Iran-Krieg belastet Wirtschaft

Iran-Krieg: Warum die Industrie unter Druck gerät

Der Iran-Krieg treibt Energiepreise, belastet Lieferketten und erhöht Produktionskosten. Die wirtschaftlichen Folgen sind in Deutschland bereits in zahlreichen Branchen spürbar.

Teures Öl, blockierte Handelswege, Mehrkosten für Firmen und Haushalte: Die Kämpfe im Iran haben längst Folgen für Deutschland.
Teures Öl, blockierte Handelswege, Mehrkosten für Firmen und Haushalte: Die Kämpfe im Iran haben längst Folgen für Deutschland.

Summary: Der Iran-Krieg führt laut Ökonomen zu steigenden Preisen und belastet die Konjunktur in Deutschland. Besonders betroffen sind Lebensmittel, Transport, Chemie und Industrie. Ursachen sind höhere Energiepreise, gestörte Handelswege und steigende Logistikkosten.

Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf Preise aus?

Der Konflikt im Nahen Osten zeigt deutliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Steigende Ölpreise treiben nicht nur die Kosten an Tankstellen, sondern wirken sich auf zahlreiche Branchen aus. Ökonomen erwarten eine höhere Inflation sowie eine Abschwächung der konjunkturellen Erholung, insbesondere bei länger andauernden Kämpfen.

Lebensmittelpreise unter Druck

Forscher rechnen mit steigenden Preisen für energieintensive Produkte wie Backwaren, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel. Auch Waren mit langen Lieferwegen könnten sich verteuern.

Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärt: «Hier sind Preissteigerungen wahrscheinlich». Besonders kritisch sei die Lage bei Getreide, Mais, Soja und Reis aufgrund hoher Düngemittelpreise. Da Soja und Mais als Futtermittel dienen, könnten auch Fleischpreise steigen.

Wie aus der Mitteilung der Branche hervorgeht, erhöhen sich Produktions- und Lieferkosten deutlich. Der Handel dürfte Zusatzkosten zumindest teilweise an Verbraucher weitergeben.

Welche Branchen besonders betroffen sind

Transport und Speditionen

Die Transportbranche leidet massiv unter steigenden Dieselpreisen. «Die Dieselpreisexplosion trifft die Transportbranche in besonderer Härte, da die Kraftstoffkosten rund ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen», sagte Dirk Engelhardt vom BGL. Viele Unternehmen geraten dadurch wirtschaftlich unter Druck.

Luftverkehr gerät unter Druck

Der Luftverkehr kämpft mit steigenden Kerosinpreisen und veränderten Routen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bezeichnete die Drehkreuze am Persischen Golf als «Achillesferse des internationalen Luftverkehrs». Flugpreise steigen, Kapazitäten werden reduziert.

Schifffahrt und Logistik

Die blockierte Straße von Hormus sorgt für massive Störungen im Seeverkehr. Laut Verband Deutscher Reeder sitzen zahlreiche Schiffe fest, während andere auf die Durchfahrt warten. Angriffe auf Handelsschiffe verschärfen die Lage zusätzlich.

Industrie kämpft mit steigenden Energiekosten

Stahlindustrie unter Druck

Die energieintensive Stahlproduktion reagiert sensibel auf steigende Gaspreise. Eine Sprecherin von Thyssenkrupp Steel erklärt: «Ein dauerhaft höherer Gaspreis hätte Auswirkungen auf die Produktionskosten». Indirekte Effekte entstehen zudem durch teurere Vorprodukte und Transporte.

Chemieindustrie besonders betroffen

Die Chemiebranche leidet stark unter steigenden Energie- und Rohstoffkosten. Öl und Gas sind zentrale Ausgangsstoffe für zahlreiche Produkte. Gleichzeitig können höhere Kosten nicht immer weitergegeben werden, was die Margen belastet.

Der Branchenverband VCI warnt zudem vor möglichen Versorgungsengpässen bei wichtigen Rohstoffen wie Ammoniak oder Phosphat, wie aus der Mitteilung hervorgeht.

Landwirtschaft und Maschinenbau im Spannungsfeld

Landwirtschaft mit steigenden Betriebskosten

Landwirte sehen sich mit höheren Preisen für Diesel und Dünger konfrontiert. Bauernpräsident Joachim Rukwied betont: «Gerade jetzt für die Frühjahrsbestellung sind die sprunghaften Preissteigerungen beim Diesel besonders schmerzhaft».

Ein Teil des Problems liegt in verzögerten Ammoniaklieferungen, da ein erheblicher Anteil des Welthandels durch die Straße von Hormus läuft.

Maschinenbau mit schwächeren Exportaussichten

Die Golfregion zählte für die Maschinenbauer zuletzt zu den wenigen Regionen mit stabilem Exportwachstum, das nun einzubrechen droht. Viele Projekte in den von Öl- und Gasförderung abhängigen Branchen sind gestoppt, wie der Verband VDMA berichtet. Sollte der Konflikt länger dauern, sei hier mit negativen Effekten zu rechnen. Vor Ort machten den Unternehmen gestörte Lieferketten Sorgen, weil die wichtigen Häfen Abu Dhabi und Dubai vom internationalen Verkehr abgeschnitten seien. Verzögerungen sowie gestiegene Transport- und Versicherungskosten seien problematisch und könnten oft nicht an Kunden weitergereicht werden.

Gibt es auch stabil bleibende Branchen?

Die Autoindustrie zeigt sich bislang vergleichsweise robust. Unternehmen wie BMW, Audi, Volkswagen und Mercedes-Benz berichten aktuell von stabilen Lieferketten und keinen direkten Produktionsausfällen.

Allerdings verweist der Verband der Automobilindustrie auf steigende Frachtkosten und angepasste Transportwege. Die Entwicklung werde weiterhin genau beobachtet.

Mit Material der dpa

FAQ zum Iran-Krieg Wirtschaft

• Welche Auswirkungen hat der Iran-Krieg auf die Wirtschaft? – Der Iran-Krieg führt zu steigenden Energiepreisen, höheren Produktionskosten und belasteten Lieferketten.

• Warum steigen durch den Iran-Krieg die Lebensmittelpreise? – Höhere Energie- und Düngemittelkosten sowie teurere Logistik treiben die Preise für Lebensmittel.

• Welche Branchen sind vom Iran-Krieg besonders betroffen? – Besonders betroffen sind Transport, Chemie, Stahl, Landwirtschaft und Luftverkehr.

• Welche Rolle spielt der Iran-Krieg für die Industrie? – Der Iran-Krieg erhöht Energie- und Rohstoffkosten und belastet damit die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

• Hat der Iran-Krieg Auswirkungen auf Verbraucher? – Ja, vor allem durch höhere Preise für Energie, Lebensmittel und Mobilität.