Heinrich Wagner Sinto plante die Keilplatten für seine Formmaschinen mannlos nachts zu schruppen. Der achtschneidige NEOFEED-Hochvorschubfräser von Iscar war die Lösung.
Redaktion ProduktionRedaktionProduktion
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Heinrich Wagner Sinto setzt beim Schruppen von Keilplatten aus legiertem Stahl auf Iscars NEOFEED-Hochvorschubfräser.Iscar
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Heinrich Wagner Sinto (HWS) kann auf
erfolgreiche fast 90 Jahre in der Herstellung von Gießereianlagen zurückblicken
und ist inzwischen Teil des Sintokogio-Konzerns, dem weltweit agierenden
Gießereimaschinenhersteller. HWS fertigt mit 330 Mitarbeitern in zwei Werken im
nordrhein-westfälischen Bad Laasphe auf rund 50.000 Quadratmetern Formmaschinen
und -anlagen, Vergießeinrichtungen und Sandregenerierungs-Einheiten für
internationale Kunden aus der Gießereibranche. „Da sind kleine Unternehmen
ebenso dabei, wie weltweit agierende Großkonzerne“, sagt Christian Hammer,
Abteilungsleiter mechanische Bearbeitung bei HWS. „Doch ob groß oder klein –
unsere Kunden erwarten von uns höchste Qualität zu vernünftigen Preisen und
Lösungen, die den aktuellen Anforderungen in Sachen Energieeffizienz,
Nachhaltigkeit und Effektivität entsprechen.“
Um diesen Ansprüchen auch in Zukunft gerecht
werden zu können, startete HWS vor rund zwei Jahren ein umfassendes
Investitions- und Optimierungsprogramm. Neben modernen Anlagen, einer stärkeren
Automatisierung und einem jungen, motivierten Team sollten auch angepasste und
wirtschaftliche Prozesse HWS dabei unterstützen, sich zukunftssicher
aufzustellen. „In diesem Zusammenhang haben wir uns auch mit Unterstützung
unseres langjährigen Werkzeugpartners Iscar unsere Prozesse angeschaut“, führt
Christian Hammer aus. „Dabei haben wir bereits das Bohren optimiert, und jetzt
rückte das Schruppen von Keilplatten in den Fokus.“
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Upgrade auf acht Schneiden
HWS fertigt das Bauteil in zwei Aufspannungen
aus einem massiven, 190x267x390 Millimeter großen, und 160 Kilogramm schweren
Block legierten Stahls (21MnCr5). In der ersten Aufspannung wird der Boden
geschruppt und die Seiten auf Maß gebracht. In der zweiten Aufspannung schruppt
HWS die Kontur der Oberseite, zeilt die Schrägen ab und bringt die Schultern
ein. „Das Schruppen dauert insgesamt rund zwei Stunden“, erklärt Benjamin
Markus, Teamleiter Fräsen bei HWS. „Dabei tragen wir zwischen 40 und 60
Kilogramm Material ab.“ Anschließend schlichtet HWS die Komponente mit einem
HELITANG T490-Planfräser von ISACR, bevor die Keilplatte noch extern gehärtet
wird.
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Der multifunktionalen Hochvorschubfräser NEOFEED wird mit wirtschaftlichen Wendeschneidplatten mit acht Schneiden bestückt und verfügt zum Hochvorschubfräsen über einem Anstellwinkel von zwölf Grad.Iscar
Die Komponente findet in den Gießanlagen von
HWS Verwendung und wird rund 30 Mal im Jahr produziert – seit Kurzem auf einer brandneuen
5-Achsmaschine mit automatisiertem Palettenhandling. „Damit wäre das mannlose
Schruppen in die Nacht hinein möglich, nur die dafür notwendige
Prozesssicherheit und Standzeit war beim bisher eingesetzten, sechsschneidigen
Fräser nicht gegeben“, sagt Benjamin Markus. „Nach spätestens einer Keilplatte
waren die Wendeschneidplatten verschlissen, und wir mussten sie drehen.“
Deshalb wandten sich Benjamin Markus und
Christian
Hammer an ihren langjährigen Werkzeugpartner Iscar. Lee Klappert, Beratung und
Verkauf, und Marco Rötzel, Technische Beratung und Vertrieb, hatten die
passende Lösung für die Aufgabe parat: „Uns war sofort klar, dass der
NEOFEED-Hochvor-schubfräser mit den achtschneidigen FFQ8-Wendeschneidplatten
das richtige Werkzeug ist“, sagt Marco Rötzel. „Das Werkzeug ist aktuell die
Benchmark in Sachen Hochvorschubfräser am Markt“, ergänzt Lee Klappert. „Es ist
jedes Mal wieder erstaunlich wieviel Material unsere Kunden in kürzester Zeit,
prozesssicher mit einer Bestückung zerspanen können. Dazu kommt der attraktive Preis
pro Schneide und der maschinenschonende weiche Schnitt.“
Hochvorschubfräsen
Die NEOFEED-Fräserfamilie beinhaltet sowohl
Werkzeuge zum effizienten Hochvorschub- als auch zum dynamischen Planfräsen.
Das Portfolio der multifunktionalen Hochvorschubfräser umfasst wirtschaftliche
Wendeschneidplatten (WSP) mit acht Schneiden und mit einem Anstellwinkel von
zwölf Grad sowie für das dynamisch Planfräsen mit 22,5 Grad Anstellung. Der
NEOFEED steht in Durchmessern von 50 bis 100 Millimetern zur Verfügung. Der
schwalbenschwanzähnliche Plattensitz sorgt für eine sichere Klemmung und hohe
Oberflächengüten. In allen Anwendungen erlaubt die dicke und stabile WSP ein
großes Zeitspanvolumen und ermöglicht eine kosteneffiziente und prozesssichere
Bearbeitung. Harte
Tests auf den Maschinen in Bad Laasphe zeigten, dass das Iscar-Team mit seinem
Vorschlag goldrichtig lag.
Bei HWS kommt der FFQ8 D080-07-27-12 mit einem
Durchmesser von 80 Millimetern und sieben Plattensitzen zum Einsatz. Bestückt
ist der Hochvorschubfräser mit robusten FFQ8 SZMU 120520T-WSP, ausgeführt in
der verschleißfesten TiAlN-beschichteten Feinstkornsorte IC808. „Die Platten
sind nicht nur besonders weichschneidend, sondern auch widerstandsfähig gegen
Kerbverschleiß und die Bildung von Aufbauschneiden“, sagt Marco Rötzel.
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Mehr als 200 Minuten Standzeit
Der NEOFEED hat die Erwartungen bei HWS mehr
als erfüllt. Im Vergleich zur bisherigen Lösung ließ sich die
Schnittgeschwindigkeit von 180 auf 200 Meter pro Minute und der Vorschub pro
Zahn von 0,8 auf einen Millimeter erhöhen. „Wir konnten mit dem NEOFEED zudem
eine Vorschubgeschwindigkeit von mehr als 5.500 Millimetern in der Minute
fahren, die Spandicke von 0,69 auf 0,87 Millimeter steigern und bei einer
Zustellung von 1,2 Millimetern das Zeitspanvolumen um das Dreifache auf fast 400
Kubikzentimeter pro Minute hochschrauben“, freut sich Benjamin Markus.
„Außerdem hat sich die Standzeit prozesssicher auf mehr als 200 Minuten
verdoppelt, so dass wir auch mannlos in die Nacht arbeiten können – da war es
keine Frage, dass wir auf den Hochvorschubfräser umstellten.“
Haben gemeinsam das Schruppen bei HWS optimiert (v.l.): Lee Klappert, Beratung und Verkauf bei Iscar, Benjamin Markus, Teamleiter Fräsen bei HWS, und Marco Rötzel, Technische Beratung und Vertrieb bei Iscar.Iscar
HWS setzt den Fräser seitdem erfolgreich ein –
nicht nur bei den Keilplatten, sondern auch bei anderen Projekten, die
prozesssicheres Schruppen und hohe Abtragleistung erfordern.