Eine Rakete durchbricht beim Start Richtung All die Wolkendecke

2021 soll die erste Rakete des Münchener Startups Isar Aerospace starten. Mit ihren sollen Kleinstsatelliten ins All geschossen werden. - Adobe Stock/ alexyz3d (Bild: (Symbolbild)

Das bayerische Start-up Isar Aerospace startet die Produktion seiner Raketen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eröffnete am Montag (7.9.) die Produktionshallen in Ottobrunn, wo die 27 Meter langen Flugkörper entstehen sollen, die bereits im kommenden Jahr erstmals den Erdorbit erreichen sollen. Mitgründer und Unternehmenschef Daniel Metzler bestätigte den Zeitplan für die Rakete namens Spectrum, die bis zu 1200 Kilogramm Nutzlast in niedrige Erdorbits bringen soll, etwa Satelliten.

Damit habe man die leistungsfähigste privat finanzierte Rakete Europas, sagte Metzler. Den Vorteil seines Unternehmens gegenüber großen etablierten Anbietern sieht er vor allem in Flexibilität und niedrigen Kosten. Man könne binnen Wochen oder Monaten Raketenstarts anbieten, sagte er. Dabei helfe auch, dass die verhältnismäßig kleine Rakete relativ unkompliziert per Lkw transportiert werden könne.

Das Start-up mit inzwischen 100 Mitarbeitern ist privat finanziert. In der letzten Finanzierungsrunde im Dezember 2019 sammelte es nach eigenen Angaben 15 Millionen Euro ein. Eine weitere Runde steht noch in diesem Jahr auf dem Plan. Zu den Investoren gehört auch Bulent Altan, ehemaliger Vice President des US-Weltraum-Unternehmens SpaceX von Elon Musk.

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Gibt es bald Raketenstarts in Deutschland?

Die Raketen sollen in Europa starten. Wo genau, ist noch ist nicht klar. Man sei mit einem halben Dutzend möglichen Startplätzen in Kontakt, sagte Metzler. Geht es nach dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), könnte mittelfristig eine weitere Option in Europa hinzukommen: Das Wirtschaftsministerium prüft ein entsprechendes Konzept des Verbandes, wie es am Montag bestätigte. Zuvor hatte das 'Handelsblatt' über das Konzept berichtet.

Das Konzept des BDI sieht einen Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee vor - eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung. Ein entsprechendes Strategiepapier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. "Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirtschaftlich sinnvoll", heißt es.

Nach Ansicht des Verbandes könnte das Konzept binnen zwei Jahren umgesetzt werden. Die Realisierung sei eine politische Entscheidung und keine technische Frage. Vom Bund sei dafür ein Zuschuss für die Initialkosten in der Anfangsphase nötig.

Raumfahrt ist von zentraler Bedeutung

Ein deutscher Startplatz sollte allen europäischen und internationalen Partnern zur Nutzung offenstehen. Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Industrie von zentraler Bedeutung, heißt es in dem Papier. Im digitalen Zeitalter sei sie Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0. Dank Miniaturisierung würden Satelliten immer kleiner, diese Entwicklung verändere auch den Bedarf an Trägerraketen. "Zukünftig wird es eine Mischung aus großen, mittleren und kleinen Raketen geben."

Dem Papier zufolge gibt es drei private Hersteller von sogenannten Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollen. Einer davon ist Isar Aerospace. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen vertraglichen Startplatz in Europa, heißt es. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs gezeigt.

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dpa