezeigt werden können.

Platz 4: Auch das IT-Unternehmen Cisco aus den Vereinigten Staaten steigert seine Energie- sowie Wassereffizienz und reduziert seine Emissionen jährlich. Ergänzend wird Abfall zu großen Teilen recycelt und kompostiert. Cisco motiviert ebenso seine Mitarbeiter nachhaltig zu handeln: So startete das Unternehmen die Kampagne Erdbewusst, bei der die Mitarbeiter unter anderem eine Strandreinigung in Portugal durchführten, einen IoT-Garten in Belgien gebaut oder eine Solaranlage in Indien eröffnet haben. Auch das Forum SustainX, die Nachhaltigkeitsplattform GreenHouse und die mitarbeitergeführte Nachhaltigkeitsorganisation Cisco Green Team geben der Nachhaltigkeit in dem Unternehmen ihren Raum.

Platz 3: Das finnische Raffinerieunternehmen Neste hat es sich zur Aufgabe gemacht den Klimawandel zu bekämpfen und die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Dafür stellt das Unternehmen erneuerbaren Diesel-Kraftstoff her, der aus Abfällen und Reststoffen hergestellt wird. Ebenso untersucht Neste die Möglichkeit, Kunststoffabfälle als Rohmaterial für Kraftstoffe, chemische Produkte und neue Kunststoffe zu verwenden. Bis 2025 sollen erneuerbare Rohstoffe zu 100 Prozent aus Abfällen und Reststoffen entstehen.

Platz 2: In den Bereichen Esskultur, Enzyme, Gesundheit und Ernährung, stellt das dänische Biotechnologieunternehmen Chr. Hansen nachhaltige Produkte her. Diese machen es beispielsweise Landwirten möglich, mit weniger mehr zu produzieren, CO2-Emissionen und Abfälle zu mindern. Chr. Hansen möchte zukünftig über 80 Prozent seiner Bruttoerlöse durch nachhaltige Produkte erwirtschaften, der Erwärmung des Klimas entgegenwirken und in seiner Arbeitgeberposition Frauen und Männer zu gleichen Teilen beschäftigen.

Platz 1: Orsted ist das nachhaltigste Unternehmen der Welt 2020 – vor rund zehn Jahren undenkbar. Damals erzeugte das dänische Unternehmen Energie aus fossilen Brennstoffen und galt als einer der energieintensivsten Stromerzeuger Europas. Heute ist Orsted der weltweit führende Anbieter für Offshore-Windenergien und hat seine CO2-Emissionen um 86 Prozent reduziert. Bis 2025 will der Betrieb klimaneutral werden und 2040 einen klimaneutralen Fußabdruck pflegen. Zudem pflegt Orsted einige Nachhaltigkeitsprogramme, um den SDGs der vereinten Nationen näher zu kommen. Darunter beispielsweise die Integration von Batteriespeicherlösungen, die Unterstützung der UN-Global-Compact-Prinzipien für nachhaltige Ozeane und die Reduktion des Abfalls.

Alles Wissenswerte zum Thema CO2-neutrale Industrie

Sie wollen alles wissen zum Thema CO2-neutrale Industrie? Dann sind Sie hier richtig. Alles über den aktuellen Stand bei der klimaneutralen Industrie, welche technischen Innovationen es gibt, wie der Maschinenbau reagiert und wie die Rechtslage ist erfahren Sie in dem Beitrag "Der große Überblick zur CO2-neutralen Industrie".

Um die klimaneutrale Industrie auch  real werden zu lassen, benötigt es regenerative Energien. Welche Erneuerbaren Energien es gibt und wie deren Nutzen in der Industrie am höchsten ist, lesen Sie hier.

Oder interessieren Sie sich mehr für das Thema Wasserstoff? Viele Infos dazu gibt es hier.

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?