Ob Boeing, BAE Systems, Raytheon oder die neuen Player aus China: Sie alle gehören zu den größten Rüstungskonzernen der Welt. Unsere Rangliste, basierend auf der aktuellsten Statista-Auswertung, zeigt die zehn umsatzstärksten Rüstungsunternehmen der Welt im Jahr 2019. 

Spoiler-Alarm: Mit weitem Abstand auf dem ersten Platz landet Lockheed Martin. Das US-Unternehmen war im Jahr 2019 mit einem Umsatz von 56,6 Milliarden Dollar der größte Rüstungskonzern der Welt. Allein mit dem Kampfjet F-35 will der Waffenproduzent in den kommenden Jahren 400 Milliarden Dollar Umsatz generieren. Der wichtigste Lieferant des US-Militärs verdient dank der F35 bereits jetzt prächtig.

Ohnehin dominieren US-Konzerne - erwartungsgemäß - das Ranking der größten Rüstungskonzerne, darunter sind so bekannte Namen wie General Dynamics oder Northrop Grumman. Doch im Gegensatz zum 2018er Ranking (siehe unten) gab es doch einige Veränderungen. So ist beispielsweise Airbus aus den Top 10 gerutscht.

Wie entwickelt sich das Geschäft mit Rüstungsgütern?

Aktuell darf sich die Rüstungsindustrie jedoch nicht beklagen: Denn die weltweiten Militärausgaben haben sich im vergangenen Jahr auf knapp zwei Billionen US-Dollar belaufen. Das ist ein Anstieg von 2,6 Prozent - trotz Corona. Zum Vergleich: Das weltweite Bruttoinlandsprodukt ist im gleichen Zeitraum um 4,4 Prozent gesunken. Die USA, China, Indien, Russland und Großbritannien machten dabei zusammen 62 Prozent der globalen Militärausgaben aus. Die Militärausgaben Chinas sind dabei im 26. Jahr in Folge gestiegen. Das geht aus Daten des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) hervor. 

Doch obwohl die weltweiten Militärausgaben gestiegen sind, haben einige Länder einen Teil ihrer geplanten Militärausgaben explizit für die Pandemiebekämpfung genutzt - zum Beispiel Chile oder Südkorea. Andere, darunter Brasilien und Russland, gaben deutlich weniger aus als ihre ursprünglichen Militärbudgets für 2020.

"Wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass die Pandemie keinen signifikanten Einfluss auf die globalen Militärausgaben im Jahr 2020 hatte", sagte Dr. Diego Lopes da Silva, Forscher beim SIPRI Arms and Military Expenditure Programme. Es bleibe abzuwarten, ob die Länder dieses Niveau der Militärausgaben auch in einem zweiten Jahr der Pandemie aufrechterhalten werden.

Das sind die wichtigsten Entwicklungen in den einzelnen Ländern:

  • In den USA sind die Militärausgaben 2020 um 4,4 Prozent auf rund 778 Milliarden US-Dollar gestiegen. Als größter Militärausgeber der Welt entfielen auf die USA 39 Prozent der gesamten Militärausgaben im Jahr 2020. "Die jüngsten Erhöhungen der US-Militärausgaben sind in erster Linie auf hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie auf mehrere langfristige Projekte wie die Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals und die Beschaffung von Waffen in großem Umfang zurückzuführen", sagte Alexandra Marksteiner, Forscherin des SIPRI-Programms für Rüstungs- und Militärausgaben. 
  • Chinas Militärausgaben, die zweithöchsten der Welt, schätzen die SIPRI-Experten für 2020 auf 252 Milliarden US-Dollar - 1,9 Prozent mehr als 2019. Das anhaltende Wachstum der chinesischen Ausgaben ist zum Teil auf die langfristigen militärischen Modernisierungs- und Ausbaupläne des Landes zurückzuführen, mit dem Ziel, mit anderen führenden Militärmächten gleichzuziehen.
  • Russlands Militärausgaben sind 2020 um 2,5 Prozent auf 61,7 Milliarden Dollar gestiegen. Dies war zwar das zweite Jahr in Folge ein Wachstum, dennoch waren die tatsächlichen Militärausgaben um 6,6 Prozent niedriger als ursprünglich geplant.
  • Mit einer Gesamtsumme von 59,2 Milliarden Dollar hatte Großbritannien 2020 die fünftgrößten Militärausgaben. Die Militärausgaben des Vereinigten Königreichs waren 2,9 Prozent höher als 2019, aber 4,2 Prozent niedriger als 2011.
  • Deutschland steigerte seine Ausgaben um 5,2 Prozent auf 52,8 Milliarden US-Dollar und wurde damit zum siebtgrößten Geldgeber im Jahr 2020. Die deutschen Militärausgaben waren 28 Prozent höher als 2011.
  • Europaweit stiegen die Militärausgaben im Jahr 2020 um 4,0 Prozent.

Wie hoch der Anteil der Rüstungsunternehmen am weltweiten Waffenhandel nach Ländern ist, sehen Sie in der Grafik: 

Anteil der SIPRI Top 100 Rüstungsunternehmen am weltweiten Waffenhandel nach Ländern 2018
Der Anteil der USA ist am größten. - Grafik: Anja Ringel; Quelle: Statista, Sipri

Neue internationale Rüstungsprojekte

International laufen derzeit außerdem Planungen für gemeinsame Rüstungsprojekte. Eines davon: Deutschland, Frankreich und Spanien wollen, dass ein neues Kampfflugzeug den Eurofighter ablöst. Bei dem neuen Kampfflugzeug geht es dabei um ein ganzes Luftkampfsystem namens FCAS (Future Combat Air System). Es soll von 2040 an einsatzfähig sein.

Das Projekt soll aber nicht nur einen Kampfflieger der neuen Generation bringen, sondern auch Drohnen und Satelliten steuern. Ein erster Prototyp des Kampfjets ("Demonstrator") soll 2026 fliegen. Erst Anfang Februar hatten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Präsident Emmanuel Macron zu den großen Rüstungsprojekten beider Staaten bekannt.

Die industriellen Partner für das milliardenschwere Rüstungsprojekt haben sich dem Hersteller Dassault zufolge auf eine Lastenteilung geeinigt. Dies teilte der Chef von Dassault Aviation, Éric Trappier, im April in Paris mit. "Das war schwierig", sagte Trappier, der auch Vorsitzender des französischen Branchenverbands Gifas ist. Dassault ist gemeinsam mit dem Airbus-Konzern bei dem Milliardenvorhaben federführend.

Deutschland ist noch an einem weiteren Projekt beteiligt: Die Bundesrepublik und Norwegen haben sich im März nach langen Verhandlungen auf ein milliardenschweres Rüstungsprojekt verständigt. Zusammen kaufen sie beim deutschen Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems insgesamt sechs U-Boote der U212-Familie. Zwei der Boote sind für Deutschland bestimmt, vier für Norwegen. Sie sollen in Kiel gebaut werden, die Auslieferung soll 2029 beginnen - drei Jahre später als geplant.

Durch das Projekt würden in Kiel und Umgebung bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts zahlreiche hochwertige Arbeitsplätze gesichert, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit. Außerdem werde die Zusammenarbeit zwischen der deutschen und der norwegischen Marine gestärkt. "Mit diesem Schritt bereiten Deutschland und Norwegen gemeinsam den Boden für eine mögliche weitere Kooperation mit zahlreichen Bündnispartnern in EU und NATO."

Nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB rechnet Norwegen mit einem Kostenrahmen von rund 45 Milliarden Kronen (4,4 Milliarden Euro) für seine vier U-Boote. "Ich bin sehr erfreut, dass die Verhandlungen fertig sind", sagte Norwegens Verteidigungsminister Frank Bakke-Jensen der NTB.

Die umsatzsstärksten Rüstungskonzerne 2018

  1. Lockheed Martin. Umsatz 2018: 50,5 Milliarden US-Dollar.
  2. Boeing. Umsatz 2018: 34 Milliarden US-Dollar.
  3. General Dynamics. Umsatz 2018: 27,5 Milliarden US-Dollar.
  4. Raytheon. Umsatz 2018: 25,2 Milliarden US-Dollar.
  5. Aviation Industry Corporation of China. Umsatz 2018: 24,9 Milliarden US-Dollar.
  6. BAE Systems. Umsatz 2018: 22,5 Milliarden US-Dollar.
  7. China North Industries Group Corporation Limited. Umsatz 2018: 14,8 Milliarden US-Dollar.
  8. Airbus Group: 13 Milliarden US-Dollar.
  9. L3Harris Technologies. Umsatz 2018: 12,3 Milliarden US-Dollar..
  10. China Aerospace Science and Industry Corporation. Umsatz 2018: 12,1 Milliarden US-Dollar.

(Mit Material von Dpa)

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