Druckmaschinen in einem Werk in Shanghai

Vor allem in China spürt Heidelberg eine Erholung des Marktes. - Bild: Heidelberg

| von Anja Ringel

Erholung, aber noch keine Entwarnung: So kann man die Zahlen für das dritte Quartal von Heidelberger Druck zusammenfassen. „Man könnte den Call unter dem Motto ‚Die Zuversicht wächst‘ zusammenfassen“, sagte deshalb CEO Rainer Hundsdörfer in einer Telefonkonferenz. Nach dem Schock und dem Umsatzeinbruch durch die Coronakrise, sehe man nun eine allmähliche konjunkturelle Wiederbelebung der Branche – vor allem in China und Osteuropa, zunehmend aber auch in der Europäischen Union. In Nord- und Südamerika herrsche dagegen weiter Zurückhaltung.

In Zahlen bedeutet das, dass der Umsatz nach neun Monaten (April bis Dezember) immer noch rund 24 Prozent (knapp 1,3 Milliarden Euro) hinter dem Vorjahreszeitraum liegt (1,7 Milliarden Euro). Auch der Auftragseingang lag um 25 Prozent unter dem Vorjahr. Aber: Im dritten Quartal reduzierte sich das Minus nur noch auf zwölf Prozent. Im Dezember lag der Auftragseingang sogar erstmal wieder über dem Vorjahreswert.

Neben der konjunkturellen Wiederbelebung sind für Hundsdörfer auch die Einsparungen durch das Transformationsprogramm von Heidelberg ein Grund für den leichten Aufwärtstrend. Mit dem Betriebsrat hatte das Unternehmen vereinbart, bis 2023 weltweit 1.600 Stellen abzubauen.

Einen Großteil habe man schon umgesetzt, so der CEO. Im Dezember hat der Konzern außerdem nicht-betriebsnotwendige Flächen verkauft. Der Erlös – eine mittlere zweistellige Millionenhöhe – wird im nächsten Quartal erwartet. Um Unterhaltskosten zu sparen will Heidelberg weitere Flächen effizienter nutzen, erklärte Hundsdörfer.

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Darum ist der Verkauf der Gallus-Gruppe gescheitert

Daneben hat das Unternehmen – wie viele andere auch – Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzungen als Mittel genutzt. Am Standort Heidelberg ist laut Hundsdörfer noch die Hälfte der Mitarbeiter in Kurzarbeit, vor allem im administrativen Bereich. Außerdem hat das Unternehmen seinen belgischen Standort für Druckchemikalien für 20,5 Millionen Euro verkauft.

Der Verkauf der Gallus-Gruppe an die Benpac Holding ist dagegen gescheitert. „Alle Voraussetzungen waren erfüllt, aber der Käufer hat den Verkaufspreis nicht bezahlt“, erklärte Hundsdörfer. Heidelberg wolle nun seine Rechte geltend machen. Die Gallus-Gruppe wird deshalb im Unternehmen bleiben und soll seine Neuausrichtung unter dem Dach von Heidelberg fortsetzen. Mit einem klarem und nachhaltig aufgestellten Profil habe die Gruppe gute Zukunftschancen, meinte der CEO.

Wallboxen: Heidelberg verdoppelt Produktionskapazitäten

Ein weiterer Bereich, der ihn optimistisch stimmt, ist Elektromobilität. So verdoppelt das Unternehmen gerade aufgrund der hohen Nachfrage seine Produktionskapazitäten für Wallboxen. Zwar generiere der Bereich bisher nur 15 Millionen Euro Umsatz, aber die dahintersteckende Dynamik stehe erst noch am Anfang, sagte Hundsdörfer.

In Deutschland habe Heidelberg bei den Wallboxen einen Marktanteil von 20 Prozent. Im Ausland sei man noch nicht aktiv, deshalb sei auch hier Luft nach oben. Der nächste Schritt sei nun, den Bereich vom Kerngeschäft zu lösen und in eine eigene Einheit zu transferieren. Man sei dabei offen für Partnerschaften.

Was den Ausblick für das gesamte Unternehmen angeht, sei es noch zu früh, Entwarnung zu geben. Das Unternehmen rechnet mit Umsatzeinbußen von 450 bis 500 Millionen Euro. „Die Coronakrise hat unsere Transformation um ein Jahr zurückgeworfen“, erklärte Hundsdörfer. Diesen Transformationsprozess will das Unternehmen nun zügig und konsequent weiter durchsetzen, um zu einem nachhaltig profitablen Wachstum zu kommen.

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