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Die digitale und ökologische Transformation bringt viele Veränderungen mit sich. Die Unternehmen sind jedoch schlecht darauf vorbereitet. - Bild: Pixabay

"Wenn sich die Unternehmen weiterhin so defensiv verhalten, spielen sie Roulette mit der Zukunft der Beschäftigten", betont Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, bei der Vorstellung des Transformationsatlas der Gewerkschaft. "Knapp die Hälfte der Betriebe haben keine oder keine ausreichende Strategie zur Bewältigung der Transformation. Betriebe und Beschäftigte müssen sich auf neue Qualifikationen und zum Teil auch neue Geschäftsmodelle einstellen. Die dazu notwendige Fähigkeit zur Veränderung ist allerdings erst in Ansätzen bemerkbar."

Der Transformationsatlas ist eine Bestandsaufnahme zur Digitalisierung und zum ökologischen Wandel auf der Basis von Daten aus knapp 2000 Betrieben mit rund 1,7 Millionen Beschäftigten. Befragt wurden Betriebsräte und Vertrauensleute. Der Atlas dient als Grundlage für die Strategie der IG Metall zur Gestaltung der Transformation.

Digitalisierung macht Arbeitsplätze redundant

Die Digitalisierung betrifft vor allem die Arbeit in Fertigung und Montage, Verwaltung und Logistik sowie in der Technischen Kundenbetreuung. Die dortigen Arbeitsplätze enthalten große Anteile an Tätigkeiten, deren Profil sich verändern wird oder die teilweise entfallen könnten. 57 Prozent der Beschäftigten üben Tätigkeiten mit einem hohen Potential für eine Substituierung aus.

"Die Betriebe stehen erst am Beginn der Transformation, doch schon jetzt ist abzusehen, dass es mittelfristig zu einem Beschäftigungsabbau kommen wird, der sich nach Regionen und Branchen unterscheidet", berichtet Rudolf Luz, Bereichsleiter Betriebspolitik. "Die höchsten Rückgänge erwarten wir in Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten."

Autoindustrie wird sich am stärksten wandeln

Besonders die Automobil- und die Zulieferindustrie wird mit dem Technologiewandel stark verändert: In 54 Prozent der Betriebe in dieser Branche wird damit gerechnet, dass die Zahl der Arbeitsplätze sinken wird. "Vor allem für Zulieferer kann die Transformation existenzgefährdend werden, wenn sie nur über wenig Kapital und keine tragfähigen neuen Geschäftsmodelle verfügen", sagte Jörg Hofmann.

Unternehmen müssen Personalplanung und Qualifizierung verbessern

Anbetracht dieser Ergebnisse fordert die Gewerkschaft von den Arbeitgebern, Vorsorge zu treffen und die Betriebe auf die Transformation einzustellen. "Die Unternehmen müssen die anstehenden Veränderungen offensiv angehen", so Jörg Hofmann. "Dazu gehören Investitionen in neue Produkte, Prozesse und in neue Geschäftsmodelle." Nötig sei auch eine vorausschauende Personalplanung und betriebliche Qualifizierung, um sicherzustellen, dass die Betriebe den Wandel bewältigen können. Berufliche Weiterbildung dürfe sich nicht mehr auf Spezialisten und Führungskräfte beschränken, alle Beschäftigtengruppen müssten die Chance bekommen, sich zu qualifizieren.

Automatisierungsquote: Wo arbeiten die meisten Roboter?

Global betrachtet arbeiten im Schnitt 74 Roboter pro 10.000 Mitarbeiter in der Fertigungsindustrie. Das gab die International Federation of Robotics (IFR) in der jüngsten Statistik bekannt. Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wie die Roboterdichte laut IFR weltweit verteilt ist.