Richter Gericht

CEOs und Mitarbeiter bekannter Unternehmen mussten schon öfter vor Gericht. - Bild: Adobe Stock/Tiko

Schmiergeld, Preisabsprachen, Manipulation: Im Dieselskandal muss sich Ex-Audi-Chef Rupert Stadler ab Mittwoch (30.9.) vor Gericht verantworten. Zudem ist seit vergangener Woche klar, dass der frühere VW-Chef Martin Winterkorn wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation vor Gericht muss. Es sind bei weitem nicht die ersten Strafprozesse um bekannte Konzernlenker oder Mitarbeiter großer Unternehmen. Einige spektakuläre Fälle:

Schlecker

Im Prozess um die Pleite der einst größten Drogeriemarktkette Europas werden die Kinder des Firmengründers Anton Schlecker 2019 rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt - unter anderem wegen Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott. Sie hatten sich unrechtmäßig Gewinne in Millionenhöhe ausgezahlt - nur Tage, bevor der Konzern 2012 in die Insolvenz ging. Schlecker selbst kam auf Bewährung frei und musste 54.000 Euro Geldstrafe zahlen.

Bußgeld von mehr als 100 Millionen Euro

Siemens

Der milliardenschwere Schmiergeldskandal bei Siemens war im November 2006 mit einer Razzia der Münchner Staatsanwaltschaft ins Rollen gekommen. Über Jahre hinweg sollen insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro in schwarze Kassen geflossen sein, um lukrative Auslandsaufträge an Land zu ziehen. Den Elektrokonzern kostete die Aufarbeitung des Skandals 2,5 Milliarden Euro, etliche Beteiligte verloren ihren Job. Die Führungsspitze wechselte, die Bekämpfung der Korruption wurde fortan großgeschrieben.

MAN

Der Hersteller von Nutzfahrzeugen gerät 2009 ins Visier von Korruptionsermittlern. Am Ende zwingt der Skandal fast die gesamte Führungsriege zur Aufgabe, der Konzern zahlt ein Bußgeld von 150 Millionen Euro. Im Geschäft mit Lastwagen und Bussen etwa wurden im In- und Ausland Bestechungsgelder gezahlt, um den Verkauf anzukurbeln.

Mannesmann

Eines der spektakulärsten Wirtschaftsstrafverfahren in Deutschland geht 2006 ohne Urteil zu Ende. Die wegen schwerer Untreue oder Beihilfe dazu angeklagten Manager und Gewerkschafter müssen insgesamt 5,8 Millionen Euro zahlen und gelten nun als unschuldig. Im Zentrum des Prozesses standen Millionenabfindungen bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Mobilfunkkonzern Vodafone im Jahr 2000.

Bundesgerichtshof beendet juristischen Streit

Flowtex

Die Firma aus dem badischen Ettlingen hatte in den 1990er Jahren mehr als 3.000 Horizontalbohrmaschinen für den unterirdischen Leitungsbau verkauft, von denen die meisten nur auf dem Papier existierten. Das Schneeballsystem flog im Jahr 2.000 auf. Folgen waren ein Insolvenzverfahren mit Gläubiger-Forderungen von 1,2 Milliarden Euro, mehr als 120 Ermittlungsverfahren und eine Serie von Straf- und Zivilprozessen.

Kirch

Nach einem jahrelangen Prozess-Reigen beendet der Bundesgerichtshof 2019 den juristischen Streit zwischen dem Medienunternehmen von Leo Kirch und Verantwortlichen der Deutschen Bank mit der Bestätigung von Freisprüchen. Kirch hatte 2002 Insolvenz anmelden müssen und machte dafür eine Aussage von Bankchef Rolf Breuer verantwortlich. Dieser hatte in einem TV-Interview in Zweifel gezogen, dass noch jemand Kirch Geld geben werde.

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