Werker montieren in BMW-Werk und werden mittels KI anonymisiert dargestellt

BMW-Mitarbeiter können aus Datenschutzgründen mittels KI in unterschiedlichen Abstufungen (verwischt, geschwärzt oder verpixelt) anonymisiert werden. - Bild: BMW Group

| von Dietmar Poll

Nicht zuletzt wegen der Skandale um die Datenweitergabe ist Datenschutz eines der zentralen gesellschaftlichen Themen. Deswegen stehen Unternehmen, die KI einsetzen aufgrund des weitreichenden Datenschutzes großen Herausforderungen gegenüber. Die BMW Group geht bei der Anonymisierung von personenbezogenen Daten einen Schritt weiter: Der Autobauer nutzt eine KI-Lösung, um beliebige Objekte auf Fotos und in Videos zu anonymisieren.

Aufbauend auf dem BMW Labeling Tool Lite ermöglichen die nun veröffentlichten Algorithmen den gezielten Schutz relevanter Informationen: Das Software-Werkzeug kann Objekte oder Personen mittels KI ausblenden oder sie unscharf maskieren. Granularität und Intensität der Anonymisierung lassen sich intuitiv anpassen.

Qualitätssicherung, Entwicklung und Datenschutz

KI-Applikationen unterstützen uns bei der Qualitätssicherung, wie der Inspektion von Bauteilen und Komponenten, aber auch bei der Entwicklung unserer autonomen, smarten Logistik-Robotern. Mit den jetzt veröffentlichten KI-Algorithmen zur Anonymisierung sichern wir gleichzeitig optimalen Daten- und Informationsschutz“, erklärt Markus Grüneisl, Leiter Produktionssystem, Digitalisierung der BMW Group. „Wichtig war uns bei der Entwicklung die intuitive Bedienung der Anonymisierungslösung, um ein einfaches und breites Anwendungsfeld zu ermöglichen.“

Schutz der Privatsphäre bereits in der Designphase von KI berücksichtigt

Bei Daimler-Benz sieht das ganz ähnlich aus, wie Renata Jungo Brüngger, Vorstandsmitglied der Daimler AG - Integrität & Recht erklärt: „Wir respektieren die Privatsphäre – wir berücksichtigen deren Schutz bereits in der Designphase von Künstlicher Intelligenz. Wir unterstützen datenschutzfreundliche Technologien. Wo immer möglich und sinnvoll, nutzen wir beim Testen und Trainieren von KI künstliche oder anonymisierte Datensätze. Obligatorisch ist dabei immer das Einhalten der rechtlichen Vorgaben. Datenschutz ist für uns Qualitätsmerkmal.“

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten sei Teil der der Corporate Digital Responsibility. Dabei setze Daimler auf Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit. "Schon bei der Entwicklung von Diensten und Produkten setzen sich Ingenieure mit den Kollegen des Konzerndatenschutzes und des Rechtsbereiches an einen Tisch", betont Brüngger.

KI-Innovation und Datenschutz gehen Hand in Hand

Die BMW Group setzt auf Künstliche Intelligenz zur Objekterkennung in der Produktion – selbst bei stark variierenden Randbedingungen. KI-basierte Bildverarbeitung trägt damit zur Sicherung von Qualität bei. Die jetzt freigegebene Anonymisierungslösung setzt ebenfalls auf Künstliche Intelligenz. Die KI leistet hier die automatische Zuordnung von Bildbereichen zu Merkmalen, so dass sich beliebige Bereiche ausblenden lassen, die beispielsweise bei der Verarbeitung von Fotos aus der Produktion unkenntlich gemacht werden müssen. Unterschiedliche Modi der Anonymisierung sind wählbar: Entsprechende Bereiche auf Fotos oder in Videos können verwischt, geschwärzt oder verpixelt werden.

Technologisch steht dabei das BMW Labeling Tool Lite im Zentrum. Es ermöglicht Anwendern, Fotos zu labeln und damit eine KI mit nur einem Klick zu trainieren. Jedem Label kommt die Funktion eines digitalen Etiketts zu, das die auf einem Foto enthaltene Information beschreibt.

No-Code AI – auch für Anwender ohne Programmierkenntnisse

Um KI einer breiten Masse an Anwendern zugänglich zu machen, entwickeln Programmierer aus dem BMW Group TechOffice München die sogenannte No-Code AI, sodass jeder Nutzer ein KI-Modell trainieren kann, ohne dafür eine einzige Zeile Softwarecode programmieren zu müssen.

Produktionsmitarbeiter können mit der No-Code AI eigenständig KI-Lösungen kreieren, die sie bei ihren individuellen Prozessen unterstützen. Die neuen Algorithmen zur Anonymisierung sind modular aufgebaut und ermöglichen die automatische Aufbereitung der Fotos. Im BMW Produktionssystem werden etwa Bereiche bewusst unkenntlich gemacht, die Personen enthalten. Dank dieser KI-basierten Anonymisierungslösung bestehen keine Limitationen für den Einsatz von Bildverarbeitungssystemen.

Algorithmen stehen weltweit frei zur Verfügung

Die veröffentlichten Algorithmen stehen Software-Entwicklern weltweit frei zur Verfügung – sie können die Algorithmen verwenden, den Quelltext einsehen, ändern und weiterentwickeln. Eine Besonderheit dieses nun frei zugänglichen Softwarepakets ist die einfache und unkomplizierte Anwendung nach dem Plug & Play Prinzip. Der Nutzer benötigt dafür weder Programmierkenntnisse noch spezifische Hardware oder zusätzliche Software.

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