Schwimmende Offshore-Windkraft in Port-la-Nouvelle

Mammoet hat schwimmende Offshore-Windkraftanlagen montiert

Schwimmende Offshore-Windkraftanlagen wachsen in neue Größenordnungen. In Port-la-Nouvelle unterstützt Mammoet die Montage von drei Anlagen unter anspruchsvollen Windbedingungen. 

Mammoet hat Komponenten für drei schwimmende Offshore-Windkraftanlagen in Port-la-Nouvelle/Frankreich trotz starker Winde sicher montiert.

Summary: Beim Windpark Eoliennes flottantes du Golfe du Lion unterstützen Mammoet und Euroports in Port-la-Nouvelle die Montage von drei schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen. Die Komponenten wurden frühzeitig angeliefert, mit SPMTs bewegt und mit einem CC8800-1 sowie zwei 200-Tonnen-Mobilkranen montiert. So sollten wetterbedingte Verzögerungen begrenzt, Hebevorgänge abgesichert und Projektrisiken in einer sehr windreichen Region reduziert werden.

Mammoet unterstützt im Auftrag von Euroports das Marshalling und die Montage der Komponenten für drei schwimmende Windkraftanlagen des Windparks Eoliennes flottantes du Golfe du Lion (EFGL) in Port-la-Nouvelle in Frankreich. Das Gemeinschaftsprojekt von Ocean Winds und Banque des Territoires markiert den Schritt der schwimmenden Windtechnologie in ihre dritte Generation und damit eine weitere Reifung in Richtung großflächiger Einführung.

Windreiche Standorte gelten als besonders attraktiv für Offshore-Windparks, erschweren aber gleichzeitig die Montage. Während Windkraftanlagen mit festen Fundamenten auf See von spezialisierten Installationsschiffen errichtet werden, müssen schwimmende Systeme in den ruhigeren Gewässern eines Hafens aufgebaut werden.  Türme, Gondeln und Rotorblätter werden auf schwimmfähigen Basen montiert und erst danach als komplette Einheiten ausgeschleppt. Mit den wachsenden Dimensionen dieser Anlagen steigt zugleich der Bedarf an entsprechend großer Hebetechnik.

Wie wurde das Marshalling vorbereitet?

Mammoet war bereits in einer frühen Planungsphase eingebunden. Ziel war es, den passenden Kran für die Aufgabe festzulegen und zugleich einen möglichst reibungslosen Übergang von der Anlieferung der Komponenten zur eigentlichen Montage zu sichern. Der gewählte Ansatz sah vor, sämtliche Komponenten für alle drei Anlagen deutlich vor Beginn der Montage in den Hafen zu bringen. Auf diese Weise sollten die folgenden Projektphasen angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit windbedingter Verzögerungen entlastet werden.

Entladung der ersten Komponenten im Sommer 2024

Die Lieferungen kamen aus den Niederlanden. Die drei schwimmenden Fundamente wurden in Fos-sur-Mer gefertigt und benötigten einen Tag Schleppzeit bis nach Port-la-Nouvelle. Innerhalb des Hafens kamen 24 Achslinien von Mammoet Self-Propelled Modular Transporters (SPMTs) zum Einsatz, um die Bauteile von der Kaikante in einen Lagerbereich und wieder zurück zur Montage zu bewegen.

Als Hauptgerät für die schweren Hübe wurde ein großer Raupenkran vom Typ CC8800-1 ausgewählt.

Technik für schwere Hübe unter Winddruck

Ergänzend zum großen Raupenkran kamen zwei 200-Tonnen-Mobilkrane, die Wipp- und Hilfshubarbeiten übernahmen zum Einsatz. Damit war die Hebetechnik auf die Geometrie des Einsatzortes und die Größe der Komponenten abgestimmt. „Bei solchen Einsätzen muss ein leistungsstarker Kran mit großer Reichweite eingesetzt werden, weil die Fundamente direkt neben der Kaikante vertäut sind“, erklärt Yan Billard, Geschäftsführer von Mammoet Frankreich.  „Wir haben einen CC8800 mit einer Tragfähigkeit von 1.600 Tonnen eingesetzt, ausgestattet mit einem Boom Booster, um einen 144 Meter langen Hauptausleger zu schaffen. Der Booster ist ein spezieller Abschnitt, der die Kapazität des Krans erhöht und dadurch größere Hubleistungen bei einem kleinen Radius ermöglicht“, erläutert Yan Billard.

Vorbereitung des Kaiuntergrunds
für schwere Lasten

Damit der Kai während der Hebevorgänge das volle Gewicht des CC8800 aufnehmen konnte, wurde eine 40 Quadratmeter große Fläche geschaffen, die einem Bodendruck von 30 Tonnen pro Quadratmeter standhalten konnte. Der Untergrund wurde dazu mit zwei Lagen Holzmatten verstärkt, die auf Kies verlegt wurden, um eine ebene Grundlage zu gewährleisten.

Holzmatten auf Kies verstärkten den Untergrund.

Warum wurde die Anlieferung vorgezogen?

Die frühe Anlieferung war ein zentrales Element der Projektstrategie. In einer Region, in der Windgeschwindigkeiten von bis zu 10 m/s erreicht werden können, sollte die wetterkritische Phase der Hebevorgänge so weit wie möglich von unnötigen Unterbrechungen entlastet werden. Indem sämtliche Ausrüstung und Komponenten bereits vor Ort verfügbar waren, ließ sich der Montageablauf enger takten. Das reduzierte vor allem den Druck in der Phase, in der Komponenten nacheinander unter den Haken des Raupenkrans gebracht, angehoben und auf den schwimmenden Fundamenten verschraubt werden mussten. Diese sorgfältige Vorbereitung war entscheidend, um den Einfluss der starken Winde auf die Anlieferungsphase zu minimieren und unnötige Stillstandszeiten zu vermeiden.

Montage der schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen

Nachdem alle Komponenten in ihren Lagerbereichen untergebracht und die schwimmenden Fundamente vorübergehend nahe der Hafeneinfahrt vertäut worden waren, begann die Montage. Mammoet brachte die einzelnen Komponenten mithilfe der SPMTs in der richtigen Reihenfolge unter den Haken des CC8800. Der Raupenkran hob die Teile anschließend in Position, damit sie miteinander verschraubt werden konnten. Zunächst wurden die drei Turmsektionen von unten nach oben montiert, danach die Gondel und zum Schluss die drei Rotorblätter. Das schwerste Einzelteil war die 380 Tonnen schwere Gondel. Wegen der darin verbauten elektrischen Komponenten wurden die unteren Turmsektionen in vertikaler Position neben dem CC8800 gelagert. Die beiden anderen Sektionen wurden mithilfe der Mobilkrane und des Raupenkrans in die aufrechte Position gebracht.

Wind als größte Herausforderung bei Hebevorgängen

„Wenn die Windgeschwindigkeit 10 m/s überschritt, mussten die Hebearbeiten unterbrochen werden. Es ist eine sehr windige Region. Uns war das bewusst, aber wir wussten auch, dass wir damit effektiv umgehen mussten. Sicherheit hat immer oberste Priorität“, erläutert Billard. Sobald alle Komponenten verbunden waren, wurde die Anlage von Schleppern zu einem anderen Abschnitt des Kais verholt. Dort fanden vor dem endgültigen Ausbringen die abschließenden Montagearbeiten statt. Das Projekt zeigt, wie sich Risiken auch in anspruchsvollen Umgebungen durch frühe Planung, geeignete Hebetechnik und ein konsequent organisiertes Marshalling reduzieren lassen.

Quelle: Mammoet

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FAQ zu schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen

1. Warum werden schwimmende Offshore-Windkraftanlagen im Hafen montiert?

Weil sich ihre Fundamente bewegen und die Montage daher in ruhigeren Hafenbereichen erfolgt, bevor die kompletten Einheiten ausgeschleppt werden.

2. Welche Rolle spielen schwimmende Offshore-Windkraftanlagen im EFGL-Projekt?

Im Projekt EFGL kommt die Technologie in ihrer dritten Generation zum Einsatz und reift damit in Richtung großflächiger Einführung.

3. Wie unterstützt Mammoet schwimmende Offshore-Windkraftanlagen in Port-la-Nouvelle? 

Das Unternehmen übernahm Planung, Marshalling, innerhafenbezogene Transporte mit SPMTs und die Montage mit einem CC8800-1 sowie zwei Mobilkranen.

4. Welche Risiken prägen schwimmende Offshore-Windkraftanlagen bei diesem Einsatz? 

Vor allem starke Winde. Überschritt die Windgeschwindigkeit 10 m/s, mussten Hebearbeiten unterbrochen werden.

5. Welche Technik kam für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen zum Einsatz?

Verwendet wurden ein Raupenkran CC8800-1 mit 1.600 Tonnen Tragfähigkeit und Boom Booster, zwei 200-Tonnen-Mobilkrane sowie 24 Achslinien SPMTs.

6. Wo werden die schwimmenden Offshore-Windkraftanlagen für das Projekt vormontiert?

Die Montage erfolgt in Port-la-Nouvelle in Frankreich, wo die Komponenten im Hafen auf den schwimmenden Fundamenten aufgebaut werden.

7. Welche Auswirkung hat sorgfältiges Marshalling auf schwimmende Offshore-Windkraftanlagen? 

Es reduziert wetterbedingte Stillstandszeiten, verbessert den Ablauf zwischen Anlieferung und Montage und senkt Projektrisiken.