KI-Weiterbildung in Unternehmen

TÜV-Studie KI-Weiterbildung: Firmen sehen großen Bedarf

KI-Weiterbildung wird für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor. Laut TÜV-Studie melden KI nutzende Betriebe deutlich häufiger Effizienzgewinne als Nichtnutzer.

Warum wird KI-Weiterbildung wichtiger? Eine TÜV-Studie zeigt Effizienzgewinne, Kompetenzlücken und Handlungsbedarf.

Summary: Der TÜV-Verband sieht nach der „TÜV Weiterbildungsstudie 2026“ hohen Handlungsbedarf beim KI-Kompetenzaufbau. Befragt wurden von Januar bis März 2026 Personalverantwortliche aus
500 Unternehmen in Deutschland. KI steigert Effizienz, verändert Prozesse und erhöht den Druck auf Weiterbildung, besonders im Mittelstand.

In der deutschen Wirtschaft entsteht ein neuer digitaler Graben: zwischen Unternehmen, die Künstliche Intelligenz bereits einsetzen, und solchen, die noch nicht so weit sind. Das geht aus der „TÜV Weiterbildungsstudie 2026“ hervor, für die Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands Personalverantwortliche von 500 Unternehmen ab 20 Mitarbeitenden befragt hat.

Mehr als jedes zweite KI nutzende Unternehmen
(54 Prozent)  berichtet, dass Produktivität und Effizienz durch KI stark oder sehr stark gestiegen sind. Bei Unternehmen ohne generative KI-Tools wie ChatGPT liegt dieser Anteil nur bei 14 Prozent. Über alle Unternehmen hinweg sind es 36 Prozent. „Beim Einsatz von KI öffnet sich die Schere zwischen Unternehmen, die die Technologie strategisch nutzen, und denen, die noch am Anfang stehen “, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Betriebe die Potenziale von KI noch nicht ausschöpfen.“ Laut Studie setzen aktuell 56 Prozent der befragten Unternehmen generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot im Arbeitsalltag ein.

Welche Effekte KI in Unternehmen auslöst

Auch bei der Automatisierung zeigt sich der Unterschied zwischen Nutzern und Nichtnutzern. Bei 31 Prozent der KI nutzenden Unternehmen werden Tätigkeiten durch KI automatisiert. Selbst acht Prozent der Unternehmen ohne eigene KI-Nutzung beobachten solche Effekte. Insgesamt liegt der Anteil bei 21 Prozent. „Selbst Unternehmen, die keine originären KI-Tools einführen, können indirekt profitieren, über Dienstleister oder KI-Funktionen in den gängigen Software-Programmen“, sagt Bühler.

KI verändert Arbeitsabläufe und Wettbewerb spürbar

Fast die Hälfte der KI-nutzenden Unternehmen (47 Prozent) gibt an, dass Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse durch KI-Tools angepasst oder neugestaltet werden. Über alle Unternehmen hinweg liegt dieser Wert bei 31 Prozent, bei Nichtnutzern bei elf Prozent. Insgesamt 28 Prozent der deutschen Unternehmen sehen veränderte Wettbewerbsbedingungen in ihrer Branche, unter KI-Anwendern sind es 40 Prozent.

Warum KI-Weiterbildung in Betrieben drängt

Der Kompetenzbedarf ist erheblich. Laut Umfrage sieht jedes zweite Unternehmen einen hohen oder sehr hohen Weiterbildungsbedarf im Bereich KI. 17 Prozent bewerten den Bedarf als sehr hoch, 33 Prozent als eher hoch. Besonders ausgeprägt ist er bei Unternehmen (71 Prozent), die KI bereits einsetzen, sowie bei großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden mit 70 Prozent. Im Zentrum steht der praktische Einstieg in die Nutzung von KI. 72 Prozent der Unternehmen nennen anwendungsorientiertes KI-Wissen als zentrales Qualifizierungsziel, 67 Prozent ein grundlegendes Verständnis der Technologie.

KI-Kompetenzen werden zum Schlüssel für den Praxiseinsatz

Einfluss auf Produktivität und Effizienz durch KI.

„KI entfaltet ihren Nutzen erst dort, wo Unternehmen gleichzeitig in Technologie und Kompetenzen investieren“, betont Bühler. „Jetzt kommt es darauf an, den Kompetenzaufbau systematisch voranzutreiben.“ Spezialisierte Kompetenzen zur Integration von KI in Unternehmensprozesse nennen 39 Prozent der Unternehmen. Fortgeschrittene Kenntnisse für unternehmensspezifische KI-Tools werden von 38 Prozent genannt.

Wie Industrial AI Prozesse verändert

Der Wandel reicht bis in die Produktion. KI wird zunehmend Teil betrieblicher Prozesse. Industrial AI kann Maschinen und Roboter steuern, Produktionsabläufe optimieren oder Aufgaben in der Qualitätssicherung übernehmen. Damit steigt der Bedarf an Beschäftigten, die KI-Ergebnisse einordnen und Grenzen der Technologie verstehen können. Zugleich werden spezialisierte Fachkräfte wie Data Scientists, KI-Architektinnen oder Automatisierungsexperten wichtiger, die KI-Systeme entwickeln und in IT- oder Produktionsumgebungen integrieren. „Der Engpass liegt nicht allein bei Rechenleistung, Modellen oder Tools, sondern auch bei der Fähigkeit, KI sicher, effizient und wertschöpfend in Unternehmensprozesse zu integrieren“, erläutert Bühler.

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Was der TÜV-Verband für den Mittelstand fordert

Nach Ansicht des TÜV-Verbands braucht es eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive für KI-, Digital- und Cyberkompetenzen. Besonders der Mittelstand soll stärker unterstützt werden. Bühler verdeutlicht: „Die bestehenden Förderangebote sollten deutlich vereinfacht, praxisnäher gestaltet und am Bedarf der Unternehmen ausgerichtet werden – insbesondere mit Blick auf den Mittelstand. Die Qualifizierungslücke schließt sich nicht von selbst, es braucht gezielte Investitionen in Weiterbildung und Kompetenzen.“

Quelle: TÜV-Verband

FAQ zu KI-Weiterbildung in Unternehmen

1. Warum ist KI-Weiterbildung für Unternehmen wichtig?

KI-Weiterbildung hilft, Effizienzpotenziale zu nutzen und KI sicher in Prozesse zu integrieren.

2. Wie hoch ist der Bedarf an KI-Weiterbildung? 

Laut TÜV-Studie sieht jedes zweite Unternehmen hohen oder sehr hohen Weiterbildungsbedarf.

3. Welche Ziele hat KI-Weiterbildung?

Im Fokus stehen anwendungsorientiertes KI-Wissen, technologisches Grundverständnis und Prozessintegration.

4. Wo ist KI-Weiterbildung besonders wichtig?

Besonders hoch ist der Bedarf bei KI-nutzenden Unternehmen und Betrieben ab 250 Mitarbeitenden.

5. Was bedeutet KI-Weiterbildung für Industrial AI? 

Sie unterstützt Beschäftigte dabei, KI in Produktion, Qualitätssicherung und Automatisierung fachlich einzuordnen.

6. Welche KI-Weiterbildung brauchen Unternehmen besonders?

Besonders gefragt sind anwendungsorientiertes KI-Wissen, technologisches Grundverständnis und Kompetenzen zur Integration von KI in Prozesse.

7. Warum reicht der Einsatz von KI-Tools allein nicht aus?

Laut TÜV-Verband entstehen Effizienzgewinne erst dann umfassend, wenn Unternehmen Technologieeinsatz und Kompetenzaufbau verbinden.